Eishockey Landesliga
Erster Fleck auf weißer ERSC-Weste

3:4-Niederlage für den ERSC Amberg (in Weiß) nach Penaltyschießen gegen den EC Bad Kissingen: Die Amberger Löwen hatten es in der Hand, sich die drei Punkte zu sichern, vergaben aber viel zu viele Chancen, wie hier Sebastian Aukhofer beim Penalty. Bild: brü
Sport
Amberg in der Oberpfalz
22.11.2016
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Der ERSC Amberg kann gegen Bad Kissingen vier Penaltys und einige Großchancen nicht verwandeln - da darf man sich am Ende nicht beschweren, wenn es nur zu einem Punkt reicht.

Die weiße Heimweste des ERSC Amberg hat erste Flecken bekommen. Gegen die Kissinger Wölfe stand es am Ende der regulären Spielzeit 3:3. Im Penaltyschießen holten sich die Gäste den Zusatzpunkt. In einer temporeichen und ungemein spannenden Begegnung der Eishockey-Landesliga begegneten sich die beiden Kontrahenten auf Augenhöhe. Die Löwen waren nach den Spielanteilen speziell im Schlussdrittel ganz nah vor ihrem sechsten Heimsieg, scheiterten aber an einer unzureichenden Chancenverwertung. Im Kampf um den Einzug in die Zwischenrunde liegen die Amberger aber weiterhin gut im Rennen. Die Partie begann mit einer 40-minütigen Verspätung, weil die Unterfranken ohne Trikots und Pässe angereist waren und diese per Sonderfahrt "nachgeliefert" wurden.

Schon im Anfangsdrittel zeigten die hochkarätig besetzten Wölfe ihre individuelle Klasse, waren mit fast jeder Offensivaktion brandgefährlich. Aber eigentlich hätte auch in dieser Phase schon der ERSC in Führung gehen müssen. Augsberger und Hampl scheiterten aber jeweils alleine vor Gäste-Goalie Tscherepanow. Im zweiten Abschnitt entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, den schon nach 57 Sekunden die Gäste in Überzahl zum 0:1 eröffneten. Nach etlichen Versuchen traf Boris Flamik zum 1:1. Der ungemein fleißige Kirill Groz hätte dann Amberg erstmals in Führung bringen können, scheiterte aber ebenso wie vorher seine Kollegen. Den Ambergern drohte nach zwei Toren und dem erneuten Rückstand weiteres Ungemach, weil Dominik Schopper wegen eines Fouls (hoher Stock) mit einer Spieldauerstrafe zum Duschen geschickt wurde und die Gäste in den Genuss einer fünfminütigen Überzahl kamen. Die Löwen zeigten aber eine äußerst konzentrierte Deckungsarbeit. Schon hier war zu erkennen, dass Amberg läuferisch mehr zulegen konnte und das setzte sich dann auch im Schlussdrittel fort. Die Angriffe der Wölfe wurden seltener, gleichzeitig stiegen die Spielanteile beim Gastgeber. Nach dem 3:3 durch Andreas Hampl wurde der Druck von Amberg immens. Aber Flamik scheiterte fünf Minuten vor dem Ende mit einem Penalty.

Im anschließenden Shoot-Out vergeigten Rybka und Hampl ihre Versuche, bei den Wölfen traf Spielertrainer Nemirovsky für den Zusatzpunkt.

ERSC Amberg - EC Bad Kissingen 3:4 n.P. (0:0, 2:3, 1:0)

Tore: 0:1 (21.) Eirenschmalz (Nemirovsky, Nikitin/5-4), 1:1 (24.) Flamik (Hampl, Stolz/5-4), 1:2 (28.) Nikitin (Eirenschmalz, Nemirovsky), 2:2 (28.) Rybka (Flamik, Stolz), 2:3 (33.) Hemmerich (Tarvis), 3:3 (46.) Hampl, 3:4 (60.) Nemirovsky im Penaltyschießen. Strafen: Amberg 13 Minuten + Spieldauer (Schopper), Kissingen 16 + 10 (Tarvis). SR: Barth, Sintenis. Zuschauer: 330.

Hintergrund: Kein Pokalspiel mehr für Amberg Eigentlich wäre für die kommende Woche die nächste Runde des DKBC-Pokals für FEB Amberg auf dem Plan gestanden, doch der Pokal wird in der Saison 2016/17 nicht weiter gespielt. Grund ist ein Urteil des Rechtsausschusses des Deutschen Keglerbundes Classic (DKBC) zum Pokalspiel in der zweiten Runde zwischen Union 1861 Schönebeck und SKC Kleeblatt Berlin II. Berlin II hatte gewonnen, aber einen Spieler eingesetzt, der laut Spielleiter nicht hätte spielen dürfen, weil dieser in der ersten Mannschaft in der 2. Bundesliga eine Woche zuvor gekegelt hatte. Der Spielleiter annullierte das Ergebnis des Berliners, worauf dieser Einspruch einlegte. Seine Begründung: Pokal und Liga seien zwei verschiedene Wettbewerbe, die nach unterschiedlichen Regularien gespielt werden.

Der Rechtsausschuss gab dem Einspruch statt, mit der Begründung, dass ein genauer Verweis in den Statuten des DKBC fehle, der solche Einsätze regele, nämlich um ein "ungeordnetes Hin- und Herwechseln von Spielern und Spielerinnen zwischen beiden Mannschaften eines Clubs auf ein vernünftiges Maß einzuschränken und um einen geordneten Spielbetrieb beim gleichzeitigen Spiel zweier Clubs sicherzustellen." Das Präsidium des DKBC hat nun als Folge des Urteils mehrheitlich entschieden, den Pokalwettbewerb inklusive Final-Four-Finale in der Saison 2016/17 bei Männern und Frauen auszusetzen und nicht weiter auszuspielen.

Als Begründung gab das Präsidium an, dass durch die "nicht eindeutigen Regelungen in der Sportordnung ein fairer Wettbewerb im Sinne aller teilnehmenden Mannschaften nicht mehr gegeben" ist. Um weiteren Schaden vom DKBC und dem Pokalwettbewerb abzuwenden, sei die Absage notwendig. Der Pokalwettbewerb soll in der Saison 2017/18 mit überarbeiteter Ausschreibung wieder stattfinden.
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