Was wird aus dem interkommunalen Gewerbegebiet?
"Dauert noch Jahre"

Im Hintergrund das Kirchlein Maria Schnee, davor die B 299. Westlich davon soll das interkommunale Gewerbegebiet beginnen. Erschlossen werden soll es laut OB Michael Cerny über die Kreisstraße AS 4 Richtung Weiherzant und nicht, wie ursprünglich geplant, über den Amberger Stadtteil Lengenloh. Bilder: Hartl (3)
Politik
Amberg in der Oberpfalz
06.05.2016
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Ursensollens Bürgermeister Franz Mädler

Grammer verlegt ab 2019 seinen Hauptsitz nach Ursensollen. Der Stadt fehlen dann nicht nur Gewerbesteuer-Einnahmen, sondern auch 500 bis 700 Jobs. Gäbe es das vor sieben Jahren beschlossene interkommunale Gewerbegebiet bereits, würde Amberg vielleicht nicht leer ausgehen. Apropos: Was ist aus dem Vorhaben geworden?

Der Ursensollener Bürgermeister Franz Mädler (Freie Wähler) findet deutliche Worte: "Ich hatte in der Zeit vor Cerny nicht den Eindruck, dass es priorisiert war."

Erste Resultate


Heißt im Klartext: Unter der Regie von Alt-OB Wolfgang Dandorfer verging ein Jahr nach dem anderen - ohne Ergebnisse. Sein seit Mai 2014 amtierender Nachfolger Michael Cerny (CSU) hat das geändert: "Direkt nach der Wahl haben wir Gespräche aufgenommen." Die ersten Resultate ließen nicht lange auf sich warten. Amberg und Ursensollen haben den Zuschnitt des Areals zwischen Fuchsstein, Atzlricht, Ullersberg und Weiherzant geändert. Wie Cerny und Mädler übereinstimmend auf Nachfrage mitteilen, sind aus 50 mittlerweile 110 Hektar geworden - aber nicht zum Nachteil der Anwohner. "Wir sind etwas von Atzlricht weggerückt und haben es in Richtung Ursensollen geschoben", sagt Cerny.

Rücksicht auf Anlieger


Kollege Mädler nahm ebenfalls Rücksicht auf die Wohnbebauung und vergrößerte den Abstand zur Ortschaft Weiherzant. Danach war laut Cerny schnell klar, dass trotz des Beschlusses und der Annäherung an den Nachbarn noch relativ viel Optimierungsbedarf besteht. Zum Beispiel bei der Aufteilung der Gewerbesteuer-Einnahmen, in erster Linie aber bei der Finanzierungsvereinbarung und der Wahl der Rechtsform. "Wir brauchen da jemanden, der das schon mal gemacht hat", räumt Ambergs Oberbürgermeister ein, Mädler sieht's nicht anders: "Es ist alles wesentlich komplexer, als sich das ein Nicht-Jurist vorstellt."

Da es beiden Seiten um eine Reduzierung des jeweiligen finanziellen Risikos ging, wurde eine Nürnberger Anwaltskanzlei eingeschaltet, die alle möglichen Varianten durchgearbeitet hat. Cerny kann noch keinen Vollzug melden, sagt aber: "Wir sind auf einem guten Weg." Das Ziel ist deswegen aber noch lange nicht in Sicht: "Vertragliche Feinheiten dauern immer." Auch Mädler wird deswegen nicht ungeduldig: "Es ist sieben Jahre nichts passiert. Da brauchen wir jetzt auch nichts übers Knie zu brechen."

Zeitlich lasse sich die Umsetzung des interkommunalen Gewerbegebiets ohnehin nicht fassen. "Wir können planen, was wir wollen. Die Frage ist doch die: Kommen wir an die Grundstücke?", gibt Cerny zu bedenken, der weiß, dass sich auf Amberger Seite viel Fläche in Stadt-Besitz befindet. Auf der anderen Seite der Gemeindegrenze sei das nicht so einfach. Dort haben noch Landwirte die Hand drauf. Doch es gibt bereits Verhandlungen. Laut Mädler komplett von der Stadt geführt: "Da kommen wir mit unserer Fünf-Mann-Verwaltung gar nicht dazu. Das machen die Amberger für unser Gebiet mit. Dass ich das aber begleite, ist klar."

Zeitlich völlig offen


Cerny bringt den Status quo aus seiner Sicht auf den Punkt: "Ob's tatsächlich funktioniert, hängt von den Grundstücken ab." Eine zeitliche Prognose vermag auch Franz Mädler zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu treffen, wenngleich er sagt: "Das wird noch Jahre dauern."
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