Sportlerwahl 2015
Oberpfälzer Pfälzer

Alexander Bugera (links) und Dragan Paljic bejubeln im Mai 2010 die Zweitligameisterschaft und den Aufstieg des 1. FC Kaiserslautern in die Bundesliga. Der Amberger Bugera ist in der Pfalz heimisch geworden. Bild: dpa
Sport
Amberg in der Oberpfalz
28.12.2015
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Seine Teamkollegen hießen Lothar Matthäus, Thomas Helmer, Giovane Elber oder Mehmet Scholl. "Das war schon Wahnsinn", erinnert sich Alexander Bugera.

Mit 17 Jahren trainierte der gebürtige Amberger schon mit den absoluten Top-Stars der Münchener Bayern. Die Kehrseite: Die Konkurrenz war so groß, dass er sich ausleihen ließ. In Duisburg, Unterhaching und Kaiserslautern machte er dann Karriere, spielte fast 100 Mal in der ersten Liga, feierte Aufstiege. Viele in unserer Region verfolgten die Karriere des Jungen aus Amberg, der zunächst beim SV Inter Bergsteig und später beim FCA das Fußballspielen gelernt hatte, ehe er mit 14 Jahren zu den Bayern ging. Seine Leistungen honorierten die Leser unserer Zeitung gleich vier Mal mit der Wahl zum Sportler des Jahres.

In Kaiserslautern, in der Pfalz, ist Bugera mit Frau und Tochter heimisch geworden. Die "Roten Teufel" waren seine letzte Profistation. Dort trainiert der 37-Jährige mittlerweile die U13 des Zweitligisten und ist auch als Lehrer tätig. Er unterrichtet an der "Elite-Schule des Sports", dem Heinrich-Heine-Gymnasium nahe dem Betzenberg, Fußball.

Herr Bugera, Sie sind vier Mal (1993, 1994, 1995 und 1997) von den Lesern unserer Zeitung zum Sportler des Jahres gewählt worden. Wie wichtig sind neben Mannschaftstiteln solche persönlichen Auszeichnungen?

Alexander Bugera: Gewinnt man eine Meisterschaft, ist das der verdiente Erfolg für gute Leistungen der Mannschaft. Von Fans mehrfach als Gewinner gewählt zu werden, ist natürlich persönlich ein großer Erfolg, da man die Bestätigung für die eigene Person erhält. Diese Auszeichnungen haben für mich stets eine besondere Bedeutung, und ich bin sehr stolz darauf.

Sie haben vor einem halben Jahr Ihre Karriere beendet. Wie schwierig war es aufzuhören?

Bugera: Mein Abschied vom Profifußball war lange vorbereitet und kam nicht überraschend. Ich habe ja zunächst noch zwei Jahre für die U23 gespielt und schon in dieser Zeit meine B- und A-Lizenz erworben. Nach 17 Jahren als Profi, zum Glück ohne größere Verletzungen, konnte ich mich dann im Alter von 37 Jahren gut und gerne vom Profigeschäft verabschieden.

Wo war's am schönsten? Bei den Bayern, in Duisburg, in Haching oder doch am Betzenberg?

Bugera: Diese Frage ist sehr schwer zu beantworten. Jede Phase war ein Kapitel meines bisherigen Lebens, und ich habe mich überall sehr wohl gefühlt. Als junger Spieler zu Bayern München, ich glaube, da gibt's nichts Besseres. Der MSV ist ein toller Verein, unsere Tochter wurde in Duisburg geboren, wir haben uns im Ruhrpott sehr wohl gefühlt. Allerdings sind Spiele auf dem Betzenberg unvergleichlich, und der FCK ist eine Herzensangelegenheit geworden.

Sie sind jetzt Nachwuchstrainer und auch Lehrer. Wie groß war die Umstellung?

Bugera: Der Wechsel vom Spieler zum Trainer ist schon eine große Umstellung. Die Perspektiven ändern sich. Hat man als Spieler den Trainer mitunter nicht verstanden, so habe ich inzwischen die andere Seite kennengelernt, wie schwierig es sein kann, zum Beispiel die Mannschaftsaufstellung festzulegen.

Viele Ex-Profis trainieren zunächst im Nachwuchsbereich. Ist auch für Sie der Seniorenbereich, der Profibereich, das Ziel als Trainer?

Bugera: Mein nächstes Ziel ist, die höchste Trainerlizenz im deutschen Fußball zu erwerben, ich möchte meine Fußballlehrer-Lizenz machen. Danach wird man weitersehen.

Sie sind Oberpfälzer in der Pfalz. Was ist Heimat für Sie?

Bugera: Ich würde Kaiserslautern inzwischen schon als Heimat bezeichnen, meine Familie und ich sind hier sesshaft geworden. Unsere Tochter ist hier quasi bisher aufgewachsen. Natürlich fühle ich mich der Oberpfalz immer noch stark verbunden und versuche, so oft es die Zeit zulässt, nach Amberg zu fahren.

Wie halten Sie sich fit? Spielen Sie in der Traditionself der "Roten Teufel"? Gibt es eine solche?

Bugera: Ja, ich spiele in der Traditionsmannschaft des 1. FC Kaiserslautern. Wir sind eine tolle Truppe mit Größen wie Marco Haber, Oliver Schäfer, Marco Reich, und auch Vorstandschef Stefan Kuntz spielt ab und an mit.

Also keine Gewichtsprobleme nach der aktiven Karriere?

Bugera: Ich muss mir schon noch eine weitere Alternative zum Fußball suchen. Nach einem halben Jahr mit wenig Sport und jetzt die Weihnachten, das merkt man schon ...

Seine ErfolgeTitel und Aufstiege

Deutscher Meister 1999 mit dem FC Bayern München

Deutscher Pokalsieger 1998 mit dem FC Bayern München

1997 und 1998 Ligapokalsieger mit dem FC Bayern München

Aufstieg 2004/05 mit dem MSV Duisburg in die Bundesliga

Aufstieg 2006/07 mit dem MSV Duisburg in die Bundesliga

Aufstieg 2009/10 mit dem 1. FC Kaiserslautern in die Bundesliga

Persönliche Bilanz

48 Länderspiele von der U15 bis U21 (28 Tore)

Teilnahme an der U17-WM in Ecuador

Platz drei mit der deutschen U16 bei der EM in Belgien

90 Erstligaspiele (4 Tore) für Bayern, Duisburg, Kaiserslautern und Unterhaching

199 Zweitligaspiele (17 Tore) für den MSV, FCK und Haching

Vier UI-Cup-Spiele für den MSV

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