Fußball Bayernliga Nord
Die Abwehr schwächelt

Haibachs Torjäger Christian Breunig (links) im Zweikampf mit Scott Kennedy, der nach seiner Verletzung erstmals wieder spielte. Bild: Harald Schreiber
Sport
Amberg in der Oberpfalz
04.09.2016
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Acht Ausfälle: Der FC Amberg kann das nicht kompensieren. Der personell arg gebeutelte Fußball-Bayernligist muss die zweite Niederlage in Folge hinnehmen. Beim 3:1-Sieg setzt Alemannia Haibach allerdings grenzwertige Mittel ein.

/Haibach. Den Vilsstädtern war dabei die Bemühungen keineswegs abzusprechen, aber der Ausfall von gleich acht Stammspielern konnte unterm Strich gegen einen kämpferisch überzeugenden Gastgeber nicht kompensiert werden.

Wieder mit Kennedy


Neben den Langzeitverletzen Sebastian Schulik, Michael Busch und Daniel Gömmel fielen die angeschlagenen Michael Dietl, Martin Popp, Andre Karzmarczyk und Jan Fischer aus, Neuzugang Caleb Clarke saß zumindest auf der Bank. Brian Gallo war zudem beruflich verhindert. Immerhin kehrte Scott Kennedy nach seiner Knöchelverletzung zurück. Brandl musste seine Anfangsformation aufgrund der vielen Fehlenden natürlich umbauen. Kennedy rückte wieder in die Innenverteidigung, Lennard Meyer stand erstmals in der Bayernliga vom Beginn an auf dem Feld und verteidigte auf der linken Seite. Trotz der personellen Schwächung boten die Gelb-Schwarzen dem SVA, dem vom Anpfiff weg anzumerken war, dass er unbedingt gewinnen wollte, Paroli.

Offener Schlagabtausch


Die Gastgeber um Trainer Klaus Hildenbeutel setzten dabei auf ihre Kampfbereitschaft, die allerdings oftmals an der Grenze des Erlaubten war, und bei der Referee Mario Hofmann in einigen Szenen oftmals beide Augen zudrückte. Es entwickelte sich nicht nur in der Anfangsphase ein offener Schlagabtausch, bei dem die Gastgeber die erste Chance hatten, als FCA-Schlussmann Matthias Götz, der etwas zu weit vorm Tor stand, gerade noch die Hand an den abgefälschten Schuss von Christian Huth (3.) hinbrachte.

In einem munteren Spiel gab es Chancen hüben wie drüben: So verpasste Sven Seitz aus rund elf Metern (11.), davor wurde Meyers Versuch gerade noch von Moritz Allig (9.) vor der Linie geklärt. Wer weiß, wie die Partie gelaufen wäre, hätte der FCA die sich bietenden Möglichkeiten genutzt.

So aber gingen die Haibacher nach einer Viertelstunde in Führung, wobei sie über die nicht immer sicher stehende und neu formierte linke Seite der Vilsstädter die Vorarbeit leisteten. Nutznießer war dabei Michael Sauer, der aus elf Metern keine Mühe hatte (15.). Ein Rückschlag für den FC Amberg, der jedoch schnell verdaut war.

Christian Knorr visierte nach 25 Minuten lediglich den Pfosten an, auf der Gegenseite tat es ihm kurz danach der eingewechselte Arward Kellner gleich. Den Ausgleich musste dann Julian Ceesay (29.) erzielen, als er nach einem schönen Angriff über Knorr nach dessen Flanke an SVA-Torhüter Simon Stadtmüller scheiterte (29.). Wie man es besser macht, zeigte dann Haibachs Stürmer Christian Breunig, wobei dem 2:0 der Platzherren ein klares Foulspiel an einem Amberger vorausging, das jedoch vom Schiedsrichter nicht geahndet wurde. Breunig hielt nach dem Ballgewinn aus rund 18 Metern mit links drauf, der Ball schlug unhaltbar für Götz zum 2:0-Halbzeitstand ein (38.).

Seitz an den Pfosten


Die eigentliche Vorentscheidung zugunsten des SV Alemannia fiel dann in der 53. Minute, wobei Sven Seitz nach nur wenigen Sekunden im zweiten Durchgang fast der Anschlusstreffer gelungen wäre. Aber auch er traf aus 20 Metern lediglich den Pfosten (46.). Auf Haibacher Seite war nach feiner Vorarbeit von Patrick Farbmacher Christian Huth, der nicht entscheidend gestört wurde, mit dem 3:0 zur Stelle.

Sirgedas trifft


Die nicht aufsteckenden Gelb-Schwarzen verkürzten durch den Treffer von Gratas Sirgedas (58.) nochmals auf 1:3. Allerdings fehlte im Spiel nach vorne oftmals der entscheidende Pass, so dass es im siebten Aufeinandertreffen beider Teams den ersten Erfolg für Haibach gab. Amberg musste so nach dem 0:1 gegen den ASV Neumarkt die zweite Niederlage in Folge hinnehmen.

Bayernliga Nord

SV Alemannia Haibach - FC Amberg 3:1 (2:0)

Alemannia Haibach: Stadtmüller - Sauer, Sänger, Allig (82. Schrod), Uworuya (63. Feyh) - Kallina (12. Kellner), Farbmacher, Franz, Bauer - Breunig, Huth.

FC Amberg: Götz - Meyer, Kühnlein (72. Helleder), Kennedy, Graml - Keilholz (60. Haller), Ceesay, Wiedmann, Knorr (65. Burgutzidis) - Sirgedas - Seitz.

Tore: 1:0 Michael Sauer (15.), 2:0 Christian Breunig (38.), 3:0 Christian Huth (53.), 3:1 Gratas Sirgedas (58.) - Zuschauer: 250 - SR: Mario Hofmann (Heroldsbach).

VfB Eichstätt - Würzburger FV 2:0 (0:0) Tore: 1:0 (81.) Yomi Scintu, 2:0 (86.) Florian Grau - SR: Michael Hofbauer (TSV Bernau) - Zuschauer: 600.

ASV Neumarkt - SpVgg SV Weiden 4:0 (1:0) Tore: 1:0 (21.) Bernhard Neumayer, 2:0 ( 58.) Christian Heinloth, 3:0 (61.) Bernhard Neumayer, 4:0 (81.) Bojan Sremcevic - SR: Peter Dotzel (TSV Heidenfeld) - Zuschauer: 400.

1. FC Sand - SV Erlenbach/Main 6:1 (1:1) Tore: 0:1 (18./Elfmeter) Damien Letellier, 1:1 (35.) Daniel Krüger, 2:1 (57.) Sebastian Wagner, 3:1 (65.) Danny Schlereth, 4:1 (76.) Dominik Schmitt, 5:1 (78.) Sebastian Wagner, 6:1 (86.) André Karmann - SR: Patrick Hanslbauer (TSV Altenberg) - Zuschauer: 250.

TSV Großbardorf - Don Bosco Bamberg 3:2 (1:1) Tore: 1:0 (8.) Björn Schönwiesner, 1:1 (25.) Tobias Eichhorn, 2:1 (53.) Pascal Stahl, 2:2 (71./Elfmeter) Markus Fischer, 3:2 (87.) Manuel Orf - SR: Steffen Grimmeißen (SpVgg Löpsingen) - Zuschauer: 280.

SpVgg Ansbach - TSV Aubstadt 0:1 (0:0) Tor: 0:1 (89./Elfmeter) Ingo Feser - SR: Christopher Schwarzmann (TSV Scheßlitz) - Zuschauer: 550.

Die Ernüchterung für Weiden

Weiden. Es lief so gut für die SpVgg SV Weiden. Neun Punkte, kein Gegentreffer in den letzten drei Spielen der Bayernliga Nord. Am Samstag in Neumarkt war es damit vorbei. Am 10. Spieltag kassierte die Galasek eine 0:4-Schlappe, auch wenn das Ergebnis keinesfalls den wahren Spielverlauf widerspiegelt. Der ASV zeigte sich enorm effektiv und erzielte zum richtigen Zeitpunkt die Tore, während die SpVgg SV ihr Visier nicht richtig eingestellt hatte und auch Glücksgöttin Fortuna in diesem gutklassigen Bayernligaspiel nicht auf der Seite der Weidener war, was alleine drei Aluminiumtreffer belegen.

"So ist Fußball. Wir haben kein schlechtes Spiel abgeliefert und ich kann meinen Spielern keinen Vorwurf machen. Neumarkt war einfach einen Tick cleverer, auch wenn am Ende ein klares Ergebnis steht", sagte Tomas Galasek.

Nach dem 2:2 gegen AmmerthalAschaffenburg feuert Baier

Aschaffenburg. (dme) Es gibt es ersten Trainerwechsel in der Bayernliga Nord: Die Viktoria Aschaffenburg hat nach zehn Bayernliga-Saisonspielen die Reißleine gezogen. Einen Tag nach dem 2:2-Remis gegen die DJK Ammerthal hat sich der Regionalliga-Absteiger am Samstagvormittag von Trainer Jürgen Baier getrennt, dessen Vertrag noch bis Sommer 2017 läuft. 15 Zähler aus zehn Liga-Partien sind nicht der Anspruch der Unterfranken, in den kommenden Wochen soll nun der "Schatten der letzten Saison" samt "frustrierender" Relegationsspiele "abgeschüttelt werden".

Bereits in der nächsten Woche will die "Diva vom Schönbusch" eine neue Trainerlösung präsentieren, derweil übernimmt Co-Trainer Markus Schäfer die Trainingsarbeit. Der bittere Abstieg aus der Regionalliga Bayern samt Relegationsniederlagen gegen den TSV 1860 Rosenheim und die SpVgg Bayern Hof musste im Sommer unter der Regie von Trainer Jürgen Baier, der erst im Winter von SV Erlenbach kam, weggesteckt werden. Unter Baier sammelte die Viktoria auch nach dem Abstieg erst vier Siege, bei drei Remis und drei Niederlagen. Das freitägliche 2:2 gegen die DJK Ammerthal - zuhause holte die Viktoria aus vier Spielen erst einen Dreier - war nun ausschlaggebend für die Entscheidung des Klubs sich vom 58-jährigen Chefanweiser zu trennen. "Klar, das sind fünf Punkte zu wenig. Aber dennoch kommt die Entscheidung der Vereinsführung für mich völlig überraschend. Es war nicht angekündigt, dass die Partie gegen Ammerthal ein Bewährungsspiel wäre. Und schließlich wurde ja der Neuaufbau als großes Vereinsziel ausgegeben. Da stecken wir mittendrin. Dass ich jetzt entlassen werde, kann ich nicht nachvollziehen", so Jürgen Baier in seiner ersten Reaktion.
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