Zahl der Wohnungseinbrüche im Jahr 2014 im Kreis Amberg-Sulzbach drastisch gestiegen
Düsterer Rekord

Winterzeit ist Einbrecherzeit: Die frühe Dämmerung macht es den ungebetenen Gästen besonders leicht. Die Polizei warnt vor einer neuen Welle von Einbrüchen. Sie verstärkt in den kommenden Tagen und Wochen ihre Präventionsarbeit. Archivbild: dpa

Das Jahr 2014 steuert auf einen traurigen Höchstwert zu. Die Zahl der Wohnungseinbrüche nimmt überhand. Die Polizei geht davon aus, dass in den nächsten Wochen eine neue Welle über Stadt und Landkreis hereinbricht.

Die bisherige Jahresbilanz ist trüb und wird sich wohl noch mehr verdüstern: Zwischen Januar und September gab es in der Stadt Amberg und im Landkreis Amberg-Sulzbach bereits 150 Wohnungseinbrüche. "Das ist etwa doppelt so viel, wie im Vorjahreszeitraum", sagt Polizeisprecher Peter Krämer. Das Problem betrifft offenbar nicht nur die Region. Deutschlandweit sei in diesem Jahr ein massiver Anstieg der Fallzahlen zu beobachten. "Wir vermuten, dass da eine wie auch immer organisierte Aktion dahintersteckt", erklärt Krämer.

Vorsicht vor Bettlern

Anhaltspunkte dafür liefert eine Flut von Meldungen über "verdächtige Wahrnehmungen" aus den Siedlungen der Städte und Gemeinden. "Wir haben die Bevölkerung ja gebeten, Bescheid zu geben, wenn sich in Wohngegenden Leute herumtreiben, die sich da nicht hingehören. Das ist unsere einzige Möglichkeit, bereits im Vorfeld aktiv zu werden." Zu diesen Personenkreisen zählen laut Krämer möglicherweise die Bettler, die von Haus zu Haus gehen. "Vor zwei Jahren ist das bei uns losgegangen." "Anfangs hielten die den Leuten immer irgendein Papier unter die Nase, auf dem stand, dass ihr Zuhause von einer Naturkatastrophe heimgesucht worden sei." Diese Zettel gibt es inzwischen nicht mehr. Die Polizei habe in vielen Fällen erfolgreich wegen Urkundenfälschung und versuchten Betrugs ermittelt. "Jetzt kommen diese Leute halt ohne Bettelkarte." Sinn und Zweck des Haustürgesprächs sei wohl einzig und allein, die Wohnung und das Anwesen auszukundschaften. Gibt es eine Alarmanlage? Sind die Fenster gekippt? Wohnt hier jemand Alleinstehender? Ist in dem Haus was zu holen? Das seien die Fragen, die die fremden Besucher interessierten. Mit der Winterzeit hat die Hochsaison der Einbrecher begonnen. "Die frühe Dämmerung kommt ihnen entgegen. Sie sehen auf den ersten Blick, ob jemand zu Hause ist oder nicht." Krämer appelliert eindringlich an alle Wohnungsbesitzer, es potenziellen Eindringlingen so schwer wie möglich zu machen. Sein Kollege Wolfgang Sennfelder berät jeden, der Interesse hat - gerne auch bei einem Haustermin darüber, wie er sich schützen kann. Erst gestern Abend referierte der Kommissar im Gasthaus Reif in Ursensollen über das Thema.

Keine Attrappen

"Lassen Sie Fenster und Türen nie gekippt!", rät er. "Sperren Sie die Haustür immer zu!" Die Einbrecher kämen zu allen Tages- und Nachtzeiten. "Sie wägen bei jedem Objekt ab. Nicht nur, ob es sich lohnt, einzusteigen, sondern auch, wie groß die Gefahr ist, entdeckt zu werden." Im Fachhandel gebe es eine ganze Palette von "einbruchhemmenden Produkten". Allerdings warnt Sennfelder vor Sparangeboten oder Attrappen. "Das wäre schade fürs Geld. Die Einbrecher sind Fachleute auf diesem Gebiet. Die erkennen das sofort."

Um auf die Gefahren hinzuweisen und die Menschen zu sensibilisieren, sind am Montag, 3. November, wieder Nachwuchskräfte der Bereitschaftspolizei unterwegs. Diesmal klingeln sie an den Haustüren im Eisberg-Viertel und in der Oberen Hockermühle.
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