Eishockey Landesliga
Amberger Chancenwucher

Beim Barte des ERSC-Athleten: Die Amberger verballern bei der 1:3-Niederlage beim ERV Schweinfurt zahlreiche Großchancen. Hier scheitert Andreas Hampl (links) an ERV-Goalie Philipp Graf. Bild: brü
Sport
Amberg in der Oberpfalz
02.11.2016
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Viele Möglichkeiten, keine Punkte: Der ERSC bringt den Spitzenreiter in arge Bedrängnis, kehrt aber trotz der besten Saisonleistung mit leeren Händen aus Schweinfurt zurück.

In einer intensiven und temporeichen Begegnung hielt die 1:0-Führung der Löwen durch Sebastian Aukofer (18.) bis ins Schlussdrittel hinein. Dann stellte der Favorit mit einem Nachschuss und zwei Überzahltreffern den Spielverlauf regelrecht auf den Kopf.

ERV-Coach Thomas Berndaner sprach hinterher von einem "Duell auf Augenhöhe", tatsächlich aber hätte es den Anteilen nach nur den Gast aus Amberg als Sieger geben dürfen. Einziges Manko, das Alex Reichenberger bei seinem Team zu notieren hatte: Die Löwen ließen zu viele Chancen ungenutzt. Der ERSC war von Beginn an in der Partie und überstand ruhig und abgeklärt den erwarteten ersten Schweinfurter Angriffswirbel. Ein Pfostentreffer der Gastgeber war das einzige Ausrufezeichen, danach bekam Amberg das Spiel zunehmend in den Griff.

Zu früh gefreut


Der Torjubel im Amberger Lager folgte kurz darauf - allerdings verfrüht, denn die Unparteiischen verweigerten dem Treffer wegen Torraumabseits die Anerkennung. Die Löwen agierten taktisch klug, betrieben Forechecking und kamen zumeist schon in der neutralen Zone wieder in Besitz der Scheibe. Was in Richtung Amberger Tor kam, war sichere Beute von Goalie Oliver Engmann. Die Führung für den ERSC fiel dann kurz vor dem Ende des ersten Drittels, wobei Aukofer die Vorlage von David Rybka über die Linie bugsierte.

Eine ganz starke spielerische Vorstellung bot der Gast aus der Oberpfalz im Mittelabschnitt. Schweinfurt kam phasenweise nicht mehr aus dem eigenen Verteidigungsdrittel und vor ERV-Torhüter Kevin Kessler brannte es mehrmals lichterloh. Es war kaum zu verstehen, dass die "Mighty Dogs" diesen Abschnitt unbeschadet überstanden. Auch wenn sich die Gastgeber wieder etwas Luft verschaffen konnten, blieb Amberg jederzeit Herr der Lage. Zudem strahlte Engmann sehr viel Ruhe auf seine Vorderleute aus. Ein Foul (hoher Stock) an ihm, was auch die Sanitäter auf den Plan rief, hätte locker auch für eine größere Strafe gereicht, blieb aber ungeahndet.

Schweinfurts Schlussspurt


In der Pause zum letzten Drittel trauerte man im ERSC-Lager noch den vielen liegengelassenen Chancen nach und machte sich auf den Schlussspurt des Spitzenreiters gefasst. Schweinfurt versuchte es mit aller Macht und knapp 900 Fans im Rücken und kam durch Alex Andrusovich auch zum Ausgleich. Gegen seinen Nachschuss hatte Engmann keine Abwehrmöglichkeit mehr.

Die vorentscheidenden Szenen folgten in der 49. Minute. Dominik Schopper musste für eine Bagatelle auf die Strafbank und in Unterzahl steuerte Florian Bartels alleine auf das Schweinfurter Tor zu. Der ERSC-Center scheiterte aber an Kessler und im direkten Gegenzug schlossen die Mighty Dogs ihr Powerplay erfolgreich ab. Der Treffer zeigte Wirkung beim Reichenberger-Team, das aber sehr schnell seinen Rhythmus wiederfand. Eine neuerliche Strafzeit unterband dann die Amberger Bemühungen. Einen Schuss von Kevin Faust parierte Engmann, die Scheibe kullerte aber hinter die Torlinie - allerdings erst nach dem Pfiff der Unparteiischen, wie es die ERSC-Spieler auf dem Eis empfanden. Der Treffer besiegelte einen schmeichelhaften Erfolg für den Klassenprimus. Der ERSC bleibt dennoch in der Spitzengruppe.

Eishockey LandesligaERV Schweinfurt - ERSC Amberg 3:1 (0:1,0:0,3:0)

Tore: 0:1 (18.) Aukofer (Rybka), 1:1 (44.) Andrusovich (Schneider, Vanc), 2:1 (49.) Schneider (Campbell, Marquardt/5-4), 3:1 (56.) Faust (Andrusovich, Vanc/5-4) - Strafen: Schweinfurt 16, Amberg 16 Minuten - Schiedsrichter: Schmidt, Voigt - Zuschauer: 900.
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