Stadt Amberg schafft neue Notunterkunft und dezentrales Wohnen
Ex-Bundeswehrkrankenhaus bereit für erste Flüchtlinge

Bis zu zwölf Betten stehen in den einstigen Soldatenstuben. Im Vergleich zu sonstigen Notunterkünften in Turnhallen laut Zisler ein akzeptabler Zustand.
Politik
Amberg in der Oberpfalz
03.03.2016
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Emilia Müller kam nicht zum Ortstermin. Aber auch ohne die Teilnahme von Bayerns Sozialministerin haben sich die CSU-Fraktion und der -Ortsverband Sebastian gestern Abend die zwei Gebäude des alten Bundeswehrkrankenhauses angesehen, die bald als Flüchtlingsunterkünfte dienen sollen.

Dieses Thema hatte zuvor am Nachmittag auch in der Sitzung des Hauptausschusses auf der Tagesordnung gestanden. Kämmerer Franz Mertel gab im Rathaus bekannt, dass die Stadt mittlerweile den Auftrag für den Betrieb der Notunterkunft in einem der zwei Häuser - Gebäude 6, die einstige Sanitätsschule - vergeben hat.

Rotes Kreuz leitet Betrieb


Der BRK-Kreisverband Amberg-Sulzbach wurde dafür ausgewählt. Auch ein Catering-Unternehmen aus Franken ist gefunden und beauftragt. Es liefert täglich das Essen für die Menschen an, das dann in der Unterkunft verteilt wird. Laut Mertel muss die Stadt den Aufwand für den Betrieb - dazu zählen weitere Kosten, wie zum Beispiel für Sicherheitsdienst und Reinigung - zunächst selber tragen. Die Regierung erstattet diese Auslagen dann später zurück.

Dass sich die CSU-Stadtratsfraktion gemeinsam mit dem Ortsverband Sebastian gestern im Bundeswehrkrankenhaus (BWK) umsah, hatte nicht nur den Grund, dass Emilia Müller hier ursprünglich dabei sein wollte. Vielmehr passte die Ortsbesichtigung zum Auftakt des Politischen März, zu dem der Kreisverband Amberg-Stadt eineinhalb Stunden später ins Atrium der E-Mail-Fabrik eingeladen hatte. Die traditionelle Veranstaltungsreihe der Christsozialen mit zwölf Terminen in diesem Monat will sich heuer dem Hauptthema Flüchtlinge widmen.

Auch die offizielle Eröffnung stand unter diesem Aspekt, zumal Emilia Müller gebeten worden war, das Hauptreferat zu diesem Thema zu halten. Diesen Auftritt in Amberg nahm sie wahr; sie hatte es wegen anderer Verpflichtungen nur vorher nicht ins BWK geschafft. Dort betonte Fraktionschef Dieter Mußemann, dass "die Stadt Amberg tut, was sie kann, um Flüchtlinge unterzubringen und zu versorgen". Er sprach von "großem Engagement" und lobte vor allem Oberbürgermeister Michael Cerny, der sich dieser Aufgabe "aufgeschlossen und zielorientiert" stelle.

Platz für 280 Menschen


Auf insgesamt rund 3700 Quadratmetern können in den zwei Gebäuden 280 Menschen einziehen, 200 in der Notunterkunft, 80 im sogenannten dezentralen Wohnbereich. In Letzterem wird derzeit innen noch kräftig saniert und renoviert, während Haus 6 praktisch fertig ist. Dort werden nach der Abnahme am Dienstag vielleicht schon Ende nächster Woche die ersten Asylbewerber erwartet.

Bevor sie kommen, konnten sich die Christsozialen und einige Gäste die Räume anschauen. Das wird nach der Belegung wegen der strengen Schutz- und Sicherheitsvorschriften nicht mehr so leicht möglich sein. Deshalb nutzten rund 50 Leute diese Gelegenheit - eine große Resonanz, über die sich Mußemann, der OB und Birgit Wittmann, die Vorsitzende des Ortsverbands Sebastian, freuten. (Angemerkt)
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