Seniorenpolitisches Gesamtkonzept umsetzen
50 Plus: Ideen in Testphase

Sie setzten sich mit Fragen der demografischen Entwicklung auseinander (von links): Martin Reinhard, Elisa Puchner, Thomas Bärthlein, Martin Frey und Norbert Fischer. Bild: usc
Politik
Amberg in der Oberpfalz
02.05.2016
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Sie setzten sich mit Fragen der demografischen Entwicklung auseinander (von links): Martin Reinhard, Elisa Puchner, Thomas Bärthlein, Martin Frey und Norbert Fischer. Bild: usc

Der Anteil der Amberger über 50 Jahre beträgt aktuell 47,86 Prozent. Dem trägt das seniorenpolitische Gesamtkonzept Rechnung. Den Älteren will die Stadt eine Stimme geben. Dazu diente das von OB Michael Cerny einberufene 50-Plus-Forum.

Mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule als Partner plant die Stadt einen digitalen Wegweiser 50 Plus. Den Ablauf stellte Professor Martin Frey im Kongresszentrum vor. Die Entwicklung im Bereich altersgerechtes Wohnen erläuterte Elisa Puchner vom Stadtplanungsamt. Der dritte Schwerpunkt: Freizeit und Vereine im Wandel. Thomas Bärthlein (Vorsitzender des TV Amberg) und Norbert Fischer, Chef des Stadtverbandes für Sport, hatten sich dazu Gedanken gemacht.

Mit dem seniorenpolitischen Gesamtkonzept, das 252 Seiten umfasst, will die Stadt Signalwirkung erzeugen. "Die Themen sollen in den Alltag Einzug finden", sagte Sozialamtsleiter Martin Reinhard. Kernpunkte dieses neuen Wegweisers sind Angebote von Organisationen, Verbänden, Einrichtungen, Unternehmen und Initiativen, die sich mit der Arbeit für und mit Senioren befassen und auf den Seniorenmarkt spezialisiert haben - nicht nur im Pflegebereich. Das Team um Professor Frey befindet sich derzeit in der Phase des Sammelns. Auch mit Interviews werden die Bedürfnisse der künftigen Nutzer ausgelotet. "In der Testphase sind wir auf das Mittun der Bevölkerung angewiesen", betonte Frey. Start soll Ende Mai, Anfang Juni sein.

Nicht alle haben Computer


Die Diskussion stieß Bürgermeister Martin Preuß mit der Frage an, ob die digitale Form des Wegweisers ausreichen werde. In der Runde wurden Bedenken laut, dass nicht alle älteren Menschen über einen PC-Zugang verfügen. Der Vorschlag: Im Bürgerbüro (Rathaus) könnte man sich die gewünschten Infos ebenso ausdrucken lassen wie in karitativen oder kirchlichen Einrichtungen.

Elisa Puchner vom Baureferat stellte die Ideen vor, die hinter dem Begriff "Wohnen 2030" stecken: Mehrgenerationenhäuser, Wohngemeinschaften von Senioren und Pflege-Wohnformen für Rentner.

Pflege meistens daheim


70 Prozent aller Pflegebedürftigen werden laut Puchner daheim versorgt. Den entsprechenden Bedarf dieser Zielgruppen müsse man im Wohnungsbau beachten. Man könne auf mietsteigernde Modernisierungen verzichten und stattdessen neuen, günstigen Wohnraum schaffen. Auch bei privaten Bauvorhaben sollte man so planen, dass das Haus oder die Wohnung später barrierefrei genutzt werden kann oder Änderungen der Grundrisse relativ schnell und günstig möglich sind.

Thomas Bärthlein und Norbert Fischer befassten sich mit der Zukunft der Sportvereine. Bärthlein beispielsweise macht sich Sorgen, weil es immer schwerer werde, Ehrenamtliche zu finden - vor allem bei Übungsleitern. Gerade die Einbindung von Senioren auf freiwilliger Basis sei eine Herausforderung. Fischer empfahl, ausscheidende Berufssoldaten oder Polizeibeamte gezielt auf diese Tätigkeit anzusprechen.

Für Vereine wird's schwer


Auch neue Angebotsformen im Sportverein, der Aufbau lokaler Netzwerke zur Gewinnung von Senioren als Vereinsmitglieder, müsse man überdenken. Mit vereinsübergreifenden Kursangeboten könnte man neue Mitglieder finden und dadurch die Einnahmen steigern.

Bärthlein stellte auch die Möglichkeit von Vereinsfusionen oder -kooperationen zur Diskussion.
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