Stadtrat diskutiert Vergabekriterien für neue Hochgarage
Mehr Platz beim Parken

Die Autos werden immer breiter, die Stellplätze in den Parkhäusern nicht. Bei der geplanten Hochgarage an der Marienstraße will der Stadtrat auf das gesetzlich vorgeschriebene Mindestmaß von 2,30 Metern noch einmal 20 Zentimeter drauflegen. Bild: Steinbacher
Politik
Amberg in der Oberpfalz
12.12.2015
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Kurz vor Weihnachten zurrt der Stadtrat sein Päckchen für die neue Hochgarage an der Marienstraße fest. Das Gesamtpaket enthält auch ein Geschenk an die Autofahrer: Die Stellplätze sollen breiter werden, als gesetzlich vorgeschrieben.

20 Zentimeter legt der Stadtrat auf die vom Gesetzgeber vorgegebenen 2,30 Meter rauf: Den Autofahrern, die ihr Gefährt einmal im neuen Parkdeck an der Marienstraße abstellen, sollen Lücken von zweieinhalb Metern zur Verfügung stellen. So sehen es die Mindeststandards für die Vergabe vor, die die Verwaltung ausgearbeitet hat.

Im Hauptausschuss gab es breite Zustimmung zu diesem Punkt. Definitiv festlegen will sich der Stadtrat allerdings erst Anfang Februar, wenn die Bewerber ihre Angebote abgegeben haben. Wie berichtet, sind Projektierung, Bau und Betrieb des geplanten Parkhauses mit 1200 Stellplätzen vor drei Wochen europaweit ausgeschrieben worden. "Es haben sich auch bereits erste Interessenten gemeldet", berichtete Rechtsreferent Dr. Bernhard Mitko. Er sprach von "fünf oder sechs" Unternehmen, die die Ausschreibungsunterlagen bei der Stadt angefordert haben.

Die potenziellen Investoren haben nun bis Montag, 18. Januar, Zeit, ihre Konzepte einzureichen. In seiner Februar-Sitzung will der Stadtrat dann über die Teilnehmer am Wettbewerb und die endgültigen Vergabekriterien entscheiden. Wird dieser Zeitplan eingehalten, könnte mit dem Bau noch 2016 begonnen werden. "Es kommt uns aber nicht darauf an, dass möglichst schnell der Spatenstich erfolgt", erklärte Mitko. "Wichtiger ist, dass die Fertigstellung so früh wie möglich erfolgt." Könnte also durchaus sein, dass 2017 erst die Bagger anrollen, die Arbeiten dann aber umso zügiger vonstatten gehen.

Mit den Mindeststandards legt der Stadtrat Eckpunkte fest, die Ausschlusskriterien sind. Als ausdrücklich verhandelbar gelten jedoch eine Reihe von Vergabekriterien - zum Beispiel das Gebührenmodell, die städtebauliche Gestaltung, die Frage, ob im Parkhaus eine öffentliche Toilette entsteht oder die Themen Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit. Hierbei, das machten einige Stadträte schon mal klar, werde es wohl bis zum Februar noch einiges an Redebedarf geben.

Eckpunkte für das neue ParkhausEine interne Projektgruppe der Stadtverwaltung hat dem Stadtrat eine Liste mit Eckpunkten für die Vergabe des geplanten Parkhauses an der Marienstraße vorgelegt. Die Mindeststandards wären demnach unverhandelbar, die Vergabekriterien könnten angepasst werden. Bei der Gesamtbewertung soll ein Punktesystem helfen. Die Gewichtung ist noch nicht erfolgt.

Mindeststandards

Schaffung und Bereitstellung von 1200 Stellplätzen für die Dauer des Vertrages.

Einhaltung der Vorgaben zu Ein- und Ausfahrten aus dem Verkehrsgutachten (insbesondere zur Rückstauvermeidung).

Einhalten der städtischen Lärmschutzvorgaben.

Übernahme oder Verlegung des bestehenden Regenrückhaltebeckens.

Stellplatzbreiten von mindestens 2,50 Metern.

Anschluss an die Parkleitsysteme der Stadt und des Klinikums.

Absprache mit dem Wasserwirtschaftsamt und dem Landesamt für Umwelt, um die frühere Bodensanierung nicht zu konterkarieren.

Vergabekriterien

Gebührenmodell: Normale Stellplätze möglichst nicht über den Preisen, die in der Altstadt gelten. Lösungen für Dauerparker ohne und mit reserviertem Parkplatz.

Zeitlicher Ablauf: Die Bauphase soll möglichst kurz sein.

Städtebauliche Gestaltung, Fassadenplanung.

Option, das bestehende Mariendeck durch weitere 400 Stellplätze zu ersetzen.

Inklusion: möglichst barrierearme Nutzungsmöglichkeiten.

Komfort: Noch größere Stellplatzbreiten als im Mindeststandard vorgegeben.

Größere Rückstausicherheit, als in den Mindeststandards genannt.

Nachhaltigkeit: Nutzung erneuerbarer Energien, Ladestation für Elektroautos.

Öffentliche Toilettenanlage.

Überzeugendes Konzept zur Dauer des Vertrages.

Forderungen des Investors an die Stadt. (upl)
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