Fußball Tagung Landesliga Mitte
Alles ist optimal

Kein Wochenspieltag im April: Die Mehrheit der Landesliga-Mitte-Vertreter sprach sich dagegen aus. Bild: ref
Sport
Amberg in der Oberpfalz
08.02.2016
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Wir sind demokratisch an diese Sache herangegangen. Damit gibt es Mehrheiten. Auf einzelne Vereine können wir nicht Rücksicht nehmen.

Nach rekordverdächtigen 80 Minuten war die Tagung der Landesliga Mitte vorbei, zu der Spielleiter Thomas Graml die Vereine ins Sportheim der DJK Ammerthal eingeladen hatte. Ein Grund: "Es gibt nicht viel Neues aus dem Verband. Wir sind froh, wenn es nicht viele Neuigkeiten gibt. Je weniger, desto besser", sagt Gustav Kagerbauer aus Zwiesel. Grund Nummer zwei: die Ergebnisse eines Fragebogens.

Ammerthal. Kagerbauer, Beisitzer des Verbandsspielausschusses des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) informierte die Vertreter von 17 der 18 Vereine der Mitte-Gruppe (der ATSV Kelheim hatte niemanden geschickt) über die wenigen "News". Die fünf Regionalligen sollen "ein bisschen evaluiert werden", die bayerische aber so bleiben. Der Videostreit mit dem BFV sei nach wie vor auf der Tagesordnung. Eine neue Klage ist anhängig, aber mittlerweile seien Sondierungsgepräche mit den Verlagen im Gange. Man hoffe auf eine außergerichtliche Einigung.

Der zweite Grund, warum's in Ammerthal so schnell ging, war ein Fragebogen, den der Fußballverband Anfang Oktober an alle Bayern- und Landesligisten verschickt hatte. "Wir haben immer wieder Stimmen gehört, dass wir dieses oder jenes ändern sollen", erklärte Graml. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Funktionären, Vereinsvertretern und Trainern sollte nach der Auswertung gebildet werden, um Probleme zu lösen. Es war nach der Umfrage zum Toto-Pokal das zweite Mal, dass der Verband auf diese Weise die Clubs mit einbezog. "Aber in diesem Umfang haben wir so etwas vorher noch nicht gemacht", sagte Graml.

Die Auswertung, die der Bezirksspielleiter in Ammerthal präsentierte, brachte überraschende Ergebnisse: Weder bei der Ligenstruktur, noch bei der Ligenstärke, beim Rahmenterminkalender oder gar bei der Auf- oder Abstiegsregelung wollen die Vereine Änderungen. Im Gegenteil: Breite Zustimmung zum Ist-Zustand, weswegen Graml zusammenfasste: "Es besteht kein Handlungsbedarf. Warum etwas optimieren, was nicht zu optimieren ist?" Deswegen werde es auch keine Arbeitsgruppe geben. Konkret bedeutet es für die Landesliga Mitte, dass sie auch künftig mit 18 Vereinen spielt, und dass eine Saison am dritten Juli-Wochenende beginnt (2016/17 am 16. Juli). Es gibt wie bisher zwei sogenannte "Englische Wochen", die zwei Wochenspieltage vorsieht (2016/17 am 20. Juli und 3. August).

Auch die Auf- und Abstiegsregelung bleibt wie bisher. Der Meister der Landesliga Mitte steigt auf, der 17. und 18. ab. Der Zweitplatzierte und die Nummern 15 und 16 müssen in die Relegation, der schlechteste 14. aller fünf Landesligen ebenfalls. Hier könnte es für die Saison 2016/17 eine kleine Änderung geben, dass der 14. einen kleinen Vorteil hat und sich seinen Gegner (aus den Releganten der Bayernliga) und das Heimrecht aussuchen kann. "Aber das ist alles. Größere Änderungen wird es frühestens in der Saison 2019/20 geben, wenn sie auf dem Verbandstag 2018 beschlossen werden sollten", erklärte Graml.

Die Relegationstermine für die betreffenden Mannschaften, die höchstens vier Relegationsspiele haben sollen, stehen bereits fest: Runde 1 zur Bayernliga am 25. und 28. Mai, Runde 2 am 1. und 4. Juni. Runde 1 zur Landesliga am 26. und 29. Mai, Runde 2 am 1. und 5. Juni. Graml wies darauf hin, dass es diesmal Regelanstoßzeiten gibt (16 Uhr am Wochenende und 18.30 Uhr unter der Woche) - aber keine starren mehr. "Die Anstoßzeiten können geändert werden", sagte Graml, um Überschneidungen bei Derbys zu vermeiden. Der 28. Mai sei noch offen, da an diesem Tag ein bundesweiter Pokal-Tag geplant ist (siehe Infokasten).

"Wir sind demokratisch an diese Sache herangegangen. Damit gibt es Mehrheiten. Auf einzelne Vereine können wir nicht Rücksicht nehmen", erklärte Kagerbauer die Auswertung und Umsetzung des Fragebogens. "Denn wir alle wollen Kontinuität und nicht jedes Jahr Änderungen."

Thomas Ernst vom Verbandslehrstab der Schiedsrichter erläuterte, dass Klagen über falsche Torschützen im Elektronischen Spielberichtsbogen (ESB) laut wurden. Er wies daraufhin, dass die Schiedsrichter im Zweifelsfall, was Tore oder Karten betrifft, bei den Vereinen nachfragen sollen, bevor sie einen Eintrag vornehmen. Fritz Reisinger, Leitender Verbandsanwalt, erwähnte die bisher 36 Roten Karten in der Landesliga Mitte und im Vergleich dazu die Süd/West-Gruppe mit 22 und die Nord/Ost-Liga mit 39. "Erfreulicherweise sind pyrotechnische Ausschreitungen und Gewalt auf den Plätzen deutlich zurückgegangen", sagte Reisinger.
Wir sind demokratisch an diese Sache herangegangen. Damit gibt es Mehrheiten. Auf einzelne Vereine können wir nicht Rücksicht nehmen.Gustav Kagerbauer
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