SPD-Bezirksräte besichtigen die offene Behindertenarbeit im Heilpädagogischen Zentrum
Bezirk zahlt kräftig nach Amberg

Nur mit blauen Schonern an den Schuhen konnten die SPD-Bezirkstagsfraktion und ihre Gastgeber die frisch renovierten und nun zentral untergebrachten Räume der offenen Behindertenarbeit mit Küche und Übernachtungszimmern besichtigen. Das Bild zeigt von links Eduard Freisinger, Volker Liedtke, Norbert Hartl, Richard Gaßner, Stadtratsfraktionschefin Birgit Fruth, Katrin Panek und Manfred Schießl. Bild: Steinbacher

Blaue Schühchen für die rote Fraktion: Damit haben die Sozialdemokraten im Bezirkstag kein Problem, wenn es um die Besichtigung einer fertiggestellten Baumaßnahme für die Lebenshilfe geht. Dann streifen sich die Genossen gern Überzieher übers Beinkleid, um die neuen Böden zu schonen.

Es waren die modernisierten und nun zusammengefassten Räume für die offene Behindertenarbeit im Heilpädagogischen Zentrum, die sich die SPD-Bezirksräte ansahen. Genauer gesagt taten sie das am Rande einer internen Besprechung, die sie laut Fraktionssprecher Richard Gaßner bewusst nach Amberg gelegt hatten, um anschließend zu einem Informationsaustausch mit den Spitzen der Amberg-Sulzbacher Lebenshilfe zusammenzutreffen. Neben wiederkehrenden Themen lag dabei ein konkretes Projekt im Blick.

Anteil an Jura-Werkstätten

Wie am Samstag ausführlich berichtet, sollen die Jura-Werkstätten an der Raiffeisenstraße für insgesamt rund 15,5 Millionen Euro komplett neu gebaut werden. Dazu leistet auch der Bezirk einen Beitrag von fünf Prozent der Kosten. Außerdem muss er seine Genehmigung zur geplanten Errichtung einer Förderstätte innerhalb der Werkstätten erteilen. Speziell dafür versuchten die beiden Lebenshilfe-Vorsitzenden Eduard Freisinger und Manfred Schießl den Weg zu ebnen, was bei Gaßner und seinen Fraktionskollegen Volker Liedtke aus Schwandorf sowie Norbert Hartl aus Regensburg auf offene Ohren stieß.

Freisinger bedankte sich ferner für "die häufigen und gerngesehenen Besuche" speziell des hiesigen Bezirksrats und ehemaligen Kümmersbrucker Bürgermeisters bei der Lebenshilfe. Der Vorsitzende und die Geschäftsführerin des Heilpädagogischen Zentrums, Katrin Panek, nutzten die Gelegenheit ebenso, um für einen höheren Förderschlüssel in der offenen Behindertenarbeit und damit auch mehr mögliche Personalstellen zu werben.

Gaßner seinerseits stellte die finanziellen Leistungen des Bezirks dar und hob unter anderem rund 6,35 Millionen Euro hervor, die allein die Jura-Werkstätten in Amberg und Sulzbach-Rosenberg im vergangenen Jahr erhalten hätten. Gut angelegt sei dieses Geld allemal, da die Lebenshilfe mit ihren Einrichtungen "ein wichtiger Arbeitgeber ist" und außerdem "die Versorgung behinderter Menschen ortsnah geschehen muss". Vor diesem Hintergrund hat der Bezirk nicht nur die Errichtung einer Kinder- und Jugendpsychiatrie in Amberg ermöglicht, sondern plant nun auch den kompletten Neubau dieser Einrichtung in direkter Nachbarschaft zum Klinikum St. Marien.

6,2 Millionen für Ambulanz

An der Stelle des ehemaligen sogenannten Infektionsbaus soll eine Institutsambulanz mit Tagesklinik und 12 Betten für Kinder und Jugendliche sowie 20 weiteren Plätzen für Erwachsene entstehen. Gesamtkosten laut Richard Gaßner rund 6,2 Millionen Euro, die als Bauherr der Bezirk schultert. Er hat als erste Rate allein für heuer 2,75 Millionen Euro in seinem Haushalt vorgesehen.
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