Tierschützer in Rage

Die Staatsanwaltschaft legt Berufung ein. Und auch die Tierschützer wollen die 3600-Euro-Geldstrafe für den Hundeprügler aus Amberg so nicht akzeptieren.

Sie schreien nach Unterschriftenlisten, nach strengerer Justiz, Hundehaltungsverbot oder der Polizei: Die Kommentare der Internet-Nutzer zur Berichterstattung in der Amberger Zeitung über den Prozess gegen den Tierquäler haben fast alle den gleichen Tenor. Sie fordern, dass der 54-jährige Amberger, der am vergangenen Donnerstag vor Gericht stand, nie wieder Hunde halten darf.

"Das Veterinäramt erwägt, nach Vorlage des Urteils weitere Schritte einzuleiten", sagte Leiter Dr. Werner Pilz am Mittwoch auf Nachfrage der AZ. Auch Sabine Falk, Vorsitzende des Tierschutzvereins, blieb bisher nicht untätig: "Der Tierschutzverein hat alles, was in seiner Macht steht, bereits ausgeschöpft."

Amtsgerichtsdirektor Ludwig Stich bestätigte unterdessen, dass die Staatsanwaltschaft bereits Berufung gegen das vor einer Woche gesprochene Urteil eingelegt habe. Das hat zur Folge, dass die Entscheidung von Amtsrichterin Jacqueline Sachse überprüft wird. Für die Tierschützer, darunter Ulrike Fieber und Hildegard Walch, die einen Leserbrief an die AZ schickten, bleibt weiter eine Frage offen: "Müssen die Hunde weiter leiden oder wird von den zuständigen Stellen etwas unternommen?"

Zumindest § 20 im Tierschutzgesetz lässt rein rechtlich die Möglichkeit: "Wird jemand wegen einer rechtswidrigen Tat verurteilt oder nur deshalb nicht verurteilt, weil seine Schuldunfähigkeit erwiesen oder nicht auszuschließen ist, so kann ihm das Gericht das Halten oder Betreuen von Tieren ... verbieten ."
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