Boxen
Zwei bayerische Meister für BC Amberg

Sport
Amberg in der Oberpfalz
06.10.2016
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Die Quote ist perfekt: Zwei Teilnehmer, zwei Titel. Besser können sich die Boxer des BC Amberg bei der bayerischen Meisterschaft in Würzburg nicht schlagen.

Lorena Schmid, die auch schon ein Jahr in der Sportschule Chemnitz verbrachte, fand in ihrer Fliegenwichtsklasse nur eine Mitbewerberin um den Titel. Esther Wucher vom BC Piccolo Fürstenfeldbruck ist zwar sieben Jahre älter, aber in allen boxerischen Belangen weit unterlegen. Schmid (Jahrgang 1997) boxte sauber und diszipliniert über die gesamte Zeit von vier mal zwei Minuten, bestimmte von Beginn an das Geschehen und holte Punkt um Punkt durch gerade Links-Rechts-Kombinationen. So erkämpfte sich die Abiturientin, die ihre Karriere beim BC Schwandorf startete aber um des Vorankommens willen zum BC Amberg wechselte, mühelos allein durch Distanzschläge die Meistermedaille.

Genauso erfolgreich aber mit mehr Aufwand verlief das Wochenende für Andrej Merzliakov (75 kg, Jahrgang 1996, 58 Kämpfe). In seiner Mittelgewichtsklasse gab es zwölf Konkurrenten. Folglich musste der mehrfache bayrische Meister dreimal in den Ring steigen. Im Viertelfinale stand ihm der ein Jahr ältere Simon Haufellner vom BC Landau gegenüber. Der Gongschlag zur ersten Runde konnte mit einem Blasen zum Halali für Merzliakov zur Jagd durch den Ring gleichgesetzt werden. Der Landauer suchte sein Heil in der Flucht und sein oberstes Ziel schien die Vermeidung von Treffern durch Weglaufen zu sein. Ein unschöner Kampf. Da es im Boxen keine Koka-Wertung für Passivität wie im Judo gibt, machte der Amberger das Beste daraus und erreichte einen eindeutigen Punktsieg dank unnachgiebiger Verfolgungsjagd samt platzierter Treffer.

Nicht anders erging es Matthias Büchner (Jahrgang 1990) vom TV Bad Windsheim im Halbfinale. Auch er hatte sich offensichtlich zum Ziel gesetzt, über die volle Zeit zu kommen und keinen Niederschlag hinzunehmen - der Bad Windsheimer rannte um sein Leben. Am technischen K.o. kam er wohl vorbei, nicht aber an den Treffern, so dass Merzliakov per Punktsieg ins Finale einzog.

Hier kam es zur attraktivsten Begegnung für die Zuschauer. Denn der andere Finalist, Steffen Zayyan (Jahrgang 1992), vertrat die Fahnen der Kickers Würzburg. Folglich tobte die 500-Mann-starke Halle des König-Ludwig-Gymnasiums. So beflügelt und auch berauscht durch den Sieg gegen den aus Kuba stammenden starken TSV-1860-Münchener Uwel Mejias-Hernande, ging er sorglos zu Werke. Etwas zu sorglos. Denn die hängende Deckung nutzte der wiederum von Trainer Ruslan Schönfeld meisterlich eingestellte 20-jährige Amberger schon in der ersten Runde. Mit einem perfekt platzierten linken Seitwärtshaken beförderte er den Würzburger auf den Boden. Technisches K.o., das auch von den zahlreich mitgereisten Fans, die ihren Mann (und zuvor schon ihre Frau) lautstark unterstützten, bejubelt wurde. Fernerhin erhielt das Ausnahmetalent den Pokal des besten Technikers des Turniers.

Ramzan Baysultanov, begleitet von Andreas Neiswirth, boxte am gleichen Wochenende beim Integrationscup in Oelsnitz. Dort schlug sich der 58-kg-Mann hervorragend und schickte seinen Gegner dreimal auf die Bretter, ohne selbst Wirkungstreffer zu nehmen. Durch die schwache Ringrichterleistung wurde er nicht wie erwartet zum Sieger erklärt.
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