Wundernetz-Gruppe besucht Schilderfabrik Moedel
Wenn die Welt ertastet werden muss

Gehandicapte Menschen, etwa mit einer Sehbehinderung, soll ein weitgehend selbstständiges Alltagsleben ermöglicht werden. Auch das ist ein Grundgedanke der Förderung der Inklusion. Taktile Bodenleitsysteme, wie sie die Firma Moedel im Programm hat, können beispielsweise den Weg durch öffentliche Behörden weisen. Bild: hfz

Das Bundesteilhabegesetz definiert barrierefreie Zugänge im öffentlichen Raum als eine unabdingbare Voraussetzung für die Selbstständigkeit von gehandicapten Menschen. Aber wie finden Personen beispielsweise mit erheblichen Seheinschränkungen ihren Weg durch eine Stadt oder eine Behörde?

Mitglieder der Inklusions-Gruppe Wundernetz haben sich deshalb aufgemacht, um Antworten zu bekommen. Fündig wurden sie bei der im Industriegebiet-Nord ansässigen Schilderfabrikation Moedel. Als Einstimmung für eine Betriebsführung gab es erst einmal Brillen, die die Sicht erheblich einschränkten. So, das geht aus einer Pressemitteilung hervor, wird erfahrbar, welches Gespür nötig ist, um die Außenwelt ertastbar zu machen. Auf Fußgängerwegen beispielsweise fallen immer häufiger oft farblich abgesetzte Leitstreifen und Noppenfelder auf, die Richtungen vorgeben oder Gefahrenstellen markieren. Eine so veränderte Bodenstruktur wird von sehbehinderten Menschen mit einem Langstock oder den Füßen wahrgenommen. Neben solchen Bodenindikatoren werden speziell in öffentlichen Gebäuden auch taktile Lagepläne benötigt. Sie markieren Stockwerke, Gänge und Türbeschilderungen, um so den richtigen Weg zu weisen.

Die Firma Moedel hat neben der Fabrikation herkömmlicher Beschilderungen einen Spezialbereich mit Lösungen für barrierefreie Ausstattung von Gebäuden aufgebaut. Bespiele dafür konnte die Wundernetz-Gruppe bei ihrer Betriebsführung anschauen und ertasten. Moedel hat 40 Mitarbeiter, darunter auch einige mit Behinderungen, was angesichts des erweiterten Portfolios ein wertvolles Betriebskapital darstellt.
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