Wenig Interesse bei den Studierenden der OTH Amberg-Weiden und rechtliche Hürden –- Thema im Verkehrsausschuss
Semesterticket eine schwere Geburt

(Foto: uax)
Politik
Amberg in der Oberpfalz
16.11.2016
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Das Thema ist schon seit März 2009 immer wieder behandelt worden - allein, eine zufriedenstellende, umfassende Lösung ist bis heute nicht erreicht: Es geht um Semestertickets für Studenten der OTH Amberg-Weiden.

Und zwar um die Semestertickets, die sowohl in den Bereich des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg (VGN) als auch in den Regensburger Verkehrsverbund (RVV) hineinreichen sollen. Das Problem besteht darin, dass die Studierenden, egal wo, für den Dauerfahrschein möglichst wenig bis gar nichts berappen wollen, der Gesetzgeber aber für die Maximalvariante, sprich Gratislösung, nicht zu haben ist.

Komplexe Thematik


Dies verdeutlichte in der Sitzung des städtischen Verkehrsausschusses der Geschäftsleiter des Zweckverbandes Nahverkehr Amberg-Sulzbach (ZNAS), Hans-Jürgen Haas, nachdem Stadtrat Dr. Klaus Ebenburger (Grüne) in der Juli-Sitzung um nähere Informationen zu diesem Thema gebeten hatte. Nach dem Vortrag von Haas war nicht nur Ebenburger, sondern auch Bürgermeister Martin Preuß (CSU) erstaunt, wie komplex diese gesamte Thematik sich gestaltet. So sagte Preuß: "Ich bin wirklich überrascht, wie viele Aktionen es da schon gegeben hat."

Wie Haas detailliert darlegte, sei aber seitens der Studierenden in der Vergangenheit kein großes Interesse festzustellen gewesen. Dies liege nicht zuletzt daran, dass viele von ihnen aus der Region stammen und mit eigenen Fahrzeugen mobil sind. Eine rabattierte Zeitkarte koste beispielsweise für das Amberger Stadtgebiet 30,50 Euro: "Das wird kaum genutzt", verdeutlichte Haas. Die Zahl der verkauften Tickets liege derzeit unter 30.

Konfliktbehaftet, so der Geschäftsleiter weiter, sei das in Regensburg angewandte und umstrittene Modell auf reiner Solidarbasis. Hier müssten alle Studenten in einen Topf einzahlen, auch solche, die den Öffentlichen Personennahverkehr nicht nutzen: "Und das hat in der Vergangenheit für viel Ärger gesorgt."

Basiskarte für 70 Euro


Für die Nürnberger Hochschulen gebe es - angelehnt an München - seit 2015 eine Mischform aus Eigenleistung und Bezuschussung, die im Grunde zwei Möglichkeiten beinhaltet: So kostet eine zeitlich befristet geltende Basiskarte 70 Euro (montags bis freitags jeweils 19 bis 6 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen) für ein Semester. Dieser Preis wird automatisch mit dem Beitrag zum Studentenwerk abgebucht. Sie ist im gesamten Verbundgebiet gültig. Wer dazu noch eine Zusatzkarte für 199 Euro löst, der kann den ÖPNV im gesamten VGN-Bereich rund um die Uhr nutzen.

Um solche Tarife aushandeln zu können, bedürfe es aber eines gewissen Zuspruchs seitens der Studenten, unterstrich Haas. Nach inzwischen mehreren Anläufen werde in diesen Tagen ein weiterer gestartet. Das für die Studienorte Amberg und Weiden zuständige Studentenwerk Oberfranken werde eine neuerliche Erhebung auf den Weg bringen, um die aktuelle Resonanz zu erforschen.

Zugunsten des ÖPNV


Dies sei ganz in seinem Sinne, fügte Stadtrat Ebenburger hinzu, dem, wie wohl auch dem gesamten Gremium, daran gelegen wäre, den Individualverkehr zugunsten des ÖPNV zurückzudrängen.
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