Wasser darf nicht länger als drei Tage stehen
Regelmäßig auf Legionellen untersuchen


Sie sind unsichtbar und gefährlich: Legionellen. Die Bakterien sitzen in den Wasserleitungen und

verursachen Fieber oder sogar Lungenentzündungen. Die Trinkwasserverordnung schreibt deshalb

eine regelmäßige

Untersuchungspflicht vor. Sie gilt natürlich auch für städtische Gebäude wie beispielsweise Schulen oder Pflegeheime.

"Da sind wir doch froh, dass wir trotzdem aufgewachsen sind", merkte OB Michael Cerny am Ende eines Vortrags zur Trinkwasserhygiene an. Klimatechniker Harald Köhler referierte am Mittwoch im Bauausschuss über die Umsetzung der Verordnung. Er erklärte die Notwendigkeit der Probenentnahmen und zeigte Bilder von Schleimschichten auf Wasserfiltern.

Instandhaltung im Haus


Was er zur Häufigkeit von Legionellen in unserem Trinkwasser sagte, klang beunruhigend: Ein Viertel aller Wasserleitungssysteme im Land seien von Legionellen befallen, zehn Prozent in gesundheitsgefährdender Konzentration. "In Amberg sind die Stadtwerke das ganze Jahr über beschäftigt, das Wasser sauber und gut zu halten", sagte Köhler. Allerdings höre beim Hauswasserzähler die Instandhaltung leider oft auf. Eine regelmäßige Inspektion sei mittlerweile sogar Pflicht. 2011 wurde mit den Untersuchungen begonnen. Die Experten erkannten, dass beispielsweise die Nichtnutzung einer Zapfstelle von mehr als 72 Stunden das Wachstum der Legionellen fördere. Köhler informierte die Mitglieder des Bauausschusses, dass es eben nicht reiche, das Wasser, das aus der Leitung kommt, untersuchen zu lassen. "Für Probenentnahmen gibt es ein festes Reglement." Das Wasser müsse an verschiedenen Stellen im Zirkulationskreis untersucht werden.

Nie länger als drei Tage


Unverständnis herrschte darüber, warum beispielsweise zwei Meter vor dem Zapfhahn das Wasser untersucht werden muss. Köhler erklärte, dass dies nur der Fall sei, wenn ein Verbrühschutz eingebaut wurde. OB Michael Cerny betonte, dass die Stadt natürlich die rechtlichen Vorgaben einhalten will, aber: "Wer soll das in einem Riesengebäude-Bestand, der teilweise über 100 Jahre alt ist, umsetzen?" Der Klimatechniker sagte, dass es zunächst wichtig sei, den Pflichten näher zu kommen. "Machen sie den Hausmeistern klar, dass das Wasser nie länger als drei Tage in der Leitung stehen darf. "Mit einem Schreiben an die betreffenden Personen ist man schon einer gewissen Fahrlässigkeit entgangen." Eine vollständiger Austausch sei dann erfolgt, wenn das Wasser eine Temperaturkonstanz erreicht habe.
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