SPD will Neumarkter SPD-Chef und Ambergs Vize für Direkt- und Listenmandat
Foitzik und Seibert kandidieren

Johannes Foitzik aus Neumarkt soll Direktkandidat der SPD für die Bundestagswahl werden ... Bild: hfz
Politik
Amberg in der Oberpfalz
21.09.2016
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... während Ambergs Stadtrat und SPD-Vizechef Martin Seibert für die Liste vorgesehen ist. Bild: wsb

Amberg/Neumarkt. Die SPD im Wahlkreis 232 Amberg schickt einen Neumarkter ins Rennen um das Bundestags-Direktmandat. Er heißt Johannes Foitzik, ist 56 Jahre alt und in der hiesigen Region eher unbekannt. Das gibt auch Ismail Ertug, der Vorsitzende des SPD-Unterbezirks Amberg-Sulzbach-Neumarkt, unumwunden zu. "Dieses Manko werden wir im Wahlkampf beheben", kündigt der Europaparlamentarier an und freut sich, für die Listenkandidatur einen umso bekannteren Amberger zu haben: Stadtrat Martin Seibert (63), der von 2011 bis 2015 auch Parteichef der örtlichen SPD war.

Doch auch Johannes Foitzik ist in seinem Gäu durchaus "eine Nummer", stellt Ertug das Licht des Direktkandidaten für die Bundestagswahl 2017 nicht unter den Scheffel. Der Abteilungsleiter eines großen Automobilzulieferers ist seit 2008 Ortsvorsitzender in Neumarkt und fungiert außerdem seit März vergangenen Jahres als stellvertretender SPD-Unterbezirkschef. Durch ihn und Seibert ist das Gebiet des Wahlkreises mit den zwei großen Städten Amberg und Neumarkt "schön abgebildet", findet Ertug und kündigt an, dass beide Männer heute Abend bei einer Sitzung des Unterbezirks als offizieller Wahlvorschlag des Vorstands gekürt werden.

Endgültig auf den Schild gehoben werden sollen sie dann morgen um 19 Uhr bei der Bundeswahlkreiskonferenz im Gasthaus Forsthof in Kastl. Ertug verhehlte auf Nachfrage nicht, dass auch die SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Birgit Fruth, als Direktkandidatin im Gespräch war. Sie bekleidet dieses Amt jedoch erst seit der Kommunalwahl 2014 und solle mit einem so raschen Aufstieg "nicht verheizt werden". Manchmal muss man nach den Worten des Unterbezirkschefs "auch langsam machen", dürfe gute Leute nicht gleich "verbrennen", sondern müsse ihnen Zeit zur weiteren Entwicklung lassen.

Martin Seibert ist diesbezüglich von anderem Kaliber. Er sitzt nicht nur seit 1986 im Stadtrat, sondern ist neben seiner knapp vierjährigen eigenen Führungsrolle im SPD-Stadtverband auch dessen "Vize" an der Seite von Vorsitzender Hannelore Zapf geblieben. Außerdem ist er seit über 30 Jahren Kreischef der Arbeiterwohlfahrt Amberg-Sulzbach und avancierte hier im Bezirksverband Niederbayern/Oberpfalz auch zum stellvertretenden Vorsitzenden. "Wir wollten jemanden, der gut vernetzt, strategisch gut aufgestellt ist und viele Ehrenämter hat", begründete Ertug die Entscheidung für den Amberger Listenkandidaten "mit Stallgeruch". Auch als Lokführer eines ICE-Zugs sei Seibert "nicht unbekannt".

Der 63-Jährige sagte zur AZ, dass er nach reiflicher Überlegung gerne Johannes Foitzik den Vortritt fürs Direktmandat ließ. Schließlich sei dieser einige Jahre jünger und könne im Prinzip künftig noch zweimal kandieren, während das bei ihm selbst nur für 2017 möglich gewesen wäre. "Er ist vom Alter her die bessere Wahl", meinte Seibert und verhehlte nicht, dass er erst vor zwei Jahren gesundheitlich stark angeschlagen war. Mit seiner neuen Herzklappe fühle er sich zwar fit und habe weder beruflich noch privat große Einschränkungen, aber die Direktkandidatur sei sicher mit einigem Stress im Wahlkampf verbunden. "Die Listenkandidatur ist klar, das mache ich und vertrage ich", schmunzelte Seibert.

Was die SPD anbelangt, haben Amberg und Neumarkt ein sehr gutes Miteinander.Unterbezirkschef Ismail Ertug zur Kandidaten-Verteilung für die Bundestagswahl mit einer Spitze auf die CSU
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