Fußball Regionalliga Bayern
Negativserie des FC Amberg geht weiter

Ratlos: Julian Ceesay, Kai Hempel und Oliver Gorgiev (von links) können die Niederlage gegen Bayreuth nicht fassen. Das sechste Spiel in diesem Jahr, wieder kein Tor - der FC Amberg marschiert unaufhaltsam Richtung Bayernliga. Bild: ref
Sport
Amberg in der Oberpfalz
08.04.2016
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Auf der Tribüne ertönt bereits der Ruf nach dem "Abstiegs-Bier", nach dem dritten Treffer für Bayreuth verlassen die ersten Zuschauer das Stadion. Einer desolaten ersten Hälfte des FC Amberg folgt zumindest das Bemühen, im zweiten Abschnitt ein Tor zu schießen. Es bleibt beim Versuch.

(mir) Die Negativserie des FC Amberg geht unaufhaltsam weiter. Nach einem über Strecken schwachen und ideenlosen Auftritt verlor die Elf von Timo Rost mit 0:3 (0:2) gegen die SpVgg Bayreuth und bleibt damit im Tabellenkeller auf einem Relegationsplatz hängen. Die Enttäuschung war dementsprechend groß bei Timo Rost: "Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, dass der Einsatz nicht gestimmt hätte. Wir haben Druck gemacht ohne Ende und riesige Chancen, aber machen die Dinger einfach nicht rein. So wird's natürlich schwer, in dieser Liga zu bestehen. Ich bin aber nach wie vor überzeugt, dass wir da rauskommen."

Bayreuth ist durch


Das Thema Klassenerhalt ist für die Gäste aus Bayreuth wohl durch: "Am Ende müssen wir froh sein, dass wir in der Amberger Druckphase kein Gegentor kassiert haben", bilanzierte Co-Trainer Jörg Pötzinger. Beim FC gab es gegenüber der 0:3-Niederlage in Illertissen zwei Änderungen in der Start-Elf: Silas Göpfert musste auf der Bank, Sven Seitz sogar nur auf der Tribüne Platz nehmen (Rost: "Es spielen die, die nach vorne und hinten richtig arbeiten").

Neu ins Team rückten dafür Tobias Wiesner und Michael Dietl, vom Personal her also eine offensivere Ausrichtung. Bei den Bayreuthern änderte sich das Team auf drei Positionen im Gegensatz zum 0:0 gegen Augsburg II - alle Änderungen übrigens in der Abwehrreihe. Die wurde aber so gut wie nie gefordert, die erste Viertelstunde verlief nahezu ereignislos - es schien eine zähe Partie zu werden. Das änderte sich in der 19. Minute: Da machte die Amberger Abwehrreihe - wie mehrfach in dieser Partie - nicht den wachsten Eindruck. Tayfun Özdemir stand plötzlich allein vor Matthias Götz und schob zum 0:1 ein.

Nur ein paar Minuten später sah die FC-Defensive erneut schlecht aus. Marius Strangl spazierte unbehelligt durch das Mittelfeld und kam aus gut 20 Metern frei zum Schuss - den konnte Matthias Götz noch klären, Tobias Ulbricht versenkte aber frei stehend den Abpraller zum 0:2 (25.).

Wechsel nach 30 Minuten


Da hatte Timo Rost genug gesehen, brachte nach gut 30 Minuten Frank Lincke und Andreas Graml für Kevin Kühnlein und Michael Dietl. Defensiv wurde es so zwar etwas stabiler, offensiv traten die Gastgeber aber weiter kaum in Erscheinung: Sowohl der Schuss von Christian Knorr (31.) als auch zwei Freistöße von Marco Wiedmann (38.) stellten Bayreuths Keeper Erik Arkenberg vor keine großen Probleme.

Die Gäste hatten wenig Mühe, die Amberger Angriffe zu verteidigen und so ging es mit 0:2 in die Halbzeitpause - bis dahin ein ernüchternder und schwacher Auftritt des FC, offensiv wie defensiv. Die Rost-Elf kam mit viel Wut im Bauch aus der Pause und wollte die Partie noch drehen - doch wie schon zuletzt: Man brachte den Ball einfach nicht über die Linie und das trotz bester Chancen. Allein Tobias Wiesner hatte drei dicke Möglichkeiten: In der 60. Minute scheiterte er frei stehend aus zehn Metern am Gästekeeper, ein weiterer Versuch ging knapp über das Tor (65.) und einmal verfehlte eine technisch starke Direktabnahme das Gehäuse der Gäste nur um Millimeter (72.). Auch die Versuche von Marco Wiedmann (62.) und Christian Knorr (70.) rauschten knapp vorbei.

Viele hohe Bälle


Die volle Offensive des FC lebte von hohen Bällen nach vorn und in die Mitte. Und genau da fehlte am Ende einer, der den Ball auch mal eiskalt im Tor unterbringt. Im Gegenzug bekamen die Gäste viel Platz, den sie nach einem Pfostenschuss von Tobias Ulbricht (68.) einmal erfolgreich nutzen konnten, als der eingewechselte Felix Strößner die Partie mit dem 0:3 (74.) endgültig entschied. Vorausgegangen war ein krasser Fehlpass im Amberger Aufbauspiel.

Eines muss man dem FC zugutehalten: Die Rost-Elf gab sich zu keinem Zeitpunkt auf und kämpfte bis zum Ende. Das große Manko dabei: Es fehlt einer, der auch mal für etwas Zählbares sorgt. So fehlen aber nicht nur die Tore - seit 617 Minuten inzwischen - sondern auch die Punkte.
Wir haben Druck gemacht ohne Ende und riesige Chancen, aber machen die Dinger einfach nicht rein.Timo Rost, Trainer FC Amberg


Regionalliga BayernFC Amberg - SpVgg Bayreuth 0:3 (0:2)

FC Amberg: Götz - Knorr, Kühnlein (28. Graml), Ceesay, Gorgiev - Plänitz (46. Göpfert) - Hempel, Dietl (28. Lincke), Wiedmann - Wiesner, Hauck.

SpVgg Bayreuth: Arkenberg - Pötzinger, Gareis (79. Ascherl), Zitzmann, Wolf - Strangl, Schmitt, Böhnlein, Lieder (66. Strößner) - Özdemir (87. Ruß), Ulbricht.

Tore: 0:1 (19.) Tayfun Özdemir, 0:2 (25.) Tobias Ulbricht, 0:3 (74.) Felix Strößner - SR: Andreas Hummel (TSV Betzigau) - Zuschauer: 547.
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