FC Amberg nur 2:2 gegen Aubstadt
"Quote an Dummheit hoch"

Caleb Clarke (rechts) hält sich hier David Noack (links) vom TSV Aubstadt vom Hals. Das 2:2 des FC Amberg gegen den Tabellendritten sorgte für gemischte Gefühle. "Aubstadt steht nicht zu Unrecht so weit vorne", erklärte Hubert Kirsch, der Teammanager des FC Amberg. Andererseits: "Gegentore in Überzahl, das geht gar nicht." Bild: ref
Sport
Amberg in der Oberpfalz
23.10.2016
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Da war er noch der Held: Michael Busch (links) erzielt in der 3. Minute das 1:0 für den FC Amberg.

Chaos-Spiel vor nur knapp 200 Zuschauern: Mit einer für die Verantwortlichen indiskutablen Leistung in der zweiten Hälfte verschenkt der FC Amberg zwei Punkte. "Das darf einfach nicht passieren", sagt Teammanager Hubert Kirsch nach dem Remis gegen den TSV Aubstadt.

(lst/ref) Die Fußball-Bayernligisten FC Amberg und TSV Aubstadt trennten sich in einer hektischen und kampfbetonten Partie mit 2:2. Dabei zeigte Schiedsrichter Thomas Wagner einmal Rot und dreimal Gelb-Rot - je zwei Spieler des TSV Aubstadt und des FC Amberg flogen vom Platz. Fatal: In Überzahl kassierte der FC jeweils die Tore zum 1:1- und 2:2-Ausgleich, nachdem die Truppe von Trainer Günter Brandl zweimal führte.

"Die Quote an Dummheit war relativ hoch", kommentierte Kirsch das Verhalten einige Spieler, vor allem bei der Aktion, die zur gelb-roten Karte für Michael Busch geführt hatte: Der Schiri hatte Abseits gepfiffen, aber Busch schoss den Ball trotzdem ins Tor - und durfte dann zum Duschen gehen, da er vorher schon Gelb gesehen hatte.

1:0 nach drei Minuten


Trotz der langen Verletztenliste beim FC Amberg zappelte bereits nach drei Minuten zappelte das Leder erstmals im Netz der Gäste: Nach tollem Zuspiel lief Michael Busch alleine auf TSV-Schlussmann Christian Mack zu, behielt die Nerven und vollstreckte ins rechte untere Eck. Die hatte 60 Sekunden zuvor schon Marco Wiedmann auf dem Fuß, der aber knapp verpasste. Das schnelle 1:0 spielte dem FC in die Karten, zumal in der Folgezeit die Grabfelder mit wütenden Angriffen versuchten, die Amberger Abwehr auszuhebeln. Aber weitaus gefährlicher präsentierten sich da schon die Hausherren, die durch Jan Fischer (10.), der aus kurzer Distanz vergab, die nächste Großchance hatten. Aubstadt konnte sich dann bei Mack bedanken, der einen direkten Freistoß von Sven Seitz aus 20 Metern über die Latte lenkte (15.).

Rot nach Notbremse


Seitz stand auch in einer der entscheidenden Szenen im Mittelpunkt, als er von Manuel Hümmer per Notbremse zu Fall gebracht wurde (20.). Der sicher leitenden Referee Thomas Wagner zückte sofort Rot. Doch die Aubstädter lieferten auch mit nur zehn Mann eine offene Partie, zumal die FC-Defensive nicht immer sattelfest wirkte. Nach einem Freistoß von Ingo Feser stieg Christian Köttler am höchsten, sein Kopfball flog knapp am linken Pfosten vorbei.

In der Endphase des ersten Durchgangs vergaben nach einer Flanke von Christian Knorr zuerst Seitz und dann Wiedmann (39.). Eine Minute später der wiederum alleine auf Mack zulaufende Busch brachte das Kunststück fertig, den Ball neben das Tor zu schieben (40.). "Wir haben Aubstadt klar beherrscht. Wenn wir das 2:0 machen, ist das Ding gegessen", ärgerte sich Kirsch.

1:1 nach Wiederanpfiff


Drei Minuten waren in der zweiten Hälfte gespielt, schon glich der nie aufsteckende TSV Aubstadt aus (48.). Beim 1:1 durch Martin Thomann ließ sich dieser von der indisponierten FC-Abwehr nicht stoppen und überwand aus kurzer Distanz den chancenlosen Torhüter Matthias Götz. Und für die zunächst passiv auftretenden Platzherren hätte es noch schlimmer kommen können, als David Noack das Leder aus einem Meter Entfernung nicht im Amberger Kasten unterbrachte (53.) - und das wohlgemerkt mit einem Mann weniger.

Dann klappte es doch: Nach einer Kombination über Seitz und Wiedmann hämmerte Christian Knorr aus kurzer Distanz den Ball zum 2:1 über die Linie (60.).

Noch zwei fliegen


Eine Viertelstunde später folgte die Szene, als Busch wegen seiner Undiszipliniertheit vom Platz flog. Ihm folgte in einer immer hektisch werdenden Partie TSV-Spieler Christian Köttler, der sich gegen Seitz nicht anders als mit einer Notbremse zu helfen wusste (78.). Damit nicht genug in der kartenreichen Schlussphase: Daniel Geißler sah wegen wiederholtem Foulspiel Gelb-Rot (83.), als er einen Aubstädter im Strafraum zu Fall brachte und Ingo Feser den Foulelfmeter zum 2:2-Endstand verwandelte.

"So etwas darf einer Spitzenmannschaft nicht passieren. Dieses Spiel zeigt, dass wir in der nächsten Saison auf bestimmten Positionen reagieren müssen", kündigte Teammanager Kirsch an.

Dieses Spiel zeigt, dass wir in der nächsten Saison auf bestimmten Positionen reagieren müssen.Hubert Kirsch, Teammanager des FC Amberg

Bayernliga Nord

FC Amberg - TSV Aubstadt 2:2 (1:0)

FC Amberg: Götz - Fischer, Kühnlein, Ceesay, Graml - Geissler, Wiedmann, Busch, Knorr - Seitz, Clarke (84. Keilholz).

TSV Aubstadt: Mack - Köttler, Benkenstein, Grader, Trunk (84. Bäcker) - Hümmer, Thomann, Noack (59. Dellinger), Feser - Leicht, Grell (46. Schebak).

Tore: 1:0 Michael Busch (3.), 1:1 Martin Thomann (48.), 2:1 Christian Knorr (60.), 2:2 Ingo Feser (85./Foulelfmeter) - Rot: (20.) Manuel Hümmer (Aubstadt), Notbremse; Gelb-Rot: (75.) Michael Busch (Amberg), Unsportlichkeit; (78.) Christian Köttler (Aubstadt) Foulspiel, (83.) Daniel Geißler (Amberg), Foulspiel - Zuschauer: 200 - SR: Thomas Wagner (Bad Aibling)
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