Andrej Merzliakov zeigt in zwei internationalen Wettbewerben seine Klasse
Olympia-Frust weggeboxt

Erfolgreiche Wochen für Andrej Merzliakov (rot): Beim Nationencup in Wien holte er Gold, beim Ländervergleich in Straubing half er seiner Auswahl zum Sieg. Archivbild: hfz
Sport
Amberg in der Oberpfalz
09.09.2016
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Andrej Merzliakov vom BC Amberg hätte sich für Olympia in Rio qualifiziert, bekam aber von den ukrainischen Behörden keine Freigabe. In zwei internationalen Wettbewerben zeigte der 20-Jährige jetzt, dass er ein würdiger Teilnehmer gewesen wäre.

Andrej Merzliakov vom BC Amberg kehrte vom international hochkarätig besetzten Nationencup erfolgreich aus Wien zurück. Fast alle Teilnehmer waren bereits bei Europa-, Weltmeisterschaften oder Olympia. Und mittendrin der 20-jährige Amberger, der auf Kämpfer aus acht Nationen traf.

Im Halbfinale durfte sich der verhinderte Olympiateilnehmer mit dem ungarischen Meister Oroyovwe Onoriode Isaac messen. Der BCler war dem Ungarn in allen Belangen überlegen und siegte eindeutig mit 3:0 Punkten. Im Finalkampf boxte er gegen den gebürtigen Armenier Howig Grigorjan, der aber für Österreich an den Start geht. Mit seinen 20 Jahren und 70 Kämpfen ist Merzliakov noch ein Jungspund, der von den Organisatoren wohl eher als Kanonenfutter eingeplant war. Lokalmatador Grigorjan, der vom Publikum begeistert angefeuert wurde, ist dagegen vier Jahre älter und kann über Hundert Kämpfe vorweisen. Merzliakovs Trainer Ruslan Schönfeld instruierte seinen Schützling sorgfältig. Der Plan war, die Initiative zu ergreifen und von Beginn an dem Österreicher den Kampf aufzudrücken. Merzliakov startete offensiv: Variable Schläge, eine hohe Schlagfrequenz und die gewohnt sicher vorgetragenen Kombinationen ernüchterten Grigorjan. Aufgrund seines kompakten Körperbaus tat sich der Österreicher schwer, überhaupt in Kopfhöhe des Ambergers zu gelangen. Vor den Körpertreffern war Merzliakov auf der Hut und konterte exzellent. In der letzten Runde wackelte Grigorjan bedenklich und suchte dem K.-o. durch Klammern zu entgehen. Die drei österreichischen Punktrichter entschieden einstimmig: 3:0- Punktsieg für den Vilsstädter, der damit als einziger der drei deutschen Teilnehmer die Goldmedaille holte.

Zwei Wochen zuvor überzeugte Merzliakov auch beim internationalen Mannschaftsvergleich des Bundesligaboxclubs BC Straubing gegen eine Auswahl Rumäniens. Im ersten Kampf bekam der Mittelgewichtler einen fünf Kilo schwereren Kontrahenten vor die Fäuste gesetzt. Der 75-Kilo schwere Amberger zeigte sich unbeeindruckt und hatte mit Vlad Sava keine Probleme, mehrmals wurde sein Gegner angezählt, einmal schickte er ihn sogar auf die Bretter.

Unfairer Gegner


Im Finale verhalf Merzliakov den Straubingern im Kampf gegen den rumänischen Meister Marian Pita zu einem weiteren Sieg im Ländervergleich. Der Gegner hatte es in sich: Pita kann auf über 150 Kämpfe zurückblicken. Trotz mehrerer unsauberen Aktionen von Pita besiegte Merzliakov den Rumänen souverän.
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