Fünf Fragen vor dem Spiel DJK Ammerthal gegen FC Amberg
Donnerstag ist Derbyzeit

Sport
Amberg in der Oberpfalz
12.07.2016
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DJK Ammerthal gegen den FC Amberg: Ein Duell, das für volle Zuschauerränge sorgt, und das im legendären Relegationsspiel vor neun Jahren über 3000 Fans ins Stadion nach Schwarzenfeld lockte. Nach einer Saison Abstinenz ist es wieder soweit. In der Fußball-Bayernliga Nord.

Am 13. Juni 2007 hieß das Trainerduell Thomas Kristl gegen Robert Ziegler, mit 4:2 im Elfmeterschießen sicherte sich der FC Amberg den Klassenerhalt in der Landesliga, die DJK Ammerthal scheiterte und musste in der Bezirksoberliga bleiben. Der einzige Spieler, der von damals jetzt noch dabei ist: FC-Torwart Matthias Götz.

Mit 5:2 vom Platz gefegt


Seitdem gab es eine Reihe von (fast) immer spannenden Duellen. In der Landesliga-Saison 2010/11 schoss die DJK den FC mit 5:2 ab. "Was meine Mannschaft im zweiten Abschnitt losgelassen hat, war einfach nur sensationell. Es war eine Demonstration modernsten Fußballs in dieser Liga", schwärmte damals DJK-Trainer Robert Ziegler. Dreifacher Torschütze war Markus Pöllinger, Johannes Kohl hatte den FC mit 1:0 in Führung gebracht - dann begann das Debakel. "Unerklärlich, was hier passiert ist. Mit so einer Arroganz kann man nicht in ein Derby gehen", ärgerte sich der damalige FC-Trainer Hans Federhofer.

"Fußball vom Feinsten"


In Amberg im Rückspiel gab's ein 1:1. Gefeierter Mann beim Ammerthaler "Fußball vom Feinsten" (Ziegler): Thomas Lincke, der das 1:1 schoss. Torschütze für den FC Amberg: Friedrich Lieder. Im Tor der DJK: Matthias Götz. Überhaupt: Zwischen den beiden Vereinen wechselten unzählige Spieler hin und her - angefangen von Torwart Götz über Johannes Kohl, Benjamin Burger, Jan Fischer, Frank Lincke, Friedrich Lieder, Simon Schwarzfischer, Andreas Graml, Tobias Wiesner, Michael Rudert, Thomas Götzl, Stefan Schober, Christian Sommerer, Christian Haller, Christian Gebhard, Volkan Örken und aktuell Florian Holfelder.

Runter und rauf


Zuletzt spielten die DJK Ammerthal und der FC Amberg in der Bayernliga-Saison 2014/15 gegeneinander - mit klaren 5:1- und 2:0-Siegen des FC Amberg. Danach trennten sich die Wege: Die DJK Ammerthal musste in die Landesliga absteigen, der FC Amberg schaffte den Sprung in die Regionalliga. Nach nur einer Saison treffen sich die beiden wieder: Ammerthal glückte als Meister der sofortige Wiederaufstieg, der FC Amberg musste wieder runter - Treffpunkt Bayernliga 2016/17. Insgesamt 97 379 Zuschauer besuchten die Partien der Bayernliga Nord in der abgelaufenen Saison, das waren im Schnitt 318 Zuschauer pro Spiel - am Donnerstag, 14. Juli (18.30 Uhr), werden es in Ammerthal beim Eröffnungskracher gegen den FC Amberg deutlich mehr werden. Die Truppe von Trainer Torsten Holm hat mächtig aufgerüstet und zahlreiche bekannte Spieler geholt - als "Königstransfer" bezeichnete Sportdirektor Tobias Rösl die Verpflichtung von Friedrich Lieder. Pikant, denn der "Fritz" hat seine Wurzeln beim FC Amberg. Rösl stapelt aber dennoch tief, auch wenn beim Gegner noch nicht klar ist, wer alles spielt.

Denn einige Spieler stehen zwar offiziell im Kader des FC Amberg, aber ob sie auflaufen, ist fraglich. Dazu gehören Benjamin Werner, Frank Lincke, Sven Seitz und Julian Ceesay

"Nicht durchgereicht"


"Wir haben einen Umbruch hinter uns", sagt FC-Teammanager Hubert Kirsch, der vor ein paar Wochen noch mit dem Gedanken leben musste: "Hoffentlich werden wir nicht durchgereicht." Die Lage habe sich jetzt gebessert, aber von einer Favoritenrolle des FC Amberg könne nicht die Rede sein, so Kirsch.

Fünf Fragen vor dem DerbyDer eine stapelt tief, der andere weist die Favoritenrolle von sich. Fünf Fragen an Sportdirektor Tobias Rösl (DJK Ammerthal) und Teammanager Hubert Kirsch (FC Amberg):

Wer gewinnt das Derby?

Tobias Rösl: Wir wollen gewinnen.

Hubert Kirsch: Ich hoffe wir.

Warum?

Rösl: Weil es einfach großartig ist, ein Derby zu gewinnen. Das wird aber nicht maßgeblich sein für den weiteren Saisonverlauf. Wir reden immer noch von einem Spiel "David gegen Goliath".

Kirsch: Ganz einfach: Weil die wenigsten damit rechnen. Ammerthal ist der klare Favorit.

Auf welchen Spieler des Gegners muss Ihre Mannschaft besonders aufpassen?

Rösl: Nachdem die Mannschaft des FC Amberg qualitativ so stark ist, werden wir das Augenmerk nicht auf einen einzelnen Spieler legen.

Kirsch: Auf die Stürmer, auf Tomas Petracek und meinen alten Freund Michael Jonczy. Den habe ich damals in meiner Zeit in Neumarkt zum ASV geholt. Wir kennen uns immer noch sehr gut. Und dann natürlich noch auf Friedrich Lieder, der als Ex-Spieler des FC Amberg besonders motiviert sein wird.

Auf welchem Platz steht Ihre Mannschaft am Saisonende?

Rösl: Wir wollen mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Also auf einem Platz vor den Relegationsrängen.

Kirsch: Auf einem Platz zwischen zwei und sechs.

Ist Portugal verdient Europameister geworden?

Rösl: Ganz lapidar: Ja. Weil sie das Finale gewonnen haben.

Kirsch: Sagen wir mal so: Nicht unverdient. Nach der Verletzung von Ronaldo war es taktisch richtig, so zu spielen. Die Null so lange wie möglich zu halten. Das erinnert stark an Griechenland 2004. Das kann man in einem Spiel so machen. Hätte es ein Hin- und Rückspiel gegeben, dann hätte sich Frankreich durchgesetzt.
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