Ehrenamtliche sauer
Bürokratie bremst Sport

Sport
Amberg in der Oberpfalz
12.05.2016
20
0

Ehrenwerte Männer und Frauen meist gesetzten Alters kümmern sich ehrenamtlich als Sportabzeichenprüfer um den Breitensport in der Region. Doch genau bei dieser Klientel rumort es bei der Weiterbildung gewaltig im Gebälk.

Denn sie fühlen sich vom Bürokratismus überrollt und von der Verbandsspitze des BLSV alleine gelassen. Erich Dömel, der Referent für Sportabzeichen im BLSV-Kreis V eröffnete die Fortbildung in der Feuerwache Amberg und freute sich zunächst, dass das die Mitglieder des Sportreferate der Stadt Amberg mit der Ablegung des Sportabzeichens mit gutem Beispiel vorangegangen seien.

Nach einer Laudatio für die Ausgezeichneten berichtete Erich Dömel von den Änderungen bei der Ablegung des Sportabzeichens. Geändert hätten sich diesmal, so Dömel, nur die Anforderungen beim Seilsprung in der Alterskategorie 75 bis 79 Jahre, die für Gold, Silber und Bronze dezent abgeschwächt wurden. Dömel gab weiter bekannt, dass bei den Prüfkarten künftig das Ankreuzen für eine Urkunde entfalle und bei jeder Wiederholungsprüfung zur Bearbeitung der Prüfkarte eine Kopie der letzten Urkunde ein Bearbeitungsvermerk beizufügen sei.

Deutlich mehr Überarbeitungen und Änderungen seien für das kommende Jahr zu erwarten. Der Referent appellierte nach seiner Vorstellung der neuen Prüferkarte, Verbesserungsvorschläge zu sammeln. Die Prüfertätigkeit sei nicht einfach, zumal sie auch durch bürokratische Hürden erschwert werde und die Verwaltung damit auf die Ehrenamtlichen abgewälzt werde, die "draußen vor Ort" die Arbeit leisten.

" Ich habe schon gedacht, dass wir künftig ein grünes statt ein blaues Seil nehmen sollen", stieg Norbert Müller vom TSC 93 Kümmersbruck in seine Kritik ein, in der die praxisfernen Vorgaben des BLSV kritisierte und bedauerte, dass auf die Basis kaum Rücksicht genommen werde.

Das nicht mehr zeitgemäße System bemängelte auch Rudi Wild vom TuS Hirschau, der am Beispiel der Sammelliste verdeutlichte, dass die Verbandsführung den Leuten vor Ort nichts an die Hand gebe, was ihre Arbeit erleichtern würde. Weitere kritische Stimmen folgten und Dömel versicherte, die Anliegen entsprechend auf höherer Ebene weiterzugeben, "denn wir vermissen auch die Unterstützung und die Rückendeckung durch die Bezirke".

Spitzenreiter in den Vereinen ist der TuS Rosenberg mit 132 Sportabzeichen vor dem TuS Hirschau (110) und der SGS Amberg (58).

EhrungenErster Höhepunkt der Tagung waren die Ehrungen für sechs Sportlerinnen und Sportler, die das Sportabzeichen viele Male erfolgreich abgelegt haben:

Helmut Kinast (SV Illschwang, 25), Marion Pickel (TuS Rosenberg, 25); Helga Terlinden (SGS Amberg, 40), Günter Schlagenhaufer (SGS Amberg, 40), Franz Pesold (SGS Amberg, 40); Karl Gerstenhöfer (ohne Verein, 45).
Weitere Beiträge zu den Themen: Sportabzeichen (44)Sportabzeichenprüfer (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.