Stadt Amberg schafft 280 weitere Plätze für Asylbewerber
Bundeswehrkrankenhaus wird zu neuer Flüchtlingsunterkunft

Die Gebäude 6 und 7 wurden einst vom Sanitätsdienst der Bundeswehr genutzt. Jetzt sind sie die Rettung der Stadt bei der Aufnahme weiterer Flüchtlinge. Amberg hat beide Häuser angemietet, um sowohl eine Notunterkunft als auch dezentrales Wohnen darin unterzubringen. Bild: Hartl
Politik
Amberg in der Oberpfalz
13.01.2016
5324
3

Kurz vor Weihnachten hat die Stadt den Mietvertrag unterzeichnet. Damit wird das wahr, was OB Michael Cerny Anfang Dezember bei einer CSU-Veranstaltung schon mal angedeutet hatte. Amberg steigt größer als bisher in die Aufnahme von Flüchtlingen ein - mit dem Ex-Bundeswehrkrankenhaus, das die räumlichen Möglichkeiten dazu bietet.

Von 280 neuen Plätzen auf dem ehemaligen Militärgelände an der Köferinger Straße ist die Rede. Es rückte Ende 2014 erneut in den Blickpunkt, weil seine Eigentümer-Holding, die Golden Gate GmbH aus München, Insolvenzantrag gestellt hatte (AZ berichtete). Damit war klar, dass bis dahin anvisierte Entwicklungen nicht mehr Realität werden, das Areal einer anderen Nutzung zuzuführen.

Weitere Notunterkunft


Vor allem, als sich abzeichnete, dass ein Verkauf der Liegenschaft in Gänze auch für den eingesetzten Insolvenzverwalter schwierig werden dürfte, tauchten andere Ideen und "Begehrlichkeiten" auf. Hinzu kam natürlich, dass sich die Flüchtlingssituation seit Mitte 2015 in Bayern deutlich verschärft hat. Auch die Regierung der Oberpfalz forderte Städte und Gemeinden auf, mehr Unterbringungskapazitäten zur Verfügung zu stellen. Für heuer verlangte sie von der Stadt Platz für gut 1000 Asylbewerber. Das ist die Zahl, die Michael Cerny schon einmal nannte. Zuletzt tat er das Anfang Dezember bei einer Kreisvorstandssitzung der CSU in Raigering. Dort sprach er auch vom Bundeswehrkrankenhaus als möglichem Standort für weitere Kapazitäten. Zumal auf dem Areal seit der Golden-Gate-Insolvenz kein Stillstand herrscht, sondern eine Tochter der GmbH nach wie vor Vermietung und Verwaltung schmeißt.

Mit ihr, der Park Campus GmbH, schloss die Stadt den Mietvertrag für zwei Gebäude, die für die Flüchtlingsunterbringung geeignet erscheinen. Das bestätigte der OB auf Anfrage der AZ.

In einer Mitteilung seiner Pressestelle heißt es konkreter, dass sowohl eine Notunterkunft als auch Einheiten zur dezentralen Unterbringung geschaffen werden sollen. Letzteres sind vor allem Wohnungen für diejenigen Asylbewerber, die nach ihrer Aufnahme die Sammelunterbringung verlassen dürfen. Gleichwohl wird es auch eine unter dem Begriff Notunterkunft firmierende Lösung auf dem BWK-Areal geben. Sie bietet nach gegenwärtigen Plänen Platz für rund 200 Menschen, während sich die Wohnungen auf 80 Leute beschränken. "Die beiden Gebäude eignen sich sehr gut für diese Nutzung", wird der Oberbürgermeister in der Mitteilung zitiert. Der Einzug der ersten Flüchtlinge ist demnach im Frühjahr, voraussichtlich im März oder April, geplant. Laut OB gilt es bis dahin, "die lange Zeit leerstehenden Gebäude wieder funktionstüchtig zu machen". So müssten etwa die Heizung sowie Wasser- und Stromversorgung erneut in Betrieb genommen werden; hinzu kämen weitere räumliche "Anpassungen". (Angemerkt/Blickpunkt)
3 Kommentare
6
Peter Lustig aus Amberg in der Oberpfalz | 13.01.2016 | 08:43  
51
Markus Ritter aus Amberg in der Oberpfalz | 14.01.2016 | 23:10  
11
Volker Gebhard aus Amberg in der Oberpfalz | 15.01.2016 | 09:08  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.