Derby zwischen FC Amberg und DJK Ammerthal
Da geht es von der ersten Minute an ab

Dicht gedrängt standen die rund 2200 Zuschauer im Hinspiel in Ammerthal. Die Verantwortlichen des FC Amberg hoffen auf einen ähnlich großen Zuspruch beim Rückspiel am Samstag. Bild: ref
Sport
Amberg in der Oberpfalz
29.10.2016
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Jürgen Press, der neue Trainer der DJK Ammerthal, fährt "mit Respekt" nach Amberg, ist aber überzeugt, dass seine Mannschaft "etwas mitnimmt". Kollege Günter Brandl wollte seiner FC-Elf einimpfen, zu Hause eine Macht zu sein. Aber: "Das ist nicht immer gelungen." Der Aufsteiger ist momentan gut drauf, der Absteiger gebeutelt von einer Verletztenmisere. Also alles klar im Derby?

Knapp acht Kilometer trennen den FC Amberg und die DJK Ammerthal auf der Landkarte - mehr braucht es eigentlich schon gar nicht, um auf den Stellenwert dieses Derbys am 18. Spieltag in der Bayernliga Nord hinzuweisen (Samstag, 29. Oktober, 14 Uhr im Stadion am Schanzl).

Den Absteiger aus der Regionalliga und den Aufsteiger aus der Landesliga trennt gar nicht so viel, wie man es vor der Saison vielleicht hätte erwarten können. Die DJK steht mit 22 Punkten auf Rang 12, der FC mit nur einem Zähler mehr auf Platz 10. Weniger am aktuellen Stand hat man aber wohl bei der DJK Ammerthal zu knabbern: Da ist man erst mal froh, einen Schritt aus dem Tabellenkeller gemacht zu haben.

Acht Punkte


Großen Anteil daran hat der neue Trainer Jürgen Press. Der 50-Jährige übernahm, und ab diesem Zeitpunkt lieferte seine Mannschaft: Acht Punkte aus vier Spielen - ein Auftakt nach Maß für den neuen Chef an der Linie. "Vielleicht war ein bisschen Glück dabei, aber wir haben uns die Punkte verdient." Und für das Derby ist er sich sicher: "Ich glaube, dass wir etwas mitnehmen." Er hat das Spiel des FC Amberg gegen Eichstätt gesehen, da "war Amberg keinen Deut schlechter." Press schätzt, "dass es im Derby "von der ersten Minute an abgehen wird." Tobias Rösl, der Sportdirektor der DJK, sieht es realistisch: "Wir sind ein Dorfverein aus einer kleinen Gemeinde und sind stolz darauf, dass wir bisher so weit gekommen sind. Ich habe immer gesagt, für uns zählt nur der Klassenerhalt."

So etwas noch nie erlebt


Weniger Grund zur Freude hat man hingegen derzeit beim FC Amberg. Ein 2:2 zuletzt gegen den TSV Aubstadt ist zwar kein Anzeichen für eine Krise, aber dennoch wird man mit der aktuellen Platzierung in der Tabelle - deutlich näher am Keller als an der Spitze - sicher nicht zufrieden sein. Dass es nicht besser läuft, liegt auch am Verletzungspech - sieben, acht Ausfälle pro Partie waren in den vergangenen Wochen fast schon die Normalität. "Ich habe weder als Spieler noch als Funktionär so etwas erlebt", erklärte FC-Teammanager Hubert Kirsch. "Über uns ist vor der Saison gesagt worden, dass wir schlechten Zeiten entgegengehen. Aber so schlecht sieht es nicht aus. Unsere Position ist nur der Verletztenmisere geschuldet."

Trainer Günter Brandl sieht es ähnlich: "Wenn man sieht, unter welchen Voraussetzungen wir gestartet sind, mit nur 14 Spielern, dreieinhalb Wochen Vorbereitungszeit, eine Negativserie in den Köpfen - dann haben wir eigentlich ganz gut begonnen. Das Ziel war, der Mannschaft neues Leben einzuhauchen. Doch dann kam die Verletztenmisere."

Ein Blick auf die Tabelle genügt, um festzustellen, dass der Derbycharakter in diesem Fall fast schon in den Hintergrund rückt. Sicher wird die DJK sich für den Amberger Hinspielsieg (1:0, Torschütze Christian Knorr) in der Nachspielzeit revanchieren wollen. Mit einem Sieg könnte man sich aus der Gefahrenzone einigermaßen entfernen - denn es sind nur drei Punkte auf die Abstiegsrelegation. Es deutet also vieles daraufhin, dass in diesem Derby richtig Pfeffer sein wird - auch, weil Hubert Kirsch klar machte, dass er von einigen seiner Spielern deutlich mehr erwartet hat: "Wir haben welche dabei, da klafft zwischen Einschätzung und Leistung eine so große Entfernung wie zwischen Sonne und Mond." Am Samstag könnten sie zeigen, dass sie mehr drauf haben als bisher.

FC Amberg: Götz (1), Schober (25), Fischer (2), Kühnlein (5), Ceesay (15), Kennedy (21), Burgutzidis (3), Graml (6), Helleder (13), Keilholz (4), Busch (20), Karzmarczyk (18), Gallo (27), Knorr (7), Dietl (8), Wiedmann (31), Seitz (9), Popp (16).

DJK Ammerthal: Schumacher (1), Haas (23), Kohl (4), Zitzmann (24), Stauber (20), Fürsattel (14), Müller (19), Schorr (2), Danner (6), Burger (15), Mandula (11), Lieder (10), Laurer (21), Zischler (5), Haller (8), Abadjiew (22), Jonczy (9).

Wir haben Spieler dabei, da klafft zwischen Einschätzung und Leistung eine so große Entfernung wie zwischen Sonne und Mond.Hubert Kirsch, Teammanager des FC Amberg


Vielleicht war ein bisschen Glück dabei, aber wir haben uns die Punkte verdient.Jürgen Press, Neu-Trainer der DJK Ammerthal, über die Ergebnisse unter seiner Regie


FC Amberg hat 200 000 Euro im AugeAmberg. (ref) Das prestigeträchtige Derby gegen die DJK Ammerthal gewinnen, ist die eine Sache, doch der FC Amberg hat noch eine andere im Visier: den DFB-Pokal. Der hat in dieser Saison enorm an Bedeutung gewonnen. Am Mittwoch wurde dem Bayernligisten im Viertelfinale des bayerischen Pokals der Regionalligist FC Schweinfurt 05 zugelost (Termin Mittwoch, 5. April 2017). "Wenn wir das gewinnen, dann treffen wir im Halbfinale entweder auf Memmingen oder Bayreuth. Da sehe ich durchaus eine Chance, dass wir ins Finale einziehen können." Das wiederum würde laut Kirsch bedeuten, dass der Einzug in die erste DFB-Hauprunde fix wäre. Denn Kirsch geht davon aus, das die SpVgg Unterhaching aus der Regionalliga in die 3. Liga aufsteigt - und damit ebenfalls für die Hauptrunde qualifiziert wäre. Unterhaching könnte auch das Rennen im bayerischen Pokal machen und wäre der Finalist gegen den FC Amberg - womit beide in die DFB-Hauptrunde einziehen würden.Und das würde viel Geld in die Kassen spülen: Kirsch rechnet mit rund 200 000 Euro aus Prämien und Fernsehgeldern. Geld, mit dem "wir locker die Regionalliga angehen könnten", sagte Kirsch. Das Ziel für die Saison 2017/18, in der der FC Amberg wieder aufsteigen möchte. Denn: "Nach vorne geht in dieser Saison nicht mehr viel, nach hinten schauen wir gelassen."
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