Boxen
Explosive Schläge

Sport
Amberg in der Oberpfalz
28.04.2016
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Binnen weniger Minuten bringt Andrej Schönfeld vom Boxclub Amberg 3000 johlende Fans zum Schweigen - und seinen Gegner mit drei Leberhaken auf den Boden. Und auch Andrej Merzliakov schickt seinen Kontrahenten bei einem Dreiländerkampf in Karlsbad auf die Bretter.

Bei dem Länderkampf in Karlsbad mit Athleten aus Tschechien, Ungarn und drei Ambergern sprang Alexander Semenov (Jahrgang 97/bis 64 kg) spontan für den bayerischen Meister Alexandros Bochtis (Marktredwitz) ein, der kurzfristig abgesagt hatte. Zwar hatte Semenov zuletzt aus gesundheitlichen Gründen nur wenig trainieren können, bot aber eine ausgezeichnete Leistung gegen den ungarischen Meister Fodor, der mit 105 Kämpfen deutlich mehr Erfahrung hat als der Amberger (32 Kämpfe). Der Amberger kämpfte mutig gegen den starken Rechtsausleger, entschied die erste Runde eindeutig für sich, ließ dann aber kräftemäßig nach. Auf der Habenseite blieb die gewonnene internationale Erfahrung und die Erkenntnis, dass er technisch ohne Weiteres auf internationalem Niveau mithalten kann.

Andrej Schönfelds (bis 69 kg) planmäßiger Gegner hatte kurzfristig abgesagt. Wollte er die Anreise nicht umsonst gemacht haben, musste der Junior gegen einen Gegner aus dem Männerbereich boxen. Josef Lehr aus Chlumec hatte zudem noch ein 3000 Mann starkes Publikum auf seiner Seite. Die zu Beginn noch laut skandierenden Zuschauer wurden aber von Sekunde zu Sekunde leiser, als sie merkten, dass ihr Mann auf verlorenem Posten stand. Ruhig und konzentriert, für sein Alter sehr reif, kontrollierte der bayrische U18-Meister aus Amberg das Geschehen. Schnell zeichnete sich ab, dass Schönfeld mit seiner Technik und Schnelligkeit den Tschechen auf die Verliererstraße bringen würde. Inzwischen konnte man eine Stecknadel fallen hören.

In der zweiten Runde legte Schönfeld erst richtig los und nach drei aufeinanderfolgenden Leberhaken ging Lehr zu Boden. In der dritten Runde musste der stark blutende Josef Lehr vom Ringarzt behandelt werden. All dies rettete ihn wenigstens über die Zeit. Letztlich war es ein eindeutiger 3:0-Punktsieg für die deutsche Abordnung um Trainer Ruslan Schönfeld, der dieses Mal von Hans Michalik Unterstützung erhielt.

Einen weiteren Glanzpunkt setzte dann Andrej Merzliakov, der nach zwei Lehrgängen für die DBV-Nationalauswahl in Frankfurt/Oder und am Olympiastützpunkt Heidelberg bestens vorbereitet war. Sein Gegner Petr Brodsky, der vom Publikum stark angefeuert wurde, begann höchst aggressiv. Vom ersten Gongschlag an versuchte er das Geschehen an sich zu reißen. Doch Merzliakov konterte mit einem kombinationsstarken, explosiven Schlagrepertoire.

Der völlig überforderte Tscheche zog sich immer mehr zurück, musste aber auch im Rückwärtsgang Treffer um Treffer nehmen. Zweimal ging Brodsky zu Boden. Dies zieht im Normalfall ein Anzählen nach sich. Aber der tschechische Ringrichter verzichteten darauf und versuchte dem Lokalmatador durch Pausen Luft zu verschaffen. Allerdings hatte Brodskys Trainerteam ein Einsehen und warf in der zweiten Runde das Handtuch. Sieg durch technischen K.o. für Merzliakov, der kommendes Wochenende in einem Vorbereitungskampf gegen Motor Babelsberg für den Erstbundesligisten BC Straubing in den Ring steigt.
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