Senioren-Dienstleistungszentrum soll verschiedene Betreuungsformen auf einem Areal vereinen
„Ein richtiger Schritt“

Gegenüber den Häusern an der Brentanostraße (vorne im Bild) befindet sich das jetzige Areal von Möbel Ostler. Auf dem rund 5200 Quadratmeter großen Grundstück will das Wohnungsunternehmen ein Senioren-Dienstleistungszentrum mit alternativen Wohnformen im Alter realisieren. Der Ferienausschuss des Stadtrates votierte am Donnerstag einstimmig für die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes. Bild: hfz
Politik
Amberg in der Oberpfalz
19.08.2016
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Betreutes Wohnen, eine intensivere Form davon (mit 24-Stunden-Betreuung), Tagespflege und ambulant betreute Wohngemeinschaft: All das soll das Senioren-Dienstleistungszentrum auf einem Areal vereinen. Und es entspricht dem seniorenpolitischen Gesamtkonzept der Stadt.

Wie bereits berichtet, will das Wohnungsunternehmen auf dem bisherigen Areal von Möbel Ostler zwischen Haager Weg und Hölderlinstraße ein Senioren-Dienstleistungszentrum errichten. Laut geschäftsführendem Vorstand Dieter Gerl sollen nach derzeitiger Planung insgesamt bis zu 34 behindertenfreundliche Ein-, Zwei- oder Dreizimmerwohnungen, die Voraussetzungen für behindertes Wohnen bieten, realisiert werden. Angedacht sind 24 Plätze für die Tagespflege. Abgerundet werden soll das Angebot durch zwei ambulant betreute Wohngemeinschaften mit jeweils zwölf Plätzen für Menschen mit Demenzerkrankungen.

Laut Gerl können die Mieter und Bewohner mit der Schwesternschaft Wallmenichhaus, die mit ihrem Clementine-von-Wallmenich-Haus in unmittelbarer Nähe ist, einen Betreuungsvertrag abschließen und so ein bedarfsgerechtes Dienstleistungsangebot in Anspruch nehmen. Für Brigitte Wedemeyer, Vorsitzende der Schwesternschaft, ist dieses Konzept eine "hervorragende Antwort auf das seniorenpolitische Gesamtkonzept der Stadt Amberg".

Ähnlich sah es OB Michael Cerny: "Das seniorenpolitische Gesamtkonzept ist kein Papiertiger, sondern wird Stück für Stück umgesetzt." Er zeigte sich erfreut über die Planung. "Das ist ein erster und guter Schritt, das seniorenpolitische Gesamtkonzept umzusetzen." Für pflegende Angehörige sei eine Tagespflege sehr wichtig. "Sie müssen auch mal durchschnaufen können." Das Thema Beratung werde immer bedeutender, doch selbst die beste helfe nicht, "wenn dann das Angebot nicht da ist", machte Cerny deutlich. Am Donnerstagnachmittag beschloss der Ferienausschuss des Stadtrats, das Verfahren für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan einzuleiten.

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Weitere Informationen im Internet:

www.onetz.de/themen/wohnen-im-alter

Die einzelnen Wohnformen im ÜberblickDie Schwesternschaft Wallmenichhaus hat laut ihrer Vorsitzenden Brigitte Wedemeyer einige Eigenbetriebe - von ambulanten Angeboten bis hin zum Clementine-von-Wallmenich-Haus als stationäre Einrichtung. Betreutes Wohnen werde an drei Standorten realisiert: im Clementine-von-Wallmenich-Haus (zehn Plätze), in der alten Liegenschaft am Mariahilfberg (15 Plätze) und seit 2007 im Wohnpark St. Sebastian. Das neue Projekt beinhaltet alternative Wohnformen, die Tatjana Richter, Leiterin des Clementine-von-Wallmenich-Hauses, vorstellte.

Tagespflege

24 Plätze sind dafür vorgesehen, diese Leistung soll zunächst von Montag bis Freitag laufen, eventuell kann es auf Wochenenden ausgedehnt werden. In Amberg bietet Richter zufolge aktuell nur das Heilig-Geist-Stift Tagespflege an, das von ihr geleitete Heim habe sechs eingestreute Plätze. "Aber wir könnten täglich das Zwei- bis Dreifache aufnehmen", erklärte sie.

Wohngemeinschaften

Unter ambulant betreuten Wohngemeinschaften versteht man, dass pflegebedürftige Menschen in einem gemeinsamen Haushalt leben. "Das sind Mieter, keine Bewohner", unterstrich Richter. Maximal zwölf Menschen seien in einer Wohngruppe, "sie bestimmen zum Beispiel gemeinsam den Speiseplan".

Aus einem Pool von Leistungen könne gewählt werden, was benötigt werde. Diese Wohnform eigne sich besonders für Demenzkranke: "Für sie ist eine häusliche Gemeinschaft sehr wichtig." Richter bezeichnete diese Wohnform als eine echte Alternative zum klassischen Altenheim.

Betreutes Wohnen

Dabei werden möglichst barrierefreie oder barrierefreundliche Wohnungen an Ehepaare oder Singles vermietet, unterschiedliche Betreuungsangebote können dazugebucht werden. Ein täglich betreuter Mittagstisch rundet diese Wohn- und Betreuungsform für ältere Menschen ab, erklärte Richter.

Eine weitergehende Form ist das intensiv betreute Wohnen, das eine 24-Stunden-Betreuung mit ambulanter Pflege, Tagespflege und Nachtpräsenz beinhaltet. Vielen Menschen würde dies ein Gefühl von Sicherheit geben, nämlich, dass gerade jemand auch in der Nacht da ist, ergänzte Schwesternschaft-Vorsitzende Brigitte Wedemeyer. Durch das intensiv betreute Wohnen könnte der Einzug in ein Pflegeheim hinausgezögert oder sogar vermieden werden, informierte Richter. (san)
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