SGS-Volleyballer finden neue Vereinsheimat
Ein wegweisender Schritt

Alle sehen sich als Gewinner (von links): DJK-Volleyball-Sportwart Thomas Koller, die frühere SGS-Volleyball-Abteilungsleiterin Andrea Wonneberger, DJK-Vorsitzender Theo Daller, Sportverbands-Vorsitzender Norbert Fischer und Oberbürgermeister Michael Cerny. Bild: Steinbacher
Sport
Amberg in der Oberpfalz
27.01.2016
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Mit einem Schlag 91 Jugendliche mehr. Das ist ein gewichtiges Pfund für die nächsten Jahre. Mit dem Übertritt der Siemens-Volleyballer zum DJK-Sportbund ist dieser Überraschungscoup gelungen. Der OB denkt schon weiter.

Beileibe kein Beinbruch, vielmehr wegweisend. Das war die Botschaft einer Pressekonferenz im Amtszimmer von Oberbürgermeister Michael Cerny (CSU), um dem geschlossenen Übertritt der SGS-Volleyballer zum DJK-Sportbund (wir berichteten) den Ruch zu nehmen, hier sei etwas schiefgelaufen. Denn eigentlich wurde als Marschroute ausgegeben, dass der vor der Auflösung stehende, mitgliederstarke Siemens-Werkssportverein komplett im TV 1861 Amberg aufgehen soll.

Doch auch andere Sparten, etwa die bisher unter dem Siemensemblem segelnden Karateka, haben sich andere Vereine als den TV als neue Heimat gesucht. Für den OB ist das naheliegend unter dem Aspekt von je nach Sportart unterschiedlichen Interessenslagen. Auch aus der Sicht der Stadt sollten die Amberger Vereine ein einerseits möglichst breites, auf der anderen Seite aber auch qualitativ hochwertiges Angebot anbieten können. Kleinklein und verzetteln, das sei sicher nicht der richtige Weg, verwies Cerny am Dienstagabend auf die aktuelle Entwicklung - der Beitritt der Siemens-Volleyballer greift seit 1. Januar - beim DJK-Sportbund.

Es gibt Gedankenspiele, dass dort unten noch mehr passiert.OB Michael Cerny

Zielstrebig angegangen


Für dessen Vorsitzenden Theo Daller "ist das natürlich eine tolle Sache". Er könne mit der Eingliederung der bisherigen SGS-Sparte allein auf einen Zuwachs von 91 Jugendlichen verweisen. Ein Blick in die Zukunft falle da deutlich beruhigender aus. Zudem sei sein Verein auch für "unsere Integrationskraft" bekannt. "Ohne große Reibungsverluste" freudig aufgenommen worden zu sein, das betonte Andrea Wonneberger. Mit dem Übertritt ist sie von der SGS-Abteilungs- zur DJK-Spartenleiterin geworden. Maßgeblich daran beteiligt war Thomas Koller, Sportwart der DJK-Volleyballer. Für ihn ist es mehr als eine nur glückliche Fügung, auf eine mit einem Schlag intakte und in der Mitgliederstruktur gesunde Sparte setzen zu können.

Und in zehn Jahren?


Seit Jahren habe er zu den immer rarer werdenden Vereins-Sauriern, die Volleyball nur noch in der Hobbyliga betrieben haben, gezählt. Jetzt gehe endlich wieder etwas, das auch sportlich Perspektiven aufzeige. Immerhin brachte die SGS-Abteilung eine Herren-, vier Damen- und sieben Nachwuchsteams, die im Ligaspielbetrieb stehen, mit ein. "Unsere Erfahrung und diese Jugend", besser könne es kaum laufen.

Die kleinen Vereine werden immer mehr Probleme bekommen.Norbert Fischer, Vorsitzender Stadtverband für Sport

Damit war Koller Stichwortgeber für Norbert Fischer, Vorsitzender des Stadtverbandes für Sport. "Die kleinen Vereine werden mehr und mehr Probleme bekommen", ist er sich sicher. Deshalb gebe er den Verantwortlichen den Rat: "Überlegt einmal weiter, was wohl in zehn Jahren ist." Der OB tut das offenbar zusammen mit Fischer im Hintergrund schon.

Cerny möchte - erklärtermaßen jedoch nicht gegen den Willen der Vereine - den großflächigen, aber kleinteilig zergliederten Sportpark im Vilsbogen gegenüber der Werner-von-Siemens-Straße zu einem attraktiven und leistungsfähigen Sportzentrum aufwerten. "Es gibt Gedankenspiele, dass dort unten noch mehr passiert", verweist er auf bereits angestoßene Gespräche. Angesiedelt sind in diesem Umfeld der TV, FC, TC, ESV, ESC und ERSC und deren jeweiligen Sportanlagen. Cerny verweist als beispielhaft auf die Entwicklung im Eishockey. Aus einem waren im Streit zwei Vereine geworden, jetzt sind sie wieder zusammen.
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