Alexander Bugera im zehnten Jahr beim FCK
Leiser Lauterer

Der "Rote Teufel" aus Amberg: Alexander Bugera, U17-Trainer des 1. FC Kaiserslautern, ist mit dem FCK und der Pfalz eng verbunden. Bild: FCK
Sport
Amberg in der Oberpfalz
11.10.2016
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Alexander Bugera ist mittlerweile im zehnten Jahr beim 1. FC Kaiserslautern. Seit dem Ende seiner Profilaufbahn steht der Amberger als Coach der FCK-Junioren an der Seitenlinie. Erst U13, jetzt U17. Seine Trainerkarriere plant er durchdacht und ohne große Worte.

Kaiserslautern. Nein, Trainer des FC Amberg wird Alexander Bugera wohl einmal nicht werden. Der Ex-Fußballprofi, der seit seinem Karriereende im Mai 2015 als Jugendtrainer beim 1. FC Kaiserslautern arbeitet, kann sich ein Engagement bei seinem Jugendverein momentan nicht vorstellen, wie er sagt. Aber grundsätzlich ausschließen kann es der gebürtige Amberger auch nicht: "Das ist schwer zu sagen, man weiß nie was kommt. Gerade im Fußball geht's extrem schnell."

Neue Heimat


In die Oberpfälzer Heimat zieht es Bugera, der in knapp 300 Erstliga- und Zweitligaspielen für den FC Bayern, den MSV Duisburg und den 1. FC Kaiserslautern auf dem Rasen stand, ohnehin nicht mehr dauerhaft. Der 38-Jährige hat in Kaiserslautern eine neue Heimat gefunden, mittlerweile geht er in sein zehntes Jahr am Betzenberg, wo er sich mit seiner Familie vor drei Jahren ganz in der Nähe ein Haus gekauft hat. "Wir fühlen uns hier absolut wohl", sagt Bugera. Auch seiner Tochter gefällt es - sie geht dort aufs Sportgymnasium und spielt Tennis. Die Stadt sei für ein Kind "super zum Aufwachsen", sagt Bugera. "Kaiserslautern ist nur doppelt so groß wie Amberg, da kennt man jeden Verkäufer. Das ist ein schönes Städtchen", schwärmt der ehemalige Linksverteidiger.

Bugera gibt aber auch zu, dass der Einstieg nicht leicht gewesen sei: "Das erste Jahr war schwer, weil die Leute in der Pfalz nicht jeden reinlassen - das war im Ruhrpott anders, offener." Aber: "Wenn sie dich ins Herz geschlossen haben, dann lieben sie dich." Bugera glaubt, dass dabei seine Art, Fußball zu spielen, geholfen habe: "Ich habe immer gerackert, gekämpft, alles gegeben. Da haben die Leute gemerkt: Der ist mit dem Herz dabei. Dann wird man auch als Mensch anerkannt."

Der Kontakt nach Amberg sei nie abgebrochen, sagt Alexander Bugera. Im Gegenteil: "Der ist noch sehr eng. Alle sechs bis acht Wochen besuche ich die alten Freunde oder die mich." Wenn er in Amberg ist, dann gehe er auch mal aufs Altstadt- oder aufs Bergfest. Demnächst ist er als Gastgeber gefragt: "Wir sind gerade am planen. Die Jungs sollen mal wieder nach Lautern kommen."

Seit März 2016 trainiert der Oberpfälzer die U17-Bundesligajunioren des 1. FC Kaiserslautern, zuvor war er für die U13 verantwortlich. In der aktuellen Saison steht sein Team mit elf Punkten aus sieben Spielen auf dem sechsten Rang in der B-Junioren-Bundesliga Süd/Südwest. Ein paar Punkte hätten es aber mehr sein müssen, kritisiert der Trainer. Aber er kennt die Gründe: "Das ist halt so in der Jugend, da gibt's Höhen und gleich wieder Tiefen."

Trainer und Psychologe


Bugera weiß, wovon er spricht. Während der täglichen Arbeit mit den jungen Talenten muss er oft an seine eigene Jugendzeit beim FC Bayern denken. Die Erfahrung hilft ihm. Der Amberger erklärt: "Ich kann einschätzen, was alles auf sie einprasselt: Pubertät, Freunde, Freundinnen." Da sei er nicht nur als Trainer gefragt, sondern auch in psychologischen Dingen.

Über seinen Einstieg als U13-Trainer ist Alexander Bugera froh: "Man muss kleine Sprünge machen." Deswegen drängt es ihn noch nicht in den Herrenbereich, der "mit Sicherheit mal Ziel" ist. Aber er möchte nichts überstürzen. "Man darf sich nicht zu schnell verbrennen", warnt Bugera. "Ich sehe mich noch in der Ausbildung", sagt der Ex-Profi. "Das dauert so lange, bis ich merke: Jetzt bin ich reif." Bugera gibt zu: "So weit bin ich noch nicht." Sein nächstes Ziel sei der Fußball-Lehrer im kommenden Jahr. Denn der Trainerjob hat es ihm angetan, nichts anderes möchte er mehr machen. "Ich habe herausgefunden, dass das genau mein Ding ist", sagt der Amberger.

Bugera ist stolz auf seinen Weg beim FCK: Erst Profi in der Bundesliga, dann Führungsspieler in der U23, jetzt Jugendtrainer. "Das gab's, glaub ich, sehr lange nicht mehr im Verein." Bleibt eigentlich nur noch das Traineramt beim Pfälzer Traditionsclub. Darüber möchte Bugera aber nicht spekulieren: "Was in der Zukunft ist, kann ich nicht sagen. Im Fußballgeschäft weiß man ja nicht mal, wo man in einem halben Jahr ist." Für Alexander Bugera gilt jedoch: Höchstwahrscheinlich nicht beim FC Amberg, sondern in Kaiserslautern.

Die Leute haben gemerkt: Der ist mit dem Herz dabei. Dann wird man auch als Mensch anerkannt.Alexander Bugera


Ich habe herausgefunden, dass das genau mein Ding ist.Alexander Bugera
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