Förderverein der Bergsteig-Ringer entwickelt neue Ideen
Alte Baracke als Jugendzentrum nutzen

Die Halle, die die Ringer benötigen, sollte am Bergsteig gebaut werden, da dieses Projekt auch in diesem Stadtteil geboren wurde und deswegen auch hier bleiben sollte.
Sport
Amberg in der Oberpfalz
08.01.2016
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Als die Ringer am Bergsteig einen Fürsprecher suchten, war ein Mann für sie da: Frank Ladig. Als auch die Kleingärtner im Stadtteil angesichts der drohenden Verlegung ihrer Anlage bei Gesprächen mit der Stadt einen Mediator benötigten, war ein Mann dazu bereit: Frank Ladig. Als nach dem Jugendgipfel im Vorjahr die Modernisierung der Skater-Anlage am Schanzl spruchreif wurde, gründete sich eine Initiative Skatepark. An ihrer Spitze: Frank Ladig.

Im Interview spricht der 51-jährige gebürtige Neumarkter, der seit seinem dritten Lebensjahr in Amberg wohnt und als Leiter eines Montagebetriebs sein eigener Chef ist, über seine Beweggründe. Er erklärt die Vorgeschichte, die mit einem Bericht in unserer Zeitung begann, und sagt, was ein Pizzeria-Besuch mit dem freiwilligen Engagement zu tun hat.



Herr Ladig, bevor Sie sich für die Kleingärtner und Skater engagierten, setzten Sie sich für die Ringer ein. Wie kam es dazu?

Ladig: Das war vor zehn Jahren, als ich einen Aufruf in der Amberger Zeitung gelesen hatte. Ich war damals EDV-Leiter eines namhaften deutschen Sportartikel-Herstellers und habe mit meinem Arbeitgeber damals ein Care-Paket für die Ringer gepackt. Die hatten damals ja nicht mal richtige Wettkampfkleidung.

Zur Gründung des Fördervereins kam es viele Jahre später.

Ladig: Ich traf Peter Leifridt zufällig in einer Pizzeria und erkundigte mich über den jetzigen Zustand der Ringer und ihres Vereinsheims. Es hatte sich offensichtlich nichts geändert. Ich beschloss noch am gleichen Abend, den Ringern zu helfen.

Aber muss es unbedingt ein teurer Neubau sein? Können die Ringer nicht auch in einer Schulturnhalle glücklich werden?

Ladig: Die Halle, die die Ringer benötigen, sollte am Bergsteig gebaut werden, da dieses Projekt auch in diesem Stadtteil geboren wurde und deswegen auch hier bleiben sollte. Die neue Halle würde auch als Jugendzentrum fungieren. In dem jetzigen Zustand ist das unmöglich.

Durch Ihren Einsatz für die Ringer wurden auch die Kleingärtner auf Sie aufmerksam.

Ladig: Stimmt. Vorsitzender Peter Grau kam auf mich zu und fragte mich, ob ich bei einem Problem helfen könnte.

Es ging vermutlich um die geplant Verlegung der Anlage, die mittlerweile vom Tisch ist.

Ladig: Die Stadt hatte geplant, mitten durch die Anlage eine Straße zu ziehen, da sich ein Möbel-Gigant hier niederlassen wollte.

Wie konnten Sie da helfen?

Ladig: Ich habe einige Behörden abgeklappert, um Einsicht in die geplante Maßnahme zu bekommen. Es gab dann eine Anhörung, an der über 100 Kleingärtner beteiligt waren. Nach dieser massiven Gegenwehr erklärte sich die Stadt bereit, von dieser Maßnahme Abstand zu nehmen.

Die Skater, für die Sie sich einsetzen, haben mit dem Bergsteig nichts zu tun. Doch auch hier spielen Sie eine Rolle. Warum?

Ladig: Vor drei Jahren kam mein Sohn Phillip, der leidenschaftlicher BMX-Fahrer ist, auf mich zu und bat mich, ob ich nicht mal bei der Stadt fragen könnte, wie es mit einem Container für Abfall für den Skatepark aussieht. Die Jugendlichen müssen jede Woche säckeweise den Müll entsorgen. Mittlerweile sind auch die Rampen kaputt und fast schon lebensgefährlich.

Also wurden Sie wieder aktiv.

Ladig: Wir beschlossen, eine Initiative Skatepark Amberg zu gründen, um den zuständigen Behörden das Übel einmal zu dokumentieren

Wie sehr hat Ihnen Ihr Sitz im Jugendhilfeausschuss geholfen?

Ladig: Bei einer Sitzung habe ich mit Horst Pongratz, dem Vorsitzenden des Stadtjugendrings, gesprochen. Er hatte sofort Interesse. Der Skatepark war dann auch Thema beim Jugendgipfel, den der Stadtjugendring organisiert hatte.

Können Sie Vollzug melden?

Ladig: Diese Vorbereitung hat letztlich dazu geführt, dass ein neuer Skatepark gebaut wird und 200.000 Euro im Haushalt bereitgestellt werden. Es werden nun Bodenproben entnommen, danach kann der Bau starten.

Die Halle, die die Ringer benötigen, sollte am Bergsteig gebaut werden, da dieses Projekt auch in diesem Stadtteil geboren wurde und deswegen auch hier bleiben sollte.Frank Ladig über den Wunsch der Bergsteig-Ringer
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