Zwei Abgeordnete buhlen um Delegierten-Stimmen
Showdown bei der CSU

Barbara Lanzinger und Alois Karl kandidieren für das Bundestags-Direktmandat. Bilder: Hartl (2)
Politik
Amberg in der Oberpfalz
15.11.2016
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Barbara Lanzinger und Alois Karl. Sie sitzen beide für die CSU im Bundestag. Und sie buhlen beide um das Direktmandat für 2017, wollen beide in das höchste Verfassungsorgan der BRD. Nominiert werden kann am Donnerstag aber nur einer.

Bis dahin sind es noch zwei Tage. Für Barbara Lanzinger nichts Außergewöhnliches und kein Grund zu grübeln. "Als Politiker wird man gewählt - oder etwa nicht", sagt die CSU-Abgeordnete. Sie kenne das, von Stadtratswahlen genauso wie aus dem Parteivorstand. "Ich freue mich und stelle mich gerne der Wahl und damit auch der Verantwortung", sagt sie. Die Chancen stünden 50 : 50. "Schauen wir mal, was wird", meint sie mit Blick auf den Donnerstagabend.

Die Nominierungsversammlung beginnt um 19.30 Uhr im Gasthaus Forsthof in Kastl. 160 Parteimitglieder aus den Kreisverbänden Amberg, Amberg-Sulzbach und Neumarkt werden dann darüber entscheiden, wer Direktkandidat für die Bundestagswahl 2017 wird. Dass sie und Alois Karl um das Mandat buhlen, ist für Barbara Lanzinger kein Anlass zur Aufregung. Mit einer gewissen Gelassenheit sieht sie dem Abend entgegen. "Ich habe keine Schlafprobleme, ich bin fröhlich, bin die Barbara Lanzinger, die ich immer bin."

Sehr zuversichtlich zeigt sich Alois Karl aus Neumarkt. "Ich bin guten Mutes", erklärt er im Hinblick auf den Donnerstag. Genauso wenig wie seiner Konkurrentin bereitet ihm die Nominierungsversammlung Schlafprobleme im Vorfeld. "Ich schlafe gut und bin sehr optimistisch." Alois Karl geht nach eigenen Angaben davon aus, dass er gewählt und mit dem Auftrag ausgestattet wird, als Direktkandidat für die CSU im hiesigen Bundeswahlkreis anzutreten. "Ich gehe davon aus, dass das alles gut funktioniert", zeigt er sich siegessicher. Und sollte es dennoch nicht klappen? "Ich denke, wenn man antritt und gut vorbereitet ist, dann braucht es keinen Plan B", sagt Alois Karl. Diesen gibt es auch bei Barbara Lanzinger nicht: "Erst mal muss man Plan A laufen lassen." (Angemerkt)

Mögliches Patt160 Delegierte aus Amberg, Amberg-Sulzbach und Neumarkt werden am Donnerstagabend den CSU-Kandidaten für das Bundestagsdirektmandat küren. Zur Wahl stellen sich Barbara Lanzinger (Amberg) und Alois Karl (Neumarkt). Theoretisch möglich ist eine Patt-Situation im ersten Wahlgang: wenn beide jeweils 80 Delegiertenstimmen auf sich vereinen. "Dann wird nochmals gewählt", erklärt Barbara Gerl (Bürgerbüro Lanzinger) das in der Geschäftsordnung festgelegte Prozedere. Einmal gab es bereits so eine Situation: 2001 bei der Kür des Landratskandidaten. Im zweiten Wahlgang setzte sich dann Dr. Harald Schwartz gegen Hermann Fellner durch - mit drei Stimmen Vorsprung.

Würde am Donnerstagabend ein zweiter Wahlgang erforderlich und würde dieser erneut ein Patt ergeben, entscheidet das Los über den CSU-Direktkandidaten für die Bundestagswahl. (san)
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