Schwerwiegende Vorwürfe gegen Verantwortliche des FC Amberg
Razzia erschüttert FC Amberg

Ich bin in die ganzen FC-Geschichten nicht eingebunden.
Sport
Amberg in der Oberpfalz
27.04.2015
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Gegen Schlusslicht Memmelsdorf am Samstag ein 3:0 - die Bayernliga-Welt des FC Amberg ist weiterhin in Ordnung. Das Terrain, auf dem sich die Funktionäre bewegen, geriet jedoch urplötzlich ins Wanken. Am Donnerstag zur Frühstückszeit schneite Verantwortlichen von FC und TV 1861 der Zoll ins Haus. Es geht um schwerwiegende Vorwürfe.

Nach Informationen unserer Zeitung soll es zu Hausdurchsuchungen gekommen sein. Unter anderem steht wohl der Verdacht im Raum, dass Spielern unter der Hand mehr bezahlt worden sei als angegeben. Und: FC-Akteure sollen auf der Gehaltsliste von Firmen stehen, obwohl sie dort nie gearbeitet hätten. Vom Zoll war am Wochenende niemand erreichbar.

Der Vorstandsvorsitzende des FC Amberg, Helmut Schweiger, wollte zu alldem am Samstag nichts sagen und verwies auf Abteilungsleiter Werner Aichner sowie den Vorsitzenden des TV 1861 Amberg, Thomas Bärthlein. Aichner erklärte wörtlich am Telefon: "Ich habe mir nichts vorzuwerfen in der ganzen Sache." Folgenden Satz schob der FC-Vorstand nach: "Ich bin als Zeuge und nicht als Beschuldigter vernommen worden."

Bärthlein, quasi Gesamtvorsitzender von TV und FC, war nach eigenen Worten völlig perplex, als am Donnerstag um 7.30 Uhr zwei Fahnder vor seiner Tür standen: "Ich war etwas fertig." Die Zollbeamten hatten einen Beschluss dabei. "Das war Tatort-mäßig", meinte Bärthlein. Ihm sei geraten worden, sich öffentlich nicht dazu zu äußern. Der TV-Chef verwies aber gegenüber unserer Zeitung darauf, dass er "in die ganzen FC-Geschichten nicht eingebunden" sei. Von dem, was gelaufen sein soll und den Zoll auf den Plan gerufen hat, "wusste ich nichts", unterstrich Bärthlein. Sein Bestreben sei es seit langem, den FC Amberg auszugliedern und daraus eine GmbH zu machen. Zu diesem Thema sollte im Mai eigentlich eine außerordentliche Mitgliederversammlung stattfinden.

Thomas Bärthlein berichtete, er sei eindreiviertel Stunden vernommen worden. Den Fahndern habe er dann die "wenigen Unterlagen" mitgegeben, die er besaß. "Ansonsten habe ich ja nichts." Das Meiste hätten die FC-Verantwortlichen. Noch am Donnerstagabend, teilte Bärthlein außerdem mit, habe er den Turnrat des TV 1861 in einem zehnminütigen Gespräch über die Razzia in Kenntnis gesetzt. "Es ist meine Aufgabe, dass ich das Gremium informiere", machte der Turnvereins-Vorsitzende deutlich. Der Rat habe "schockiert" reagiert. (Angemerkt)
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