Trotz zusätzlicher Parapluie-Fläche: Parkdruck rund ums BSZ kaum gelindert
Immer noch alles voll

Ein tägliches Bild in der Bozener Straße: Dicht an dicht stehen Autos. Wer als Anlieger seinen Parkplatz vor dem Schulbeginn im BSZ verlässt, hat erst am Nachmittag wieder eine Chance, einen Stellplatz in der Nähe seiner Wohnung zu finden. Bild: Hartl
Politik
Amberg in der Oberpfalz
10.11.2016
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Der neue provisorische Parkplatz auf dem Gelände des ehemaligen Café Parapluie in der Raigeringer Straße bietet zwar Raum für rund 100 Autos, aber das hat offensichtlich in den Straßen rund um das Berufliche Schulzentrum noch nicht zu einer Linderung des enormen Parkdrucks geführt. Jedenfalls sprach Anliegerin Christa Trojahn in der Bürgerversammlung von nach wie vor "unzumutbaren Verhältnissen" in der Bozener Straße.

Wer dort am Morgen mit dem Auto wegfahre, finde bei der Rückkehr mittags keinen Parkplatz mehr. Das sei auch eine erhebliche Wertminderung für die Eigentumswohnungen, meinte Christa Trojahn, denn wer wolle schon eine Immobilie, zu der es keinen Parkplatz gebe. Ihre in Antragsform gegossene Lösungsidee: auf dem Parapluie-Areal gleich ein Parkdeck errichten, das weit mehr Autos aufnehmen kann. Denn bisher hätten die BSZ-Schüler wenig davon, da viele Plätze durch Nutzer von der AOK oder dem Gregor-Mendel-Gymnasium belegt seien.

"Das Problem ist gelindert, aber sicherlich noch nicht gelöst", stimmte Baureferent Markus Kühne der Anliegerin zu. Ein Parkdeck sei aber eine Frage von Geld, der Lärmbelastung und von Verkehrsströmen. Wobei Letztere im Parapluie-Fall das größte Problem darstellten. Sprich: Die Straßen dort könnten den durch ein Parkdeck entstehenden zusätzlichen Verkehr kaum bewältigen. Ein Parkdeck für 100 weitere Stellplätze, da sei man schnell im Kostenbereich von einer Million Euro, ergänzte OB Michael Cerny zur finanziellen Seite. Dort müsse dann der Betreiber natürlich auch Gebühren verlangen, was die Schüler möglicherweise abschrecke und somit der Bozener Straße keine Entlastung bringe.

"Das eigentliche Problem ist, dass Sie keinen privaten Stellplatz haben, sondern einen öffentlichen", wandte sich Cerny an Trojahn. Deren Idee, die Parapluie-Fläche mit dem Etikett "nur für Schüler" zu versehen, hielt er für nicht umsetzbar. Wegen der investierten Steuermittel müsse das ein öffentlicher Parkplatz bleiben. Und wenn man in den Straßen rund ums BSZ Anwohnerparkplätze ausweist, wie in der Innenstadt? Dann müssten die Anwohner auch dafür zahlen, klärte Cerny auf. Rechtsreferent Dr. Bernhard Mitko ergänzte, bisher habe man Anwohnerparkplätze absichtlich nur in der Altstadt eingerichtet. Öffne man diese Regelung, käme wohl flächendeckend der Wunsch danach. Als Folge sah Cerny einen "reinen Verdrängungswettbewerb, der neue Probleme aufwirft".

Im Grunde bescheinigte der OB dem Trojahn-Antrag aber den richtigen Ansatz: "Das Problem lässt sich nur durch mehr Parkplätze lösen."
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Hans Weber aus Amberg in der Oberpfalz | 10.11.2016 | 20:21  
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