Raumnot bei Mittagsbetreuung offenbart enormen Geldbedarf bei Schweitzer-Schule
„Da schlucken wir auch“

Die Albert-Schweitzer-Grundschule schaut von außen nicht schlecht aus, doch im Innern verbirgt sich ein Umbau- und Sanierungsbedarf in einer Gesamthöhe von 13 Millionen Euro. Bild: Hartl

Eine "kleine Lösung" beschloss der Hauptausschuss vorerst für den Ausbau der Albert-Schweitzer-Grundschule zur Ganztagsschule. Denn eigentlich gibt es dort schon ein Raumprogramm, das einen Erweiterungsbau vorsieht. Das Problem dabei: Wenn es in der bisher vorgesehenen Geschwindigkeit laufen würde, könnte der Bau erst 2020 bezogen werden.

"Die Schule braucht aber schnell zusätzliche Räume", sagte OB Michael Cerny. Der Grund dafür ist der Beschluss des Hauptausschusses vom März, in Amberg offene Ganztagsschulen an den Grundschulen einzurichten. Dadurch muss die Albert-Schweitzer-Schule bereits zum Schuljahr 2017/18 Räume zur Mittagsbetreuung haben. "Wir versuchen schnell zu reagieren und schnell zu helfen", beschrieb Cerny die Einstellung der Stadt. Die ganz schnelle Umsetzung des ursprünglichen Bauplans funktioniere nicht, da man keine Auslagerungsmöglichkeiten zur Verfügung habe.

Also wurde die Verwaltung beauftragt, in Anlehnung an das bereits von der Regierung genehmigte Raumprogramm Ausbaumaßnahmen vorzunehmen. Die im Haushalt 2016 dafür vorgesehenen Mittel (für die Erweiterung des Speisesaals und den Einbau eines Aufzugs) reichen nach Einschätzung von Baureferent Markus Kühne zunächst aus. Für 2017 und 2018 werde man aber mehr Geld bereitstellen müssen. Insgesamt komme der Erweiterungsbau auf gut vier Millionen Euro.

Generalsanierung muss sein


Darüber hinaus ist ("um die Schule auf einen heute üblichen Standard zu bringen") für Hauptgebäude und Sporthalle der Albert-Schweitzer-Schule eine Generalsanierung vorgesehen, deren Kosten auf weitere neun Millionen Euro geschätzt werden. Damit die vorgezogene "kleine Lösung" für die Gesamtmaßnahme nicht "förderschädlich" wird, führen die Verantwortlichen Gespräche mit der Regierung der Oberpfalz.

Brigtte Netta schlug vor, das "Thema Frischküche" mit in die Überlegungen einzubeziehen. Es sei absehbar, dass die Nachfrage nach Mittagsspeisung an der Albert-Schweitzer-Schule groß sein werde. OB Cerny hatte allerdings Bedenken, dass man dort zum Schluss "eine riesige Küche hat, die kaum genutzt wird". CSU-Fraktionssprecher Dieter Mußemann hatte das auch in den bereits sanierten Schulen wahrgenommen: "überdimensionierte Küchen, die es nicht braucht". Immerhin verplane man hier Steuergelder, mit denen man sorgfältig umzugehen habe.

Zu den Gesamtkosten meinte Mußemann: "Nicht nur der Kämmerer schluckt, da schlucken wir auch." Die akute Raumnot schnell zu beheben und zusätzliche Räume für die Mittagsbetreuung zu schaffen, sei aber in Ordnung. Ansonsten empfehle er, erst mal nach Plan vorzugehen und zuerst die bereits beschlossenen Baumaßnahmen an den anderen Schulen abzuschließen beziehungsweise in Angriff zu nehmen.
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