Tennis 2. Bundesliga
TC Amberg am Schanzl mit einem bunten Mix

Henri Laaksonen (Bild), gebürtiger Finne, besitzt auch einen Schweizer Pass und spielt dort im Davis-Cup-Team. Der 24-Jährige wird hinter Roger Federer, Stan Wawrinka und Marco Chiudinelli als viertbester Tennis-Spieler der Schweiz gelistet. Bild: dpa
Sport
Amberg in der Oberpfalz
14.07.2016
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"Wir machen das in erster Linie für die Zuschauer, auch wenn das Interesse in Amberg am Sport nicht sehr groß ist." Zitat: Richard Vogel, Trainer TC Amberg am Schanzl

Ein halbes Dutzend neue Spieler auf den Positionen von eins bis sechs, die aus ebenso vielen Nationen stammen. Dazu drei Amberger und einer aus Weiden - "so einen Mix haben wir noch nie gehabt sagt Trainer Richard Vogel. Das Abenteuer 2. Bundesliga kann für den TC Amberg am Schanzl beginnen.

Seit März steht das Team, das vom Trainer und Sebastian Wagner - selbst Spieler - so zusammengestellt wurde. Die Mannschaft des TC Schanzl erreichte im vergangenen Jahr den zweiten Platz in der Regionalliga Süd-Ost hinter der SpVgg Hainsacker und wäre eigentlich in dieser Spielklasse verblieben.

Aber dadurch, dass der 1. FC Nürnberg auf die 1. Bundesliga verzichtete und in die Bayernliga eingruppiert wurde, war ein Platz in der 2. Bundesliga frei. "Wir sind Nachrücker", sagt Richard Vogel, "aber wir haben das gerne angenommen." Denn ein Verein wie der TC Amberg am Schanzl, sechsfacher deutscher Mannschaftsmeister, habe durch seine Tradition und seinen Ruf die Verpflichtung, höherklassig zu spielen: "Wir machen das in erster Linie für die Zuschauer, auch wenn das Interesse in Amberg am Sport nicht sehr groß ist", erklärt Vogel, auch mit einem Hinweis auf die Fußballer des FC Amberg, die in der Regionalliga-Saison nicht den erwarteten Besucherschnitt hatten.

Alles Profis


"Leider", sagt der Schanzl-Trainer, denn selbst wenn die finaziellen Möglichkeiten eher begrenzt sind, bekommen die Fans doch Tennis-Sport vom Feinsten zu sehen: "Unsere Top-Leute sind alles Profis, sind bei Turnieren unterwegs und alle in der Weltrangliste zwischen Platz 170 und 210 angesiedelt."

Wie die neue Nummer eins, ein Finne mit Schweizer Pass: Henri Laaksonen (24), Davis-Cup-Spieler, soll mindestens zwei Einsätze für den TC Schanzl bestreiten. Ebenso wie der Sandplatzspezialist Enrique Lopez-Perez (25) aus Spanien, der Franzose Yannick Jankovits (29), Jose Pereira (25) aus Brasilien, der Italiener Marco Bortolotti (24) und Lukas Mugevicius (22) aus Litauen. Wer aus diesem Sextett welche Spiele für den TC Amberg am Schanzl bestreiten wird, ist noch offen und hängt davon ab, bei welchen Turnieren sie gerade spielen. "Mindestens einen oder zwei" von ihnen will Richard Vogel zu jedem Spieltag aufbieten, dazu kommen der Tscheche Roman Vögeli, der regelmäßig zur Verfügung steht, ebenso wie der Österreicher Nicolas Reissig. Zweiter Österreicher im Team ist Maxi Pongratz, seit mehreren jahren beim Schanzl

Vier Oberpfälzer


Der Amberger Publilumsliebling Jan Hajek ist verletzt, ob er spielen kann, scheint fraglich. "Schade, er fehlt uns, denn er wäre auf einer der hinteren Positionen immer für einen Punkt gut", erklärt Vogel. Ergänzt wird die Truppe durch die drei Amberger Sebastian und Albert Wagner, zwei Cousins, die ihre Wurzeln im Verein haben, und Christopher Patzanowsky. Der vierte Oberpfälzer ist Leopold Gomez-Islinger aus Weiden, der im vergangenen Jahr für Blau-Rot Regensburg spielte. Sebastian Wagner ist momentan durch eine Handgelenksverletzung gehandicapt, er konnte in der zweiten Mannschaft des TC Schanzl in diesem Jahr nur ein Spiel in der Bayernliga bestreiten.

Die drei anderen sind eigentlich "Gäste": Albert Wagner hat zwar sein Studium in den USA beendet, wird aber nach der Spielrunde wieder nach Amerika zurückkehren. "Der Aufenthalt dort hat ihm sehr gut getan, er hat sich spielerisch und menschlich weiter entwickelt. Er ist viel selbständiger geworden", sagt Richard Vogel. Patzanowsky und Gomez-Islinger haben ein Jahr in den USA hinter sich gebracht und werden dort ihr Studium fortsetzen - sie sind quasi auf Sommerurlaub in Deutschland. "Wenn man gut Tennis spielt, gibt's dort Stipendien", erklärt Richard Vogel den Drang nach Übersee.

Auftakt in Uttenreuth


Am Sonntag, 17. Juli, steht das erste Spiel beim SC Uttenreuth an, der die 2. Bundesliga auf den ersten sechs Positionen mit zwei Tschechen, einem Algerier, einem Slowaken, einem Slowenen und einem Rumänen beginnt. Auch kein schlechter Mix.

Wir machen das in erster Linie für die Zuschauer, auch wenn das Interesse in Amberg am Sport nicht sehr groß ist.Richard Vogel, Trainer TC Amberg am Schanzl

2. Bundesliga Herren


TC Amberg am Schanzl

1. Henri Laaksonen (Finnland)

2. Enrique Lopez-Perez (Spanien)

3. Yannick Jankovits (Frankreich)

4. Jose Pereira (Brasilien)

5. Marco Bortolotti (Italien)

6. Lukas Mugevicius (Litauen)

7. Roman Vögeli (Tschechien)

8. Nicolas Reissig (Österreich)

9. Jan Hajek (Tschechien)

10. Albert Wagner (Amberg)

11. Sebastian Wagner (Amberg)

12. Maxi Pongratz (Österreich)

13. Leopold Gomez-Islinger (Weiden)

14. Christopher Patzanovsky (Amberg)



Spielplan TC Schanzl

Sonntag, 17. Juli, 11 Uhr SC Uttenreuth - TC Amberg am Schanzl

Freitag, 22. Juli, 13 Uhr TC Schanzl - TC Großhesselohe

Sonntag, 24. Juli, 11 Uhr TC Ludwigshafen - TC Schanzl

Freitag, 29. Juli, 13 Uhr TC Schanzl - TV Reutlingen

Sonntag, 31. Juli, 11 Uhr TC Schanzl - TC Weinheim

Sonntag, 7. August, 11 Uhr TC Schanzl - SpVgg Hainsacker

Freitag, 12. August, 13 Uhr TC Dresden-Blasewitz - TC Schanzl

Sonntag, 14. August, 11 Uhr TC Wolfsberg Pforzheim - TC Schanzl
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