Skilanglauf-WM
Medaillen Nummer 41 und 42 für Bernhard Langer

Geschwächt von einer wochenlangen Erkältung biss sich Bernhard Langer bei der Senioren-WM durch, steigerte sich von Wettkampf zu Wettkampf und holte seine WM-Medaillen Nummer 41 und 42. Bild: Erwin Mengel
Sport
Amberg in der Oberpfalz
16.02.2016
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Er hatte es befürchtet: Zum Auftakt der Senioren-Skilanglauf-WM sind die Beine noch zu schwer, um ganz vorne dabei zu sein. Doch mit jedem Tag geht es Bernhard Langer besser und nach der "ersehnten Medaille" mit der Staffel ist er im abschließenden Wettkampf in Topform.

Hirschau. Nicht der Schnee, nicht das Wetter in Finnland, nicht das Material - die große Unbekannte war die körperliche Verfassung. Nach einer hartnäckigen Erkältung, die ihn wochenlang dazu zwang, Trainings- und Wettkampfprogramm zu reduzieren, hatte Bernhard Langer vom Skiclub Monte Kaolino erst kurzfristig entschieden, in Vuokatti, rund 500 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Helsinki, zu starten. Umso stolzer ist der 48-Jährige über die Bronzemedaille mit der deutschen 4x5-Kilometer-Staffel und Silber im 45-Kilometer-Rennen.

Zwölf Sekunden fehlen


Das Auftaktrennen, die 30 Kilometer klassisch, war für Bernhard Langer nach zwei Kilometern eigentlich schon gelaufen. "Ich habe schnell gemerkt, dass ich nicht mithalten kann", sagt der 48-Jährige, für den es fortan nur noch darum ging, "so gut wie möglich durchzukommen". Der Hirschauer erreichte nach 1:29:45,3 Stunden das Ziel - auf Platz sieben, knapp vier Minuten hinter dem Sieger Eduard Kovyashov aus Russland. Zwei Tage später hatte Langer ein "etwas besseres Gefühl", für einen Medaillenplatz im 10-Kilometer-Rennen reichte die Kraft aber noch nicht. In 29:42,7 Minuten wurde er Sechster, zu Bronze fehlten zwölf Sekunden. Weltmeister wurde erneut Kovyashov (27:56,2) vor weiteren vier Russen. Die dominierten dann auch das 4x5-Kilometer-Staffelrennen zwei Tage später. Mit großem Vorsprung holte sich das Team Russland die Goldmedaille vor Finnland und Deutschland. Langer wurde von Startläufer Michael Richter als Zweitplatzierter auf die zweiten fünf Kilometer in klassischer Technik geschickt und hielt einen Abstand von einer halben Minute auf die Finnen.

Auf den beiden Skating-Abschnitten verloren die Deutschen zwar ihren zweiten Platz, ihren Vorsprung auf die Weißrussen retteten sie aber ins Ziel. "Die Erleichterung war groß, wir hatten die ersehnte Medaille", beschreibt Langer die Stimmung im deutschen Team - und auch er war mit seiner Leistung sehr zufrieden: "Das war endlich in dem Bereich, den ich laufen will und laufen kann."

"Zu schnell für mich"


Deshalb wagte er sich am nächsten Tag auch auf die 45 Kilometer. Ohne große Ambitionen, ohne konkretes Ziel. Nach drei Kilometern schon verschärfte die Spitzengruppe das Tempo. "Ich habe mir nur gedacht: Das ist zu schnell für mich, tut mir leid", sagt der Hirschauer, der auf Position sieben lag. Sein Glück: Die vor ihm liegenden Läufer wurden wieder langsamer. Mit einer Ausnahme: Sergey Cherny (Russland). Der lief der Konkurrenz auf und davon - und nach 2:19:50,8 Stunden als Erster ins Ziel. Dahinter entwickelte sich ein Zweikampf um Platz zwei zwischen Sergei Polonskii (Russland) und Bernhard Langer. 30 Kilometer lang liefen sie miteinander, ehe der Hirschauer fünf Kilometer vor dem Ziel bei einem Anstieg einen Angriff ansetzte, dem Polonskii nicht folgen konnte. Im Ziel hatte Vizeweltmeister Langer (2:22:05,5) knapp zwei Minuten Vorsprung auf den Russen.
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