Fußball Regionalliga
„Die Mannschaft lebt“

Engagiert im Zweikampf: Junior Torunarigha (Mitte) wurde in der 62. Minute für Tobias Wiesner eingewechselt und sollte für mehr Druck im Angriff sorgen. Im Hinspiel in Regensburg hatte Torunarigha gleich nach seiner Einwechslung einen Elfmeter für den FC Amberg herausgeholt. Im Rückspiel klappte es nicht. Bild: ref
Sport
Amberg in der Oberpfalz
13.04.2016
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Man merkt, was alles möglich ist, wenn die Stadt hinter uns steht, wenn das Publikum hinter uns steht.

Die Stimmung im Stadion hat's dem Präsidenten angetan, da ist Helmut Schweiger begeistert. Auch das Ergebnis des Derbys zwischen dem FC Amberg und Jahn Regensburg "passt", sagt er. Aber in einem Punkt hätte er mehr erwartet. Und Jahn-Trainer Heiko Herrlich wartet nach dem Spiel mit einem Kompliment auf.

Über exakt 2444 zahlende Zuschauer freute sich der Stadionsprecher, rund 3000 - inklusive der Ehrengäste - werden's wohl gewesen sein. "Ich habe mit tausend mehr gerechnet", räumte Schweiger ein, "da bin ich etwas enttäuscht. Ich finde, in einer Stadt wie Amberg hat eine Regionalliga-Mannschaft bei so einem Spiel mehr verdient." Aber, so Schweiger, diejenigen, die im Stadion waren, die "haben uns super unterstützt."

Die Anstoßzeit


Die Gründe für den seiner Meinung nach nicht so riesigen Andrang sieht der FC-Präsident vorwiegend in der Anstoßzeit: "Ein Dienstag um 17.45 Uhr, das ist problemematisch. Es gibt ja viele Leute, die um diese Zeit noch arbeiten. Flutlicht haben wir ja keines, so dass wir so früh beginnen mussten." Die schlechte Bilanz der Mannschaft vor dem Derby - sechs Spiele, sechs Niederlagen, kein einzigen Tor - will Schweiger nicht gelten lassen: "Das glaube ich nicht, dass es daran lag. Das war Abstiegskampf gegen Aufstiegskampf, mehr Brisanz geht nicht."

Schweiger nimmt aus dem 0:0 das Positive mit: Der Punkt habe der Mannschaft Riesenselbstvertrauen gegeben. Und: "Man merkt, was alles möglich ist, wenn die Stadt hinter uns steht, wenn das Publikum hinter uns steht. Das puscht die Mannschaft. Die Leute haben angefeuert, applaudiert bei so vielen Szenen - es wäre schön, wenn es immer so wäre."

Zehnfacher Etat


Denn, so Schweiger, die Fans und Zuschauer sollten - gerade was die Ergebnisse der vergangenen Wochen betreffe - eines nicht vergessen: "Wir sind der Underdog in der Liga. Regensburg hat den zehnfachen Etat, das sind Profis. Für uns ist jedes Spiel ein Endspiel. Man muss einfach sehen, was wir hier mit relativ bescheidenen Mitteln auf die Beine gestellt haben." Der Abstieg ist für ihn kein Thema: "Daran denke ich überhaupt nicht. Wir schaffen das. Selbst wenn wir in die Relegation müssen. Die Mannschaft ist so gefestigt, die kann das."

"Leider"


Was sie kann, hat Trainer Timo Rost mit einer für ihn ungewohnten Variante gezeigt: "Amberg sehr gut verteidigt mit fünf Mann auf der Linie und vier davor - leider", gestand Jahn-Trainer Heiko Herrlich ein. Und schob ein Komliment hinterher, das für seine Elf im Derby so nicht galt: "Man hat gemerkt dass die Mannschaft des FC Amberg lebt und bis zur letzten Minute kämpft."

"Ich musste der Mannschaft Sicherheit geben. Das erste Mal seit langem unter meiner Führung haben wir defensiv agiert. Eigentlich lasse ich lieber offensiv spielen. Das haben wir die letzten Wochen gemacht, die Chancen erarbeitet, aber wir machen die Dinger nicht rein. Deswegen musste ich was ändern", erklärte Rost die Fünferkette. Denn bei dem offensiven Stil, den er pflege, "sind wir ab und zu hinten anfällig." Und wenn vorne schon die Tore nicht fallen, dann müsse wenigstens hinten die Null stehen. "Das ist ein Punkt im Abstiegskampf. Das war das richtige taktische Mittel", erklärte Rost.

Ein 0:0 der "besseren Sorte" hat Ambergs Teammanager Hubert Kirsch gesehen. Wenig Torchancen, aber die wenigen waren "gewaltig." Für ihn geht das Unentschieden in Ordnung: "Wenn Wiedmann das 1:0 macht, dann gewinnen wir das Spiel. Aber wir hätten uns auch nicht beschweren dürfen, wenn Regensburg kurz vor Schluss das Tor macht", sagt Kirsch, der "wegen einer Lappalie" im emotional aufgeheizten Derby vom Schiedsrichter kurz vor Schluss auf die Tribüne verbannt wurde.
Man merkt, was alles möglich ist, wenn die Stadt hinter uns steht, wenn das Publikum hinter uns steht.Helmut Schweiger, Präsident FC Amberg, der es während des Derbys kaum auf seiner Bank aushielt
Das erste Mal seit langem unter meiner Führung haben wir defensiv agiert. ... Das war das richtige taktische MittelTimo Rost, Treiner FC Amberg
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