HG Amberg: 25 Stunden Geburtstag gefeiert
Abschied von Goalgetter Tobi Hirsch

Tobias Hirsch (40) erzielte in seinem Abschiedsspiel ein letztes Mal die meisten Tore.
Sport
Amberg in der Oberpfalz
20.05.2016
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Wer 22 Jahre in der ersten Mannschaft spielt, hat einen besonderen Abschied verdient: Für Goalgetter Tobias Hirsch gab es minutenlang Standing Ovations und trotzdem eine Party. Die Amberger Handballer feierten den 25. Geburtstag ihres Vereins mit einem 25-Stunden-Spiel.

1991 gründeten die Handball-Sparten der Sportgemeinschaft Siemens und des Turnvereins 1861 trotz einiger Widerstände eine Handballgemeinschaft. Ein Vierteljahrhundert nach der Zusammenführung der alten Rivalen feierte die HG SGS/TV 1861 Amberg das Jubiläum der Erfolgsgeschichte mit einem ganz besonderen Geburtstagsfest: "25 Jahre HG Amberg - 25 Stunden Handball".

Der bislang einmalige Event begann mit einem Schleiferl-Turnier, zu dem befreundete Teams aus der Region eingeladen wurden. Jeweils eine Damen- und eine Herrenmannschaft wurden zusammengelost und die beiden Partnerteams absolvierten jeweils eine Spielhälfte à 25 Minuten. Die Ergebnisse wurden addiert und nach der Doppelrunde, in deren ausgedehnter Halbzeitpause die ehemaligen A-Junioren des Bayernligisten JSG Städtedreieck/Schwandorf und des Landeligisten JSG Amberg/Sulzbach ein hochklassiges Einlagespiel absolvierten, standen um weit nach Mitternacht die Sieger fest: Die Damenmannschaft der HG Amberg und die Herren des ESV 1927 Regensburg hatten alle vier Partien gewonnen und verwiesen die Duos HSG Naabtal (Damen)/TV Altdorf (Herren) und TV Altdorf (Damen/ HG Amberg (Herren) auf den geteilten 2,5. Platz.

Gaudi-Cup mit 60 Spielern


Im Anschluss wurde der 1. Amberger Gaudi-Cup ausgespielt. Rund 60 Spieler von der B-Jugend bis zu den Aktiven wurden so paritätisch wie möglich auf sechs Teams verteilt, die in zwei Dreier-Gruppen die Reihenfolge für die Platzierungspartien ausspielten. Treffer von Damen- und Jugendspielerinnen zählten dabei doppelt. Die Akteure zeigten zu nachtschlafender Zeit großen Einsatz und jagten bis sage und schreibe 6.25 Uhr der Lederkugel hinterher. Den Sieg holte sich die "orange Bedrohung" des Teams "Termbauer", doch wie bei den Spielen der Jüngsten stand auch hier das Motto "Erlebnis vor Ergebnis" an erster Stelle.

Nach einer kurzen Umbaupause gehörte dann das Feld den B-Jugend-Teams, die ebenfalls ein Schleiferl-Turnier absolvierten. Die Gastgeber der HG Amberg (Mädchen) und der JSG Amberg/Sulzbach hatten neben der SG Mintraching/Neutraubling (Mädchen) und der HG Hemau/Beratzhausen (Jungs) noch jeweils zwei Bezirksauswahlmannschaften des Heimatbezirks Ostbayern der Vilsstädter eingeladen. Die vier Zweier-Teams zeigten den Zuschauern in der GMG-Dreifachsporthalle über sechs Stunden lang tollen Handballsport und regten den Appetit auf die beiden Hauptspiele der Veranstaltung an. Gegen 15 Uhr traf zunächst die Bezirksoberliga-Meistermannschaft der Saison 2012/2013 der HG Amberg auf den alten Rivalen HC Weiden. In einer genauso unterhaltsamen wie torreichen Parte behielten die Gastgeberinnen am Ende mit 33:27 die Oberhand. Anschließend zeigten die jüngsten Handballer der HG, die Minis, bei einem weiteren Einlagespiel ihr Können und viel Engagement.

Mehrere Tausend Tore


Das Finale war gleichzeitig auch das offizielle Ende einer außergewöhnlichen Spielerkarriere: HG-Ikone Tobias Hirsch, der 22 Jahre lang für die erste Männermannschaft der HG aktiv war und dabei mehrere Tausend Tore erzielt hatte, bekam sein offizielles Abschiedsspiel. Im Rückmatch des erfolgreichen Benefizspiels aus dem Oktober, das mit 28:28 geendet hatte, traf die HG-Herrenmannschaft von Trainer Roland Schmid, frisch gebackener Aufsteiger in die Bezirksoberliga, auf die von Holger Metzner betreuten HG-Legenden, eine Auswahl von verdienten Spielern aus dem vergangenen Jahrzehnt. Aufgrund der Ferienzeit hatten beide Teams kurzfristig auf dem Transfermarkt zuschlagen müssen.

Hirsch trifft


So schlüpfte bei Amberg etwa Max Kellner, Sohn des ehemaligen Bundesliga-Torwarts Stefan "Lulu" Kellner, ins HG-Trikot, während sich die HG-Legenden mit dem eigentlich für Schwarzenfeld aktiven Torhüter Martin Strejc verstärkt hatten. Der reiste extra aus Pilsen an und hatte sich rund 15 Jahre mit Tobias Hirsch elektrisierende Privatduelle auf dem Parkett geliefert. Die Zuschauer wurden beim 39:36-Sieg des aktuellen HG-Teams nicht nur mit dreimal 25 Toren, sondern auch mit einer Vielzahl von sehenswerten Treffern verwöhnt. Die meisten davon erzielte wie gewohnt "Bomber" Hirsch, den man sich angesichts seiner formidablen Offensivleistung im Alter von 40 Jahren einfach nicht im Handball-Ruhestand vorstellen möchte.

Kurz vor dem Ende der von Schiedsrichter Peter Eckl geleiteten Partie war es soweit: Tobias Hirsch wurde ein letztes Mal ausgewechselt und mit minutenlangen Standing Ovations verabschiedet. Anschließend machten die Handballer in einer gemeinsamen Feier die zweite Nacht zum Tag.
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