Nur Berühren erlaubt
Lotti Baumann und Korbinian Pfeiffer bei den European Touch Championchips

Lotti Baumann (Bild) aus Amberg nahm ebenso wie Korbinian Pfeiffer im deutschen Nationalteam an der Europameisterschaft im "Touch" teil.
Sport
Amberg in der Oberpfalz
21.07.2016
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"Touch"-down: Korbinian Pfeiffer (unten) hat den eiförmigen Ball.

Touch heißt eine in unseren Breitengraden noch relativ junge Sportart, ähnelt in einigen Elementen dem Rugby, hat aber doch wesentliche Unterschiede: Körperkontakt ist nicht erlaubt, es gibt also kein "Tackling", sondern nur den "Touch", das Berühren. Zwei Amberger machen mit.

Sechs Spieler hat jedes Team - in Deutschland existieren vor allem Mixedmannschaften - und pro Angriff hat das betreffende Team sechs Touches zur Verfügung, während die verteidigende Mannschaft nach jedem Touch fünf Meter zurück gehen muss. Bei Turnieren gibt es innerhalb der Mannschaften einen fliegenden Wechsel, erzählen Lotti Baumann und Korbinian Pfeiffer, beide aus Amberg, die an der Europameisterschaft, der European Touch Championchips, auf Jersey teilnahmen.

Der Zauber dieser sehr laufintensiven Sportart (sechs Spieler pro Team agieren auf knapp einem Fußballfeld großen Spielfeld) zeige sich auch durch die tollen multinationalen Begegnungen, die Schnelligkeit und die taktischen Finessen. Das Spiel selbst begeistert vor allem Sportlerinnen und Sportler im englischsprachigen Raum: Länder wie England, Schottland, Wales oder Irland, aber auch Nationen wie Frankreich, Italien, Belgien, Luxemburg oder die Inseln Jersey und Guernsey nahmen am European Touch Championship in Jersey mit ihren jeweiligen Nationalmannschaften in den Bereichen Herren, Frauen sowie Mixedmannschaften teil.

In Deutschland selbst gibt es sechs Vereine, die ihren Sitz in München, Berlin, Frankfurt, Köln, Hamburg und Essen haben. Diese Clubs spielen dann in einer Art Bundesliga in mehreren Turnieren die deutsche Meisterschaft aus und aus diesem Potenzial sichern sich die Trainer ihre Kader für die Nationalmannschaften, die dann um sportliche Meriten spielen.

Die Elektroingenieurin Lotti Baumann wollte in ihrer Studentinnenzeit an der Universität eigentlich Beachvolleyball spielen. Da aber der zuständige Trainer ausfiel, waren nur noch Fußball und Touch "frei" und Lotti entschied sich für diese relativ junge Sportart, die vor allem auch in Neuseeland ihre Wurzeln hat. Das neue Spiel machte ihr viel Spaß, sie schloss sich dem Berliner Rugbyclub an, trainierte dort zweimal in der Woche. Seit 2014 steht sie im Kader der deutschen Frauennationalmannschaft, die unabhängig trainiert und mit ausgefeilten Trainingsplänen vom Laufen bis zum Yoga arbeitet.

Mit der Nominierung für dieses Turnier in Jersey schaffte Lotti einen großen und erfolgreichen Sprung, zumal sich das 16-köpfige Frauenteam bei den Europameisterschaften einen starken fünften Platz erspielte.

Korbinian Pfeiffer studiert Wirtschaftsingenieurwesen und kam über den Hochschulsport in Hamburg zu dieser Sportart. Vor zwei Jahren wurde in der Hansestadt der Verein "Touch Hamburg " gegründet und dort trainiert der Sportler dreimal in der Woche, vor der Europameisterschaft sogar so gut wie täglich. Pfeiffer fasziniert an der Sportart auch "die Kultur dieses Sports", die von einem absoluten Respekt dem sportlichen Kontrahenten gegenüber geprägt ist. Für die Herren reichte es zwar nicht zu einem "Platz auf dem Stockerl", aber diese Europameisterschaft war dennoch "ein grandioses Erlebnis", so Korbinian, den ebenso wie Lotti "Touch" auch in Zukunft elektrisiert.
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