ERSC Amberg gegen EV Pegnitz: Schlägereien unter den Fans
Polizeihund beißt ERSC-Fans

"Amberg will keine Sau" - mit Transparenten wie diesem wurden die ERSC-Spieler und -Fans am Freitagabend in Pegnitz zum Spitzenspiel in der Eishockey-Landesliga Nord willkommen geheißen. Bild: Richard Reinl
Sport
Amberg in der Oberpfalz
28.12.2014
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Bei den unter Zehnjährigen arbeiten der ERSC Amberg und der EV Pegnitz in Form einer Spielgemeinschaft zusammen. Treffen aber die Erwachsenen in der Landesliga Nord aufeinander, geht es nicht mehr friedlich zu. Am Freitagabend kam es zu Schlägereien, zwei Amberger wurden vor dem Auswärtsspiel von einem Polizeihund gebissen.

Amberg. (tk) Amberg gegen Pegnitz - das Eishockey-Derby garantiert stets Brisanz. So war es auch am Freitagabend. Die Ausgangsposition war klar: Wer gewinnt, hat im Kampf um die Tabellenspitze die besseren Karten. Amberg führte mit 3:2, verlor aber durch ein Tor in letzter Minute noch mit 3:4. Die Schlägereien gab es allerdings schon vor dem Spiel. Ein Sprecher der Polizeiinspektion Pegnitz bestätigte am Samstagnachmittag, dass bereits eine Stunde vor der Partie etwa 60 Fans beider Mannschaften aufeinandergetroffen waren. Nach anfänglichen Provokationen sei es zwischen Ambergern und Pegnitzern zu mehreren Rangeleien gekommen. Auch Schläge soll es gegeben haben. "Nur mit Mühe konnte die Polizei die beiden Gruppen voneinander trennen", hieß es dazu.

Stadionverbot

Zwei Amberger hätten sich allerdings als uneinsichtig erwiesen und seien von einem Polizeihund gebissen worden. Nähere Angaben dazu gab es aus Pegnitz nicht. Dafür aber die Information, dass ein weiterer ERSC-Anhänger wegen Beamtenbeleidigung und versuchter Körperverletzung vorläufig festgenommen worden sei. Bei Spielbeginn soll zudem ein Amberger ein Bengalisches Feuer auf das Eis geworden haben. Auch er sei festgenommen und aus dem Stadion gebracht worden. Dass es sich bei diesem Störenfried um einen Amberger handelt, bezweifelt stellvertretender ERSC-Vorsitzender Frank Jacobi allerdings.

Der Mann habe kein Fan-Trikot getragen und sei den Verantwortlichen zudem völlig unbekannt. Die Vermutung liege nahe, dass sich ein Pegnitz-Sympathisant unter die Amberger gemischt habe, um zu provozieren. Danach sei aber alles geregelt abgelaufen, denn beide Vereinsspitzen hatten schon im Vorfeld entsprechend gehandelt: Amberger Ordner waren mit in Pegnitz, Aufpasser aus der oberfränkischen Stadt gestern Abend beim zweiten Aufeinandertreffen beider Teams innerhalb von drei Tagen mit im Eisstadion am Schanzl. "Das war so abgesprochen", ließ Jacobi wissen und verwies auf die freundschaftlichen Beziehungen der Vorstandsmitglieder.

"Das sind Ultras"

Die Vereine könnten aber nicht für jeden Zuschauer die Hand ins Feuer legen. "Das sind keine Fans, das sind Ultras", sagte Jacobi über die rund 60 Aggressoren, die etwa zu gleichen Teilen aus beiden Städten kamen und die schon auf dem Weg zum Stadion gewalttätig geworden seien. Das liege nicht im Verantwortungsbereich der beiden Clubs: "Da können wir schlecht was machen."

Ruhe nach dem Spiel

Zu den Ambergern, die von einem Polizeihund gebissen wurden, wollte sich der ERSC-Stellvertreter nicht äußern, sagte aber mit Blick auf die Vorfälle: "Von Vereinsseite aus werden wir alles unternehmen, um so etwas zu verhindern." Da nach dem Spiel mit weiteren Auseinandersetzungen zu rechnen war, bündelte die Polizei am Freitag Einsatzkräfte aus den umliegenden Dienststellen. "Hierdurch gelang es, die beiden Fanlager voneinander getrennt zu halten", hieß es abschließend aus der Pegnitzer Inspektion. Einsatzleiter Harald Düplois betonte, dass auch die Pegnitzer Fans randalierten: "Sie haben ihren Teil zur Situation beigetragen - es war vermutlich Zufall, dass die Straftaten und Ordnungswidrigkeiten ausschließlich von Amberger Fans ausgegangen sind."
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