Fußball Regionalliga Bayern
Wenn nicht jetzt, wann dann

Kollektiver Jubel am 10. Oktober 2015 beim FC Amberg: Die Mannschaft von Trainer Timo Rost hatte gegen den TSV Rain/Lech mit 1:0 gewonnen und war am 14. Spieltag der Regionalliga Bayern mit Platz sechs bester Aufsteiger. Der Meister der Bayernliga Süd, der mit acht Punkten Vorsprung nach der Saison 2014/15 aufgestiegen war, rutschte nach der Niederlage in Amberg auf Rang zwölf ab. Bild: ref
Sport
Amberg in der Oberpfalz
29.04.2016
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Es ist für beide Mannschaften die letzte Chance auf den direkten Klassenerhalt, sagt Tobias Luderschmid vor dem Spiel seines TSV Rain gegen den FC Amberg. Und: Eine reine Nervensache sei das Duell in der Abstiegszone der Regionalliga Bayern.

Die Partie zwischen dem TSV Rain/Lech und dem FC Amberg am Samstag, 30. April, um 14 Uhr ist ein Spiel, wie es Louis van Gaal einst mit dem Begriff "Tod oder Gladiolen" umschrieb. Auf neudeutsch würde auch der englische Slogan "do or die" passen. Oder man vereinfacht es auf folgende Formel: Gewinnt der FC, ist der erste Konkurrent in Sachen direkter Klassenerhalt wohl ausgeschaltet und man wäre selbst wieder in guter Position um den Ligenverbleib. Verliert der FC hingegen, wären es im schlechtesten Fall sechs Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz und man würde selbst auf einem direkten Abstiegsplatz stehen.

Letzter seit 26. März


Dieses Gefühl kennt man beim TSV Rain/Lech ziemlich gut. Seit dem 26. März sind die Schwaben Tabellenletzter und haben aktuell zwei Punkte Rückstand auf einen Relegations- und fünf auf einen Nichtabstiegsplatz. Das Spiel gegen den FC Amberg ist "in der aktuellen Konstellation für beide Teams wohl die letzte Chance auf den direkten Klassenerhalt", so Trainer Tobias Luderschmid (34), der seit der Winterpause in Rain tätig ist, die Saison aber eigentlich als Trainer beim FC Augsburg II begann.

Der Glaube an den Ligaerhalt ist beim Team mit der schlechtesten Defensive der Liga (66 Gegentore) aber zumindest noch in Ansätzen vorhanden. "Wir müssen erst mal von ganz unten weg kommen. Im Idealfall könnten wir an diesem Spieltag zwei Teams überholen. Ob es am Ende dann für Platz 14 reicht, hängt von vielen Faktoren ab."

Immerhin sieben Punkte


Dabei ist sein Team noch einer der Abstiegskandidaten, die in letzter Zeit wenigstens punkten konnten: Neben drei Niederlagen (wie zuletzt beim 1:3 in Augsburg) gab es für den TSV in den letzten sechs Spielen immerhin zwei Siege und ein Unentschieden. Diese kleinen Teilerfolge könnten am Ende aber dann doch zu wenig sein - und auch deshalb wird das Duell gegen Amberg wegweisend. Für beide Mannschaften werde es eine große nervliche Belastung, so Luderschmid, der gespannt ist, wie Amberg auftreten wird: "Ich glaube nicht, dass der FC so vorsichtig agiert wie in den letzten Spielen. Sie werden gegen den Tabellenletzten wohl schon etwas offensiver kommen."

Alles in eigener Hand


Dabei gibt aber gerade diese defensivere Spielweise dem FC Amberg derzeit eine gewisse Sicherheit. "Wir sind damit ganz gut gefahren", meint Ambergs Trainer Timo Rost zu nur einem Gegentor in den letzten drei Spielen. Das war allerdings ein bitteres: In den Schlusssekunden kassierte man gegen Buchbach den entscheidenden Treffer. Schnee von gestern, so Rost: "Jetzt die Köpfe hängen lassen, bringt gar nichts. Wir haben das analysiert. Im Abstiegskampf gibt es für uns kein Hadern oder Jammern." Drei Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz sind es aktuell für den FC, der noch immer alles in der eigenen Hand hat.

Vielleicht ist es ja ein gutes Omen, dass es den letzten Amberger Sieg ebenfalls in Schwaben gab. Mit 3:1 in Memmingen gewann man damals am 7. November - schon eine Zeit her, aber ein Tor würde diesmal auch reichen, es wäre ja immerhin das erste seit 887 Minuten. Und dafür stehen Rost alle Mann zur Verfügung.

FC Amberg: Götz (1), Schober (25), Ceesay (15), Gorgiev (5), Fischer (2), Göpfert (4), Kühnlein (15), Karzmarczyk (18), Graml (6), Hempel (14), Knorr (17), Schneider (20), Lincke (19), Plänitz (13), Wiedmann (10), Dietl (8), Hauck (27), Seitz (9), Wiesner (7), Werner (11), Torunarigha (21).
Im Idealfall könnten wir an diesem Spieltag zwei Teams überholen.Tobias Luderschmid, Trainer TSV Rain/Lech
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