Was das Städtebauförderungsprogramm 2017 für Amberg bringt
Neues Gesicht für alte Häuser

Seit 2015 läuft die Sanierung des Henkerturms. Mitte 2017 soll sie fertig sein. Die Stadtbau möchte ihn dann als Ferienwohnung vermieten. Bild: wsb
Politik
Amberg in der Oberpfalz
29.11.2016
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100 000 Euro Mehrkosten für die Sanierung des Schießlstadls - diese Zahl treibt Markus Kühne keine Schweißperlen auf die Stirn. Bei einer neuen Gesamtsumme von 7,05 Millionen Euro habe man "für so ein großes Denkmal die Kosten gut im Griff", findet der Baureferent.

Kühne gab im Hauptausschuss Einblicke in mehrere Vorhaben, die im Städtebauförderungsprogramm 2017 stehen. Das Gremium hieß dabei einen städtischen Eigenanteil von insgesamt 734 000 Euro gut. Die förderfähigen Kosten liegen im Programmjahr 2017 bei 3,86 Millionen Euro

Im Schießlstadl, der Ende 2017 das Stadtarchiv aufnehmen soll, entstanden die zusätzlichen Ausgaben laut Kühne unter anderem durch erhebliche Schäden im Sandsteingefüge ("da gab es sehr desolate Bereiche"), versteckte Schadstoffe und einen Befall mit "Echtem Hausschwamm".

Wie beim Eh'häusl


Die Sanierung des Henkerturms (Batteriegasse 22) soll nach bisherigen Erkenntnissen im Budgetrahmen bleiben. Die förderfähigen Kosten betragen hier 250 000 Euro. Bereits fertig sind der Dachstuhl des Turms, die Fenster und die Arbeiten an der Holzkonstruktion des Wehrgangs. Wenn spätestens Mitte 2017 auch der Rest der sehr zeitintensiven Arbeiten abgeschlossen ist, soll das Gebäude von der Stadtbau als Gästehaus genutzt und vermietet werden, ähnlich wie das Eh'häusl.

Zur Sanierung des Stadttheaters läuft ein Architektenwettbewerb. Derzeit habe man aber einen "kleinen Stopp", bemerkte Kühne, weil sich Chancen ergeben hätten, dass die Stadt von der Brauerei Bruckmüller weitere Gebäudeteile erhalte.

"Es läuft sehr gut", berichtete Kühne zum Fassadenprogramm der Stadt, das pro Jahr mit einem Fördervolumen von 100 000 Euro ausgestattet ist. Pro Anwesen ist ein Zuschuss von maximal 25 000 Euro möglich. 2014 ging hier nur eine Maßnahme an den Start, 2015 dann zwei. Heuer waren es acht, für 2017 sind fünf angemeldet. "Bei den Menschen kommt das Fassadenprogramm supergut an", ergänzte SPD-Fraktionsvorsitzende Birgit Fruth. "Es ist aber immer noch zu wenig bekannt."

Als "sehr gute Geschichte" wertete Kühne die Sanierung der beiden ehemaligen Offizierswohnblöcke der Leopoldkaserne. Die hohe Förderung von 90 Prozent durch die Regierung der Oberpfalz gebe es unter der Voraussetzung, dass die Wohnungen sieben Jahre lang für anerkannte Flüchtlinge zur Verfügung gestellt werden. Von den Gesamtkosten für beide Wohnblöcke - 4,9 Millionen Euro - übernehme die Stadtbau Amberg GmbH einen Eigenanteil von 676 000 Euro. Für die Stadt bleiben dann noch 422 500 Euro. Diese Maßnahme läuft im Programm Soziale Stadt, für das jetzt auch die Aufnahme des Milchhofviertels beantragt werden soll.

"Keine Taten"


Beim Programm Städtebaulicher Denkmalschutz ging Markus Kühne noch einmal auf das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) für Amberg ein. Ein wichtiger Schwerpunkt sei hier erst mal die Gegend um Schlachthausstraße und Regensburger Straße. Kühne gefiel an dem Vorhaben, dass man kein statisches Einmalkonzept habe, sondern eines, das fortgeschrieben werde.

"Viele Worte, aber keine Taten", beschrieb Dieter Amann (SPD) seinen Eindruck von den bisherigen Anstrengungen zur Stadtmauer. Für deren Sanierung werde man in wenigen Tagen mehrere Millionen Euro bei einem entsprechenden Programm beantragen, erläuterte Kühne. Und OB Michael Cerny verwies auf die Arbeitsgruppe der Verwaltung zur Stadtmauer, auch wenn die zuletzt möglicherweise etwas stark auf das Förderprogramm ausgerichtet gewesen sei. Bisher seien die bauliche Sanierung und das Auslichten im Vordergrund gestanden. Als Nächstes müsse man sich um die Beleuchtung kümmern. "Das alles kann man aber nur auf längere Sicht und Schritt für Schritt umsetzen."
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