Prozess gegen fünf Männer vor der Großen Strafkammer beim Landgericht wegen Drogenhandel
Eisiges Schweigen zum Auftakt

Bei ihnen soll es nichts gegeben haben, was es nicht gibt. Doch immer ging es um Drogen. Ein Quintett sitzt auf der Anklagebank der Großen Strafkammer.

Auf insgesamt zwölf Verhandlungstage noch in diesem Jahr ist ein Prozess gegen fünf Männer vor der Großen Strafkammer beim Landgericht angesetzt. Unter dem Vorsitz von Vizepräsidentin Roswitha Stöber wurde nach gut zwei Stunden am Dienstag die Sitzung auf Donnerstag, 1. Oktober, vertagt. Es geht um einen schwunghaften Drogenhandel, lässt sich die recht dicke, von Staatsanwalt Tobias Kinzler, verlesene Anklageschrift zusammenfassten. Zum Prozessauftakt machten die Beschuldigten unisono keine Angaben. Denn der Strafverteidiger Dr. Jan Bockemühl (Regensburg) hatte den Antrag gestellt, eventuelle Aussagen auf 1. Oktober zu vertagen.

Er habe mit seinen Mandanten noch nicht wichtige Akten besprechen können, die in anderen Verfahren eine entscheidende Rolle gespielt hätten. Die vier weiteren Anwälte schlossen sich dieser Sichtweise durchweg an. So kam es lediglich zur Verlesung der umfassenden Anklage gegen die fünf deutschen und deutsch-russischen Beschuldigten im Alter zwischen 30 und 40 Jahren. Sie alle sitzen in U-Haft oder einer Therapieeinrichtung. Die Staatsanwaltschaft wirft den fünf Männern vor, sich spätestens im Oktober 2013 zusammengetan zu haben, um mit Methamphetamin, Ecstasy-Tabletten, Kokain, Marihuana und Haschisch zu handeln. In erheblichem Umfang und bandenmäßig. Zwei der Angeklagten hätten in der Regel als Kuriere gedient, um Methamphetamin aus Tschechien nach Deutschland zu bringen. Den Absatz sollen die Mitbeschuldigten organisiert haben. So hätten sie bis zu ihrer Verhaftung im August 2014 die Gebiete um Schwandorf, Regensburg, Amberg, Eger, Herzogenaurach, Neunburg vorm Wald mit Drogen versorgt. Der Staatsanwalt sprach von Fällen im "Hunderterbereich".

Nachdem die Bande aufgeflogen war, gerieten noch etliche andere Kleindealer in das Visier der Fahnder, gegen sie laufen gesonderte Verfahren. Beim nächsten Prozesstag sollen erste Zeugen gehört werden.
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