Tag der offenen Moschee in Amberg
Wenn Offenheit verhallt

Ahmed Yüksel, Gemeindesekretär der Amberger Türkisch-Islamischen Gemeinde, und der Imam Salih Taskin (von rechts) suchten in der Moschee in der Fronfestgasse das Gespräch mit interessierten Besuchern, darunter auch Bürgermeisterin Brigitte Netta (Dritte von rechts). Bild: gf
Politik
Amberg in der Oberpfalz
06.10.2016
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Seit Jahren laden am 3. Oktober Moscheen Besucher ein, die sich selbst ein Bild von den dort heimischen religiösen Gepflogenheiten machen möchten. In der Fronfestgasse mit nur mäßigem Erfolg.

Zurückhaltend fiel das Interesse der Amberger beim Tag der offenen Moschee aus, zum dem die "Türkisch-Islamische Gemeinde zu Amberg" am Tag der Deutschen Einheit in ihr Gebetshaus in der Fronfestgasse eingeladen hatte. Gemeindesekretär Ahmed Yüksel betonte, dass die Türkisch-Islamische Gemeinde seit 30 Jahren in der Stadt tätig ist. In ihrer Moschee werde weder Hass gepredigt, noch zum Dschihad aufgerufen.

Auf fünf Säulen baue der Islam auf, betonte Yüksel, und an erster Stelle stehe "Schahäda", das Glaubensbekenntnis, mit dem der Muslim bekenne, dass es keine Gottheit außer Gott gebe, und dass Mohammed der Gesandte Gottes sei. Als zweite Säule gelte "Salät", das rituelle Gebet, das fünfmal am Tag verrichtet werden müsse und bei dem man sich nach Osten verbeuge. Das "Zakät", die Almosensteuer, verpflichte jeden gesunden, freien, erwachsenen Muslim, im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten Armen zu helfen.

30 Tage dauere "Saum", das Fasten, bei dem zwischen Sonnenauf- und -untergang keine Speisen und Getränke konsumiert werden dürfen, wobei es natürlich Ausnahmen für Kranke oder Menschen gebe, die schwere Arbeit verrichten. Höhepunkt im Leben eines jedem Muslim sei der "Haddsch", die Pilgerfahrt nach Mekka, meist verbunden mit einem siebenmaligen Umrunden der heiligen Kaaba. Für die Türkisch-Islamische Gemeinde distanzierte sich Yüksel ausdrücklich von radikalen Konvertiten und Strömungen, die mit ihren Hasspredigten dem wahren Islam nur Schaden zufügen würden. Das Gleiche gelte für den sogenannten "Islamischen Staat", der den Glauben an Mohammed nur als einen Vorwand für seine Gräueltaten vorschiebe.

Gezählt sind inzwischen allerdings die Tage der Moschee in der Fronfestgasse. Denn die Türkisch-Islamische Gemeinde zieht noch in diesem Jahr in neue Räume in der Drahthammerstraße.
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