Selbstverständlich
Kampagne der Frauen-Union erinnert an Gesetze und Werte

Selbstverständlich soll es in Deutschland möglich sein, joggen zu gehen oder die Kleidung zu tragen, die man möchte. Daran erinnert die Frauen-Union in einer bayernweiten Kampagne. Die Amberger Vorsitzende Michaela Frauendorfer (rechts) und Schriftführerin Elfriede Schlagenhaufer waren beim Auftakt in München dabei. Bild: hfz

Tagtäglich werden Frauen und Mädchen in Deutschland Opfer sexueller Übergriffe oder geraten in Situationen, die ihnen Angst machen. Die Frauen-Union vertritt eine klare Meinung: Egal, ob die Bedrohung von einem Täter aus Deutschland oder einer anderen Nation stammt - Gesetze und Werte müssen alle gelten, die hier leben.

Amberg. Deshalb startete die FU die Kampagne "Selbstverständlich". Dabei geht es laut Presse-Info um die Selbstbestimmung der Frau sowie die Gleichberechtigung der Geschlechter als unverhandelbarem Grundwert der Gesellschaft. Aktivitäten und Situationen, die fraglos zum Alltagsleben gehören, müssen nach FU-Vorsitzender Michaela Frauendorfer selbstverständlich bleiben.

Die Motive der Kampagne zeigen Momentaufnahmen von Frauen, die typisch sind für diese "Selbstverständlichkeit", wie das sichere Joggen im Park, die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder die Wahl der Kleidung. Bei der Vorstandssitzung bat Frauendorfer die Mitglieder, eigene Statements zu formulieren. Elfriede Schlagenhaufer beispielsweise möchte als Frau ihre Meinung respektiert wissen. Karen Keppler war es wichtig, dass Mädchen und Frauen ohne Ängste in die Stadt oder ins Schwimmbad gehen können und Respekt selbstverständlich ist.

Wichtig war die Erkenntnis, dass es ein Integrationsprogramm für alle Altersgruppen von Migranten geben müsse, das auch der Eltern-Generation unsere Sprache und Werte vermittelt. Damit klaffe keine Kluft zwischen dem gelebten Alltag und den gegensätzlichen Werten zu Hause in den Familien, so Kathrin Fischer.

Frauendorfer brachte die Diskussion auf den entscheidenden Punkt: unser Grundgesetz. Würde dieses respektiert und befolgt, wäre auch die beschlossene Verschärfung des neuen Sexualstrafrechts unnötig. Dieses werde von der FU begrüßt, da es Lücken im Gesetz schließt und neue Straftatbestände schafft, zum Beispiel für Begrapschen oder sexuelle Übergriffe durch oder aus einer Gruppe. Um diese Situationen zu reduzieren, fordert die FU mehr Sicherheit in öffentlichen Räumen, an Plätzen und Bahnhöfen durch Polizeipräsenz und Videoüberwachung. "Das Ziel ist eine Gesellschaft, in der Respekt vor dem selbstbestimmten Lebensstil von Frauen und Männern herrscht", sagte Frauendorfer.

Die Gleichberechtigung der Geschlechter sei durch die freiheitliche Grundordnung geschützt. Diese müsse in Familie und Schule, in Ausbildung und Beruf vermittelt werden und von Beginn an Eingang in die Integrationsarbeit finden. Vor allem müsse sie beständig in der Alltagspraxis eingeübt werden. Dies gelte für alle Mitglieder der Gesellschaft, egal, welcher Religion oder Kultur sie angehören.
Würde das Grundgesetz wirklich respektiert und befolgt, wäre auch die von der Bundesregierung beschlossene Verschärfung des neuen Sexualstrafrechts unnötig.Michaela Frauendorfer
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