Wer wird in Amberg Bildungskoordinator für Neuzugewanderte?
Die Entscheidung fällt zwischen acht Frauen

Politik
Amberg in der Oberpfalz
31.08.2016
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Der Zeitplan war angesichts der Urlaubszeit doch etwas zu ehrgeizig: Der Bildungskoordinator für Neuzugewanderte nimmt in Amberg nicht bereits am 1. September seine Tätigkeit auf, wie ursprünglich geplant, sondern mit Verzögerung.

Die Stadt hat aus den 30 Bewerbungen, die zum 16. August vorlagen, acht Kandidaten für die Vorstellungsgespräche ausgesucht, die kommende Woche stattfinden.

Bund zahlt fast alles


Mit der Einstellung dieses Koordinators nutzt die Stadt ein Programm des Bundesbildungsministeriums, das solche Stellen zwei Jahre lang zu 100 Prozent fördert. "Personal- und Reisekosten zahlt der Bund, die Büroausstattung und ähnliches übernimmt die Stadt", erläuterte dazu auf AZ-Nachfrage Thomas Boss, der Leiter der Volkshochschule, unter deren Dach und Zuständigkeit der neue Bildungskoordinator angesiedelt ist. Die VHS hat mit Deutsch-Kursen für Flüchtlinge bereits Erfahrungen gesammelt, "und die Sprache bleibt der Schlüssel für ihre Bildung", sagt Boss. Die Aufgabe des Koordinators ist es, innerhalb wie außerhalb der Stadtverwaltung als zentraler Ansprechpartner zu fungieren und die existierenden Strukturen praxistauglich zu vernetzen. Auch "neue Konzepte und Modelle zur Bildung einer lückenlosen Bildungslandschaft für Neuzugewanderte" sind in der Ausschreibung gefordert, ebenso der Aufbau eines "kommunalen Bildungspasses".

"Steuern und lenken"


Angesichts des oft schwer überschaubaren Angebots bei der Bildung für Flüchtlinge soll der Koordinator für klare Wege im Bildungsdschungel sorgen, die etwa eine Doppelbeschulung verhindern. Also im Netzwerk den Überblick behalten und "steuern und lenken", wie es Boss ausdrückt. "Das ist seine Hauptaufgabe."

Zwei Sachen sind über den Bildungskoordinator bereits bekannt: Er wird ein abgeschlossenes Studium haben ("bevorzugt aus den Bereichen Sozial-, Politik- und Erziehungswissenschaften", wie es in der Stellenausschreibung heißt) und er wird eine Frau sein - denn in die Vorstellungsgespräche haben es nur weibliche Bewerber geschafft. Wann die Stelle tatsächlich besetzt wird, ist noch unklar, "aber wenn es nach uns geht, sobald wie möglich", sagt Boss. Bis dahin wirkt die Koordinierungsstelle für Flüchtlinge und Asyl kommissarisch als Bildungskoordinator.
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