Privatinvestor reagiert auf Spekulation
Ten Brinke nicht abgeneigt

Man kennt sich: Ten-Brinke-Prokurist Andreas Kern (links) beim Neujahrsempfang der Stadt. OB Michael Cerny hatte unter anderem über "postfaktische Verunsicherung" gesprochen. Allerdings im Zusammenhang mit Luther und nicht vor dem Hintergrund der Innenstadt-Entwicklung. Bild: Hartl
Politik
Amberg in der Oberpfalz
20.04.2017
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Vorsichtige Andeutungen, erste Spekulationen, unmissverständliche Anzeichen. Für das lokalpolitisch schwergewichtige Projekt Innenstadtbelebung bahnt sich offenbar ein Paradigmenwechsel an.

Noch bestimmt vornehme Zurückhaltung den Ton. "Grundsätzlich können wir uns ein ausgeweitetes Engagement der Ten Brinke Group in Amberg vorstellen", antwortete Andreas Kern auf die Nachfrage, ob der Investor auch Interesse an der seit mehr als zehn Jahren leerstehenden Einzelhandels-Brache Forum haben könnte.

Der Prokurist der in Regensburg ansässigen Bayern-Zentrale des international tätigen holländischen Immobilien-Entwicklers möchte "die Parameter" einer eventuellen Übernahme des ehemaligen Kaufhauses in Altstadtlage "jedoch noch im Detail geprüft" wissen. Kern geht damit vorsichtig auf Signale aus dem Rathaus ein, die Wiederbelebung der Forum-Immobilie aus der Verantwortung der städtischen Gewerbebau herauszulösen (siehe Mittwochs- Ausgabe). Ten Brinke ist bereits Eigentümer des auf der gegenüberliegenden Straßenseite angesiedelten früheren Bürgerspital-Areals.

Dort möchte der Investor mit einem Aufwand von rund 20 Millionen Euro einen Einzelhandels-, Dienstleistungs- und Wohnkomplex gehobenen Standards bauen. Dieses Projekt liege trotz jüngster archäologischer Funde auf dem Areal im "vorgesehenen Zeitrahmen", teilte Kern mit. Mit einer Ausdehnung des Engagements von Ten Brinke auch auf das gegenüberliegende ehemalige Forum würde sich das nötige Investitionsvolumen mindestens verdoppeln. Verbindendes Element wäre eine geplante gemeinsame öffentliche Tiefgarage unter der Fußgängerzone in der Bahnhofstraße.

Die jüngste Entwicklung birgt einiges an lokalpolitischem Zündstoff in sich. Mit dem OB-Wechsel im Rathaus 2014 von Wolfgang Dandorfer auf Michael Cerny (beide CSU) schien nach zehn Jahren des Stillstands der gordische Knoten in Sachen Innenstadtentwicklung durchschlagen. Das Forum- und das gegenüberliegende Bürgerspitalareal sollten aufeinander abgestimmt entwickelt werden. Das ehemalige Kaufhaus erwarb die städtische Gewerbebau, das frühere Altenheim-Grundstück der Privatinvestor Ten Brinke. Spätestens in diesem Frühjahr sollte es mit einem Teilabbruch der Forum-Immobilie losgehen. Bisher geschah jedoch nichts, während die Gewerbebau mehr oder minder offen einräumte, mit den eigenen finanziellen und personellen Ressourcen das Projekt Forum-Entwicklung wohl nicht stemmen zu können.
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