Eishockey
Torfestival zwischen ERSC Amberg und EHC Königsbrunn

Immer mittendrin im Getümmel war der 50-Jährige des EHC Königsbrunn, Roman Mucha (Zweiter von rechts), hier im Kampf um die Scheibe mit Verteidiger Roman Göldner (links) und Stürmer Daniel Krieger (rechts) vom ERSC Amberg. Bild: Ziegler
Sport
Amberg in der Oberpfalz
14.02.2016
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Vogelwild! Total verrückt! Abgefahren! Kopfschütteln herrscht nach der Partie dem ERSC Amberg und dem EHC Königsbrunn. Beide Teams sorgen im Platzierungsspiel der Eishockey-Landesliga für beste Unterhaltung bei den Zuschauern. Ihre Trainer aber treiben sie zur Verzweiflung.

Mit 8:10 verloren die Löwen am Freitagabend ihr Heimspiel gegen die Pinguine aus Schwaben. Hätten die Amberger im Anfangsdrittel ihr Visier besser eingestellt gehabt, wäre es wohl zu einem Handballergebnis gekommen. Ungewöhnlich war auch der Spielverlauf, in dem der ERSC aus einem 3:7-Rückstand noch ein 8:8 machte, in den Schlusssekunden aber trotzdem den Kürzeren zog.

Roman Mucha, ehemaliger ERSC-Torjäger und eigentlich schon im Eishockey-Rentenalter, avancierte letztendlich zum Matchwinner für Königsbrunn. Im Gäste-Minikader als Linksverteidiger aufgelaufen, erzielte der 50-Jährige drei Treffer und bereitete zwei vor - gelernt ist eben doch gelernt. "Für die Zuschauer war das schon unterhaltsam, aber insgesamt viel Kampf und Krampf", resümierte Mucha hinterher.

Noch im Anfangsdrittel schien alles auf ein "normales", der fehlenden Bedeutung angemessenes Eishockeyspiel hinzulaufen. Königsbrunn ging auf Vorarbeit von Mucha durch seinen Topscorer Johannes Schierghofer in Führung. Die Löwen hatten eine Unzahl an Möglichkeiten, scheiterten jedoch an Gästetorhüter Marvin Bergmann oder am Torgestänge. Ab dem Mitteldrittel stellten die Löwen mehr und mehr ihre Defensivaufgaben ein, was Königsbrunn effizient nutzt. Nach einem 0:3-Rückstand brachte ERSC-Verteidiger Roman Göldner mit einem Doppelschlag in Unterzahl (!) die Gastgeber auf 2:3 heran, aber ebenso schnell antworteten die Pinguine wieder und zogen auf 6:2 davon, ehe Sebastian Aukofer nochmals verkürzte. Von den acht Treffern in diesem Abschnitt fiel nur einer bei kompletter Besetzung beider Teams.

Im Schlussabschnitt legten früh die Gäste wieder vor und scheiterten kurz nach dem 3:7 auch noch mit einem Penalty an ERSC-Torhüter Lukas Stolz. In den letzten zwölf Minuten brachen alle Dämme, wurden sämtliche taktischen Vorgaben abgelegt und es fielen noch acht (!) Treffer. Zweimal Daniel Krieger sowie Florian Bartels brachten Amberg auf 6:7 heran. Auch das 6:8 durch Mucha bremste den erwachten Torhunger des ERSC nicht, der durch Daniel Trometer und Krieger binnen 30 Sekunden zum 8:8 kam. Die Löwen wollten nun den Sieg - und liefen Königsbrunn in einen Konter durch Mucha. Ein Empty-Net-Goal der Pinguine war der Schlusspunkt eines nicht alltägliches Spiels.

Landesliga

Platzierungsrunde

ERSC Amberg 8:10 (0:1, 3:5, 5:4) EHC Königsbrunn

Tore: 0:1 (6.) Schierghofer (Mucha), 0:2 (22.) Schütz (Schierghofer), 0:3 (24.) Schierghofer (Schütz/4-5), 1:3 (30.) Göldner (Swadzba/4-5), 2:3 (31.) Göldner (Krieger/4-5), 2:4 (31.) Zimmermann (Gebler/5-4), 2:5 (33.) Jänichen (Schütz, Schierghofer/4-4), 2:6 (35.) Mucha (Schierghofer/4-5), 3:6 (35.) Aukofer (4-4), 3:7 (42.) Zimmermann (Schierghofer, Jänichen), 4:7 (49.) Krieger, 5:7 (53.) Bartels (Trometer), 6:7 (57.) Krieger (Penalty), 6:8 (57.) Mucha (Jänichen, Schierghofer/5-4), 7:8 (58.) Tromter, 8:8 (58.) Krieger, 8:9 (59.) Mucha (Trupp), 8:10 (60.) Trupp (Zimmermann, Mucha/5-6),

Strafen: Amberg 14, Königsbrunn 12 Minuten - SR: Fiala, Kaderabek - Zuschauer: 200.
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