Teile der Leopoldkaserne werden saniert
Flüchtlinge ins Offiziersheim

Schon bald sollen hier die Handwerker ein und aus gehen: Die Stadtbau lässt die beiden ehemaligen Offizierswohnblöcke der Leopoldkaserne an der Gerresheimer Straße sanieren. Bild: Hartl
Politik
Amberg in der Oberpfalz
13.07.2016
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Für einen Teil der Leopoldkaserne gibt es eine neue Verwendung: In die beiden Offiziersheime an der Gerresheimer Straße sollen schon bald Flüchtlinge einziehen. Die Stadtbau will die Gebäude zügig sanieren.

Mit dem Projekt schlägt die Stadt zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen gelingt es, einen Leerstand dauerhaft zu reaktivieren. Zum anderen schafft sie dringend benötigten Wohnraum. Darauf wies Baureferent Markus Kühne am Mittwoch bei einer Sitzung des Bauausschusses hin. Die Kosten der Sanierung sind auf rund 4,9 Millionen Euro veranschlagt.

90 Prozent Zuschuss


90 Prozent - also fast 4,5 Millionen Euro - davon übernimmt der Freistaat Bayern. Das Vorhaben wird über das Städtebauförderungsprogramm II ("Leerstand nutzen - Lebensraum schaffen") gefördert. Die Stadtbau GmbH ist Eigentümerin der Gebäude und Bauherrin. Am Mittwoch schickte sie den Zuwendungsantrag mit der Bitte zum vorzeitigen Maßnahmebeginn an die Regierung der Oberpfalz.

Bei den beiden Gebäuden handelt es sich um dreigeschossige ehemalige Offizierswohnblöcke der 1913/1914 errichteten Artilleriekaserne. Sie sind als Baudenkmal in die Denkmalliste eingetragen. Die Leopoldkaserne gilt aufgrund des noch vollständig erhaltenen, streng symmetrischen Komplexes mit Jugendstilfassade als einzigartig in Bayern. Stadtheimatpflegerin Beate Wolters zeigte sich am Mittwoch zufrieden mit der aktuellen Entwicklung. "Die ersten Planungen hatten das Schlimmste befürchten lassen", sagte sie. "Jetzt aber haben wir eine gute Lösung gefunden. Die Gebäude werden sehr schön instandgesetzt." Laut Wolters sei zunächst eine komplette Entkernung der Häuser vorgesehen gewesen. Diese Planungen seien aber wieder verworfen worden. Dran glauben müssen aber die Treppenhäuser. Sie sind inzwischen so marode, dass sie nicht mehr hergerichtet werden können. Auch die Deckenkonstruktion kann laut Baureferent Kühne nicht erhalten bleiben. Sie halte den aktuellen Anforderungen des Brand- und Schallschutzes sowie der Statik nicht stand. Nach der Sanierung sollen 27 Wohnungen mit 27 Autostellplätzen zur Verfügung stehen. Auch der Bau eines Kinderspielplatzes ist geplant. Die bestehende Umfassungsmauer soll erhalten bleiben. Allerdings will die Stadtbau den Stacheldraht entfernen lassen. Die Wohnungen erhalten auch Balkone. Deren genaue Gestaltung stimmen Bauherr und Bauamt gerade ab.
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