Rückkehrerappell der Panzerbrigade 12 "Oberpfalz"
Aus dem Auslandseinsatz zurück

Ein Soldat zeigt im Feldlager in Masar-i-Scharif sein Feldpostpäckchen. Bild: Bundeswehr/Hoffmann/dpa
Politik
Amberg in der Oberpfalz
06.04.2016
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Geplant war, dass die Soldaten der Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" in Afghanistan einpacken. Sie wären in Masar-i-Scharif die letzten Deutschen gewesen, so wie im August 2013, als sie das Feldlager in Kundus auflösten. Doch es kam anders.

Statt das deutsche Feldlager im nordafghanischen Masar-i-Scharif bis zum Ende des Jahres 2015 aufzulösen, mussten die Soldaten der Panzerbrigade 12 "Oberpfalz" das Bleiben der Streitkräfte in Afghanistan organisieren. Hauptmann Alexander Kitsch beschreibt dies als "weg vom Redeployment, hin zur Fortsetzung des Einsatzes".

Im Dezember 2015 beschloss der Bundestag, den Einsatz "Resolute Support" um ein Jahr bis Ende 2016 zu verlängern. Zuvor hatte die Nato entschieden, länger in Afghanistan zu bleiben, um die afghanischen Sicherheitskräfte auszubilden und zu beraten. Der Kampfeinsatz der Nato-geführten internationalen Schutztruppe (Isaf) war schon im Dezember 2014 beendet worden.

Bis vor wenigen Wochen waren Männer und Frauen der Panzerbrigade 12 im Auslandseinsatz. An diesem Donnerstag werden sie auf dem Marktplatz in Amberg begrüßt, unter anderem von Oberbürgermeister Michael Cerny und Staatskanzleichef Marcel Huber (CSU). Ab 18.15 Uhr spielt auf dem Marktplatz das Heeresmusikkorps Veitshöcheim. Ab 19 Uhr marschieren Abordnungen der Verbände für den Rückkehrer-Appell auf den Marktplatz ein.

900 Soldaten im Ausland


Zwischen Juli 2015 und März waren rund 900 der 4200 Soldaten der "Zwölfer" im Auslandseinsatz - in Mali, im Kosovo, in der Türkei, im Irak und in Afghanistan. Unter ihnen Hauptmann Kitsch vom Versorgungsbataillon 4 in Roding. Der 34-jährige war von November 2015 bis März in Masar-i-Scharif. Als Truppenversorgungsoffizier musste er alle Dinge heranschaffen, die die Einheiten für ihren Einsatz benötigten, von der Verpflegung über Ersatzteile bis zum Treibstoff. Nur raus aus dem Feldlager durfte er nicht. "Das hat der Auftrag nicht hergegeben." Ruhig war es aber in der Stadt in Nordafghanistan nicht. So griffen etwa im Januar Extremisten das indische Konsulat in Masar-i-Scharif an.

Auch Weihnachten musste der Hauptmann im Einsatz feiern. Oberleutnant Caroline Krämer vom Logistikbataillon 4 erging es ebenso. Allerdings feierte sie im türkischen Kahramanmaras. Es gab Gans und alle gingen frühzeitig schlafen. Die 27-Jährige musste am anderen Tag zurück nach Incirlik, die Kameraden weiter das Lager abbauen. In Kahramanmaras waren die deutschen Luftabwehr-Raketen von Typ Patriot stationiert. Die "Zwölfer" schafften das restliche Material zurück.

In Incirlik stationiert


Auf der Luftwaffenbasis Incirlik organisierte Krämer von Oktober bis zum 30. Dezember mit zwei Untergebenen die Ein- und Ausreise der Deutschen. Da die Luftwaffenbasis von der Türkei und den USA gemeinsam betrieben wird, musste sie sich mit beiden Seiten abstimmen. Ein spannende Herausforderung, sagt sie. Zumal sie nicht nur das Ende der Mission "Active Fence" erlebte, sondern auch das Anlaufen des deutschen Einsatzes gegen die Terrormiliz IS.

Krämer und Kitsch kehren mit positiven Eindrücken zurück. Sie wissen aber auch, dass es 2017 für die "Zwölfer" erneut ins Ausland geht. "Nur nicht noch einmal über Weihnachten", sagt Kitsch. Er musste das Fest schon zweimal fern der Heimat feiern. In Afghanistan und bei einem seiner beiden Einsätze im Kosovo.
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