Fußball
Mit der Torblockade ist es wie mit einem Luftballon

Der gegnerische Torwart ist einen Tick eher am Ball als der Amberger Marco Wiedmann. Eine typische Szene in den vergangenen Spielen. "Wir haben ja unglaublich viele Chancen", sagt Trainer Timo Rost, "das ist unüblich für ein Team im Abstiegskampf." Bild: Venzl
Sport
Amberg in der Oberpfalz
22.04.2016
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Zwei Punkte aus den letzten zwei Spielen - und damit zwei mehr als in den sechs Partien davor. Fußball-Regionalligist FC Amberg macht mit der mittlerweile berüchtigten Fünferkette hinten dicht. Trainer Timo Rost ist zuversichtlich, dass nun auch vorne der Knoten platzt.

Ob diese Miniserie nur ein kurzes Aufflackern, oder tatsächlich eine kleine Trendwende ist, zeigt sich am Samstag, 23. April (14 Uhr), wenn der TSV Buchbach zu Gast im Stadion am Schanzl ist. Der Kultverein der Fußball-Regionalliga - das vermittelt schon das Vereinsmotto "Mia san Kult" - steht mit 40 Punkten im sicheren Mittelfeld und kann die verbleibenden Spiele mit einer gewissen Leichtigkeit angehen.

Dämpfer im Pokal


"Ja, das kann man schon so sagen. Aber das kommt ja nicht von ungefähr. Viel Arbeit, hartes Training und ein Quäntchen Glück gehören natürlich auch dazu", sagt Trainer Anton Bobenstetter (54). Von einer dreijährigen Unterbrechung abgesehen, ist die aktuelle Saison seine neunte als Cheftrainer beim TSV. In den letzten zehn Partien gab es nur eine Niederlage in Ingolstadt, nach dem Sieg gegen den Jahn aber eine 2:4-Niederlage im Toto-Pokal gegen Memmingen, und zuletzt auch nur zwei Unentschieden gegen Schweinfurt (0:0) und Augsburg II (1:1).

Ein Erfolgsrezept


Mit der Auswärtsbilanz können die Buchbacher aber leben: 18 Punkte aus 14 Spielen sind ein anständiger Wert für die Rot-Weißen. Nach diesem 30. Spieltag dürften - zumindest aus TSV-Sicht - aber gern weitere Punkte hinzukommen, wobei Bobenstetter natürlich um die jüngste Defensivstärke Ambergs weiß. Er rechnet deshalb mit einer torarmen Partie: "Letztlich ist es uns egal, ob der Gegner defensiv steht, oder nicht. Aber wenn der FC natürlich wieder mit einer Fünferkette hinten aufläuft, werden wohl nur wenige Tore fallen." Dass Timo Rost die Flucht nach vorne antreten lässt, scheint unwahrscheinlich. Doch nach der Negativserie mit sechs Niederlagen in Folge taten die zwei Unentschieden gegen Regensburg und am vergangenen Wochenende beim TSV 1860 München II natürlich gut. Gerade weil man erstmals in dieser Saison zwei Spiele in Folge kein Gegentor kassierte - Erfolgsrezept Fünferkette.

"Wir haben das hervorragend umgesetzt und stehen hinten wieder gut", ist Rost zufrieden. Trotz 797 Minuten ohne eigenen Treffer besteht weiterhin Hoffnung auf ein offensives Erfolgserlebnis: "Denn wir haben ja unglaublich viele Chancen, das ist unüblich für ein Team im Abstiegskampf. Aber es ist wie mit einem Luftballon - der platzt ja auch irgendwann. So ist es mit unseren Toren dann auch."

Michael Plänitz gesperrt


Zuallererst soll gegen Buchbach aber wieder die Defensive sicher stehen, man müsse sich wehren gegen die kampfstarken Oberbayern. Rost fehlt aber Kapitän Michael Plänitz wegen einer Gelbsperre, hinter den Einsätzen von Sebastian Hauck (Faserriss) sowie der grippekranken Tobias Wiesner und Christian Knorr stehen Fragezeichen. Benjamin Werner wurde nach langer Verletzung hingegen gegen die kleinen Löwen am vergangenen Wochenende eingewechselt und könnte gegen Buchbach eine Option sein - und vielleicht kommen mit ihm ja auch die so lang vermissten Tore wieder zurück.

FC Amberg: Götz (1), Schober (25); Ceesay (15), Gorgiev (5), Fischer (2), Göpfert (4), Kühnlein (15), Karzmarczyk (18), Graml (6), Hempel (14), Knorr (17) ?, Schneider (20), Lincke (19), Wiedmann (10), Dietl (8), Hauck (27) ?, Seitz (9), Wiesner (7) ?, Werner (11), Torunarigha (21).
Wenn der FC natürlich wieder mit einer Fünferkette hinten aufläuft, werden wohl nur wenige Tore fallen.Buchbachs Trainer Anton Bobenstetter
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